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Versetzung

Schulwechsel: Das sollten Sie wissen

Heimweh, Familienzusammenführung oder ein mieses Klima im Kollegium: Möchte eine Lehrkraft die Schule wechseln, hat das meist gute Gründe. Doch wer in Zeiten des Lehrermangels versetzt werden will, braucht manchmal einen langen Atem.

Versetzung: Schulwechsel: Das sollten Sie wissen Berufseinsteiger nehmen häufig die erste Stelle an, die sich bietet - und bereuen es später © AVAVA - Fotolia.com

In Bad Lauterberg kennt jeder jeden. Hohe Berge umringen die 12.000-Einwohner-Stadt im Harz, die größte Attraktion ist der weitläufige Kurpark. Um sich in Bad Lauterberg länger als nur für ein Wellness-Wochenende wohlzufühlen, muss man das ländliche Leben mögen. Simone Amtsberg hat eine unbefristete Vollzeitstelle in den Kurort gelockt – heimisch geworden ist sie hier nie. „Anfangs dachte ich, ich würde mich schon einleben, aber mittlerweile möchte ich wieder zurück nach Hannover.“ Doch das ist nicht so einfach: Die junge Lehrerin bemüht sich bereits seit vier Jahren um eine Versetzung.

Doch Amtsberg ist damit nicht allein: Berufseinsteiger nehmen nach dem Referendariat häufig die erste Stelle an, die ihnen angeboten wird – ohne sich allzu viele Gedanken um das „Wo“ zu machen. Andere wollen in derselben Stadt leben wie ihr Partner, der nach einem Jobwechsel umziehen musste. Lehrkräfte an öffentlichen Schulen können aus persönlichen Gründen einen Versetzungsantrag stellen. Christian Zachlod, Sprecher der niedersächsischen Landesschulbehörde, sagt: „Wir wollen dem Anliegen der Lehrkraft gerne gerecht werden, wichtig ist aber, dass die Unterrichtsversorgung steht.“

Weiterführende Informationen:

In Nordrhein-Westfalen kann man seine Versetzung online beantragen. Auf der Homepage des Ministeriums für Schule und Weiterbildung finden sich viele Hinweise dazu, die auch für Lehrer aus anderen Bundes-ländern interessant sind.

Auch die Gewerkschaften können Wechselwilligen helfen. Hier erhalten Sie weitere Infos.

Mancherorts sind Versetzungs-wünsche leichter zu realisieren, wenn man einen Tauschpartner hat. Der Verband Bildung und Erziehung hat eine Tauschbörse eingerichtet.

Lehrerversetzungen sind durch Landesgesetze geregelt. Hier stehen die Rechtsnormen für Niedersachsen.

Mit Fällen wie dem von Simone Amtsberg hat er häufig zu tun. Vor allem größere Städte, in denen auch ausgebildet wird, seien beliebt. „Hier in Niedersachsen wollen die meisten nach Osnabrück, Braunschweig oder Hannover, eine Versetzung ins Wendland wäre hingegen kein Problem.“

Freigabe durch die Schule – oder mithilfe einer Klage

Gehen darf nur, wer von seiner bisherigen Schulbehörde eine Freigabeerklärung erhält. Weil an vielen Orten Lehrer fehlen, ist es nicht immer leicht, diese zu bekommen. Wird man abgewiesen, kann sich jedoch eine Klage lohnen. So gab das sächsische Landesarbeitsgericht einer Förderschullehrerin Recht, die die Freigabeerklärung aufgrund der schlechten Personalsituation nicht erhalten hatte. Nach Ansicht der Richter verstieß dies gegen das Grundrecht auf freie Arbeitsplatzwahl (Aktenzeichen: 2 Sa 473/06). Generell gilt: Wurde der erste Versetzungsantrag vor mindestens fünf Jahren gestellt, geht es auch ohne die Erklärung. Einen Rechtsanspruch darauf, an einer anderen Schule zu arbeiten, gibt es allerdings nicht. Umso wichtiger ist ein gut begründeter Antrag. Leben Ehepartner und Kind im Zielbezirk, sind die Chancen zum Beispiel höher, als wenn sich jemand bloß nach seiner Heimatstadt sehnt.

Umzug in ein anderes Bundesland: zwei Wege

Auch ein Wechsel in ein anderes Bundesland ist dank eines Beschlusses der Kultusministerkonferenz vom 10.05.2001 mit relativ wenigen Hürden zu realisieren. Hierbei gibt es zwei Möglichkeiten: Zum einen die Teilnahme an der „Einigungsverfahren zum Länderaustausch“ genannten bundeslandübergreifenden Vermittlung, zum anderen die direkte Bewerbung auf eine Stelle in der Zielregion. Die Voraussetzungen – unbefristetes Arbeitsverhältnis, Erhalt einer Freigabeerklärung, grundsätzliche Eignung – sind dieselben wie beim landesinternen Austausch. Die Chancen auf eine baldige Versetzung sind je nach Region verschieden hoch. Die Bezirkspersonalräte können Wechselwillige beraten und auf ungeahnte Klippen sowie landesspezifische Eigenheiten aufmerksam machen. In Niedersachsen beispielsweise lässt man Lehrer nur ungern gehen, wenn sie nicht mindestens drei Jahre an einer Schule gearbeitet haben.

Simone Amtsberg hat erst kürzlich wieder einen Versetzungsantrag gestellt. Sie bleibt optimistisch: „Irgendwann wird’s schon klappen, vielleicht ja dieses Jahr.“

Stefan Hirsch


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