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Arbeits- und Zeitmanagement

Fünf Tipps für einen entspannten Start ins neue Schuljahr

Gut organisiert ins Schuljahr zu starten, zahlt sich aus: Man vermeidet Stress, spart Zeit und behält gute Nerven. Fünf Wegweiser sorgen für ein effektives und entspanntes Arbeits- und Zeitmanagement ist.

Arbeits- und Zeitmanagement: Fünf Tipps für einen entspannten Start ins neue Schuljahr Wenn man ein paar wenige Dinge berücksichtigt, kann man ganz gelassen ins neue Schuljahr starten © contrastwerkstatt - stock.adobe.com

Wie bereitet man sich als Lehrkraft am besten auf das neue Schuljahr vor? Diese Frage bewegt nicht nur Berufseinsteiger in den letzten Tagen der großen Ferien bzw. in den ersten Wochen im neuen Schuljahr: Auch für viele erfahrene Pädagogen ist das der ideale Zeitpunkt, um Abläufe und Gewohnheiten zu überdenken und diejenigen zu verändern, die im vergangenen Schuljahr Nerven, Kraft und Zeit gekostet haben.
Doch womit fängt man dabei am besten an? Zum Beispiel mit der Lektüre von Beiträgen in Lehrerblogs, denn die zeigen zweierlei:

  1. Andere Lehrer haben auch Probleme mit Zeit- und Energiefressern.
  2. Es gibt probate Mittel dagegen.

Fünf Tipps aus lehrreichen Blogs bringt der folgende Beitrag für Sie auf den Punkt.

Tipp 1: Die Ferien sind zum Erholen da

Mit den großen Ferien ist das bei Lehrerbloggerin Frau Freitag so eine Sache: In den ersten Tagen ereilt sie regelmäßig die Feriendepression und sie denkt wehmütig darüber nach, was ihre Schüler wohl grade so machen. Kurz vor Schulanfang mischt sich bei ihr dann „Vorfreude mit extremer Unlust“. Und während sie früher noch vor Schulbeginn „mehrfach versucht“ hatte, „das gesamte Halbjahr zu planen“, geht sie heute — „erfahren und abgebrüht“ — „nachmittags Baden und abends ins Kino“. Und so lautet auch ihr „Tipp für alle Junglehrer“: „Die beste Vorbereitung auf ein neues Schuljahr ist und bleibt die Erholung.“ Ein wenig schlechte Laune am letzten Ferientag, Schwierigkeiten beim Aufstehen am ersten Schultag und „spätestens Mittwoch seid ihr wieder voll drin und dann läuft das schon irgendwie“ (ebd.).

Doch wie erholen sich Lehrkräfte am besten? Urlaubsforscher raten auf der Website dasgehirn.info zu einem Mix aus „Sightseeing und Siesta“: Unser Gehirn regeneriert sich nämlich im Urlaub besonders effektiv, wenn wir Müßiggang mit neuen Eindrücken verbinden. — Dazu muss man übrigens nicht unbedingt verreisen: Distanz zum Arbeitsalltag schafft man auch durch einen untypischen Tagesablauf oder durch Ablenkung mit Tätigkeiten, die mit der Schule nichts, aber auch gar nichts zu tun haben (vgl. dazu den Beitrag „Wie Lehrer/innen ihre Ferien optimal gestalten können“ auf der Website lehrerfreund.de).

Tipp 2: Reine Urlaubszeit und Vorbereitungszeit klar trennen

Streng genommen sind ja „Ferien für Lehrer*innen keine reine Urlaubszeit“, betonen die Autoren auf der Website der GEW NRW: In vielen Bundesländern, etwa in NRW oder in Berlin, haben Lehrkräfte einen Urlaubsanspruch von 30 Tagen, Referendare sogar nur von 27 Tagen. In der letzten Ferienwoche vor Schuljahresbeginn fallen zahlreiche organisatorische Aufgaben an, damit der Unterricht dann unverzüglich starten kann. Hinzu kommen Nachprüfungen, Konferenzen usw. In der Regel wissen Sie bereits vor Ferienbeginn, wofür Sie zuständig sind. Wenn nicht, fragen Sie am besten rechtzeitig nach. Anschließend schätzen Sie ab, wie viel Zeit Sie für Ihre eigenen schulischen Belange brauchen, z. B. für das Ordnen Ihrer Schulsachen, für Ihre Halbjahresplanung, für die Unterrichtsvorbereitung der ersten Tage, für die erforderlichen Erkundigungen und den Umzug bei einem Wechsel an eine neue Schule usw. Dann notieren Sie Termine und To-dos in Ihrem Kalender. — Jetzt sehen Sie klar, wann es wieder losgeht und genießen Ihren Urlaub entspannt bis zum letzten Tag.

Tipp 3: Vorausschauend planen

Wie verhindern Sie, dass Sie „vom Schuljahr und seinen Terminen überrascht“ werden? Hierzu gibt Daniela im Lehrerblog „Lehrer-Momente“ gezielte Tipps: Sie beginnt zunächst mit einer groben Unterrichtsplanung, die „nicht länger als eine DIN-A4-Seite sein“ sollte. Hier unterteilt sie ihre Themen „in große und kleine Einheiten“, noch ohne genaue Stundenzahlen und Lernziele. Lediglich die drei bis vier wichtigsten Grobziele, die die Schüler „unbedingt erreichen müssen“, schreibt sie auf.

Anschließend trägt Daniela in einen Jahresplaner „mit farbigen Stiften und Textmarkern“ die Ferienzeiten und alle bereits feststehenden Termine wie Zeugniskonferenzen, Elternsprechtage, Schulfeste etc. ein. Dann verteilt sie die großen schriftlichen Leistungsprüfungen übers Jahr. Dabei achtet sie darauf, sich nicht drei oder mehr Klassenarbeiten in die letzten Wochen vor den Ferien zu legen.

Falls Klassenfahrten oder Exkursionen anfallen, wählt Daniela dafür einen günstigen Termin. Ganz zuletzt kommen die Deadlines auf den Plan, z. B.: Wann müssen spätestens Klassenarbeiten fest eingetragen und angekündigt werden?

Klar, dass schulische Termine auch mit den privaten abgeglichen werden sollten, das trägt zu einer guten Work-Life-Balance bei.

Tipp 4: ein Ordnungssystem entwickeln

Wenn im Verlauf des Schuljahres der Stresspegel steigt, wächst oft auch das Chaos. — Es sei denn, Sie haben sich bereits im Vorfeld über ein Ordnungssystem Gedanken gemacht, dass Ihnen den Kopf und auch den Schreibtisch freihält.

Lehrer Bob Blume stellt in seinem Blog sein genial einfaches, analoges „Drei-Wege-System“ vor:

  1. Alles, was er in der nächsten Woche braucht, legt er in seine Gliederungsmappe. Auf den Reitern stehen z. B. seine verschiedenen Klassen mit Fächern — ein Griff, und er hat Stundenentwürfe, Info- und Arbeitsblätter parat.
  2. Das Gliederungssystem der Wochenmappe findet sich 1:1 in seinem Hängeregister wieder, sodass er innerhalb von einer Minute nicht mehr benötigte Unterlagen umschichten kann und die Wochenmappe wieder frei ist.
  3. Ist ein „Schuljahresabschnitt wieder vorbei“, wandert alles in seine Ordner, „die nicht nach Schuljahren, sondern nach Material-/ und Methodenart angelegt sind“ (ebd.).

Auch digital-affine Lehrkräfte bekommen in dem hier verlinkten Blogartikel gute Anregungen. So sammelt Bob Blume etwa seine Tafelbilder systematisch mit Evernote. Und OneNote erlaubt ihm, sämtliche Informationen zu speichern und vernetzt abzurufen. Zum Beispiel bei einer Exkursion nach München Reisetickets, Infos über die Stadt oder Arbeitsmaterialien für die Schüler.

Tipp 5: Checkliste zum Schuljahresbeginn nutzen

Wer an eine neue Schule wechselt, hat zu Beginn des Schuljahres ein besonders großes Arbeits- und Informationspensum zu bewältigen. Wie Sie dabei systematisch vorgehen, zeigt die Checkliste von Andreas Kalt in seinem Blog „rete-mirabile.net“. Hier sehen Sie mit einem Blick, was Sie wann klären bzw. tun sollten: Vor Schuljahresbeginn checken Sie z. B. Lehr- und Stoffverteilungspläne, machen sich ein Bild von den verwendeten Schulbüchern und den ergänzenden Unterrichtswerken und -medien. Wo finden Sie im Schulgebäude Kopierer, Räume etc.? Wo ist Ihr Platz im Lehrerzimmer? Welcher Schlüssel passt wo? Brauchen Sie eine Kopierkarte? Wie werden Vertretungen gehandhabt? Welche Hausaufgabenregelungen gibt es? Was ist im Umgang mit Schülern zu beachten? Ab wann werden Schüler gesiezt? — Bis ins kleinste Detail sind die wirklich wichtigen Fragen berücksichtigt.

Das gilt auch für die To-dos in der ersten Schulwoche: Bücher ausgeben, Klassenlisten führen, den Schülern Noten geben und Gewichtung transparent machen, Hinweise auf Pünktlichkeit, Handys, Rauchen, Mützen geben u. v. m. — Sie sehen mit einem Blick, woran Sie in der ersten Schulwoche denken sollten und wirken sicher und strukturiert.

Und wenn nicht alles gleich auf Anhieb klappt, ist das auch kein Beinbruch. Schreiben Sie einfach in Ihren Kalender, was Sie im nächsten Schuljahr anders machen möchten.

Vielleicht hat das auch Lehrerblogger Marc A. Hennekes getan und am Ende des Jahres seinen Blogartikel mit 11 Vorsätzen für das neue Schuljahr daraus gebastelt. Und vermutlich kann er seine Vorsätze dann besonders gut einhalten, wenn sie so konkret sind wie dieser: „Niemals im Schulhaus fluchen. Auch nicht verdammte Scheiße, wenn ich mir in der Pause Puderzucker vom Pausenkrapfen auf die Nadelstreifen bröckel [sic!].“

Martina Niekrawietz

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