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Corona-Krise

Homeoffice für Grundschüler — eine Chance für digitales Lernen

Homeoffice für Grundschüler, geht das? Und wie funktioniert digitales Lernen? — Ausgestattet mit passenden Apps und Lernsoftware können auch Schüler der Klassen 1 bis 4 selbstständig zu Hause lernen.

Corona-Krise: Homeoffice für Grundschüler — eine Chance für digitales Lernen Zu Hause lernen, das geht mit Laptop und den richtigen Programmen und Unterrichtsideen ganz leicht © Racle Fotodesign - stock.adobe.com

Seit einiger Zeit wird das Thema „Digitalisierung“ diskutiert. Welche Dringlichkeit bestand, ahnte wohl niemand. Glücklich die Schulen, die zu den Vorreitern des digitalen Lehrens und Lernens gehören. Dies sind jedoch meist weiterführende Schulen, große Systeme mit guter Infrastruktur. Sie haben oftmals schuleigene Netzwerke wie iserv, lanis oder nutzen Moodle und Mahara, um im gesicherten Raum mit den Schülerinnen und Schülern im Austausch zu stehen.

Was aber macht der Großteil der deutschen Schulen, unsere Grundschulen? Wie können die Kleinsten weiterhin lernen? Immerhin geht es hier um den Aufbau der Grundfertigkeiten, auf den die weiterführenden Schulen dann aufbauen. Viele Kolleginnen und Kollegen der Grundschulen haben Materialpakete für ihre Schülerinnen und Schüler geschnürt. Wie aber kann das digitale Lernen für die jüngsten Schüler genutzt werden?

Anton: einfache Lern-App für viele Fächer

Von zu Hause können die Lernenden die App Anton nutzen. Hier gibt es Material für die Jahrgangsstufen 1 bis 10 für die Fächer Deutsch, Mathe und für die Grundschule auch Sachunterricht. Besonders schön ist, dass es für jedes Fach für die passenden Themen Übungen gibt, die anschaulich und kindgerecht gestaltet sind. Hier ist eine Differenzierung möglich, schwache Lerner können eine Jahrgangsstufe unter ihrer Klasse üben, starke Lerner können auf den Stoff der höheren Klasse zugreifen. Auch für die Schüler Nicht-Deutscher-Herkunftssprache gibt es Übungen. Es ist also für jeden etwas dabei. Auch das Log-in ist für die Schülerinnen und Schüler und unerfahrene Eltern wirklich einfach. Man benötigt nur einen Spitznamen und den Namen der Schule. Dies lohnt sich aber nicht nur für die Dauer des Homeschoolings.

Mit dem Mauswiesel im Aufgabenparadies

Verschiedene Bildungsserver der Länder bieten ebenfalls kostenlose Lernmöglichkeiten an. Im Hessischen Bildungsserver steht mit „Mauswiesel“ ein wahres Aufgabenparadies zur Verfügung. Von den Fächern Mathe, Deutsch, Englisch, Kunst, Musik, Wissen (Sachunterricht) angefangen, gibt es sogar einen Reiter „Knobeln/Spiele“. Sollte ein Kind also mit den Aufgaben fertig sein und Langeweile haben, kann es seine grauen Zellen mit Knobelaufgaben auf Trab halten.

Der Hamburger Bildungsserver bietet einige Links mit kindgerechten Sendungen der öffentlich rechtlichen Programme wie dem WDR, SWR usw.  Auf der Seite „Der Lehrerfreund“ findet man eine Linkliste aller Bildungsserver, sodass man eine gute Übersicht darüber finden kann, was alle Bundesländer zu bieten haben. Es lohnt sich wirklich, dort einmal die Recherchezeit zu investieren.

Was Eltern tun können

Was aber tun Eltern, die nicht so gut technisch ausgestattet sind oder wenig Erfahrung im Umgang mit digitalen Medien haben? Für viele Apps sind keine großartigen Geräte notwendig. Apps wie Anton, König der Mathematik oder Lernerfolg Grundschule, um nur ein paar ausgewählte zu nennen, können problemlos auf dem Handy oder Tablet installiert werden. Die Nutzung ist so selbsterklärend bei den Grundschulen-Apps, dass auch die Eltern nicht überfordert werden von komplizierten Programmen. Oftmals kennen die Kinder einiges schon aus der Schule. Um ganz genau zu sein, ist es auch kein Problem, die Grundfertigkeiten auf althergebrachten Wegen zu trainieren. Das gute alte Kopfrechnen könnte wieder zum Renner werden. Das kann nie genug geübt werden. Eine tägliche Challenge mit dem Messen der Zeit für eine bestimmte Anzahl von Aufgaben macht nicht nur Spaß, sondern zeigt auch schnell den Lernerfolg, wenn man nach einer Woche deutlich schneller ist.

Aufgaben für Schüler mit besonderem Förderbedarf

Wie aber können schwache Schüler unterstützt werden oder gar Inklusionsschüler zu Hause sinnvoll weiterlernen? Oftmals geben die Förderschulkollegen den Kindern, wie bereits oben erwähnt, Material mit oder schicken es ihnen zu. Aber auch zur Differenzierung und Förderung können alle erwähnten Apps genutzt werden. Die Lernenden können bei allen Apps problemlos auf ihrem Niveau arbeiten.

Eine Möglichkeit, die denkbar wäre, ist die Erstellung von Projektarbeiten. Beispielsweise könnte im Fach Sachunterricht ein Projekt zum Thema „Frühling“ erstellt werden. Hier können im Garten Frühblüher fotografiert oder gemalt werden. Anschließend werden sie in ihrem Aufbau beschriftet. Ein Frühlingsgedicht kann abgeschrieben, auf einem Schmuckblatt verziert oder auswendig gelernt werden. Ebenso könnten Frühlingswörter gesucht und geübt werden, Rechenblumen können erstellt und Bilder gemalt werden.

Eins ist sicher, egal ob die digitalen Chancen genutzt werden oder nicht, lernen kann jeder Schüler und jede Schülerin im Homeoffice, auch die Kleinsten!

Babett Kurzius-Beuster

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