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Schulmodell

Mit Kreativität fit für die Zukunft

Wenn bereits Grundschüler den Freiraum bekommen, in Projekten eigene kreative Ideen zu entwickeln und gemeinsam mit anderen diese auch umsetzen, dann erarbeiten sie sich ein gutes Rüstzeug für die Zukunft. Eine Berliner Privatschule zeigt, wie es geht.

Schulmodell: Mit Kreativität fit für die Zukunft Kreativität können die Kinder nicht nur im Kunstunterricht ausleben, auch im Fachunterricht sind kreative Lösungsvorschläge gefragt © Vera Kuttelvaserova - Fotolia.com

Ein Schulkino, ein Klavier in jeder Klasse, eine Eishalle, eine Dusche in der Schule und „Imer Esen“ — das wünschen sich die Kinder der KLAX®-Grundschule Pankow, die eine Projektwoche lang überlegen, wie ihre Schule morgen aussehen könnte. Doch ansonsten lässt die „staatlich anerkannte kunstbetonte Ganztagsschule“ in Berlin-Weißensee wenig Wünsche offen: Sie bietet den Kindern „eine positive Umgebung, die sie stets mit neuen Aufgaben und Lernchancen begrüßt“, postuliert die Schul-Website.

Das Schulkonzept ist schnell erklärt: Die Klax®-Schule bereitet die Schüler „auf ein Leben in der digitalen Wissensgesellschaft“ vor und begleitet sie „auf ihren Wegen zu verantwortlichen, sozialkompetenten, kreativen Persönlichkeiten“ (ebd.). Bei den dafür erforderlichen „Schlüsselkompetenzen“ stehen „Kreativität und Problemlösung“ an erster Stelle: „Ein kreativer Mensch will neue Wege gehen, kann Ideen entwickeln, seine Fantasie nutzen, sein Wissen anwenden, vernetzt denken und hat den Mut, neue Erfahrungen zu machen. Jedes Problem stellt für den kreativen Menschen eine Lernchance dar und regt seinen Forschergeist an.“
Der folgende Beitrag stellt Ihnen die Arbeit einer Grundschule vor und gibt Ihnen Anregungen für ganzheitliche, fachübergreifende Projekte, mit denen Sie die Kreativität Ihrer Schüler fördern.

Kreative Projektarbeit wird großgeschrieben

In der KLAX®-Grundschule hat die fächerübergreifende Projektarbeit einen festen Platz: Pro Schuljahr realisieren die Kinder fünf einwöchige Projekte zu Themen, die viel Raum für kreative Ideen in allen Fächern bieten. Wie das konkret aussieht, vermittelt das eingangs verlinkte Video über die Projektwoche „Unsere Schule morgen“ der KLAX®-Schule in Weissensee: Ob als Filmteam, als Konstrukteure am 3-D-Drucker, als Mindcraft-Architekt, als „Erbauer eines LEGO-Lido-Öko-Schulhofes“ oder als Comic-Zeichner, die Schüler entwickeln in unterschiedlichen Workshops ihre eigenen Ideen und Visionen und konkretisieren sie im „Maker-Space“ als Modell zum Anfassen.

Dabei lernen sie — fast nebenbei — ihre eigenen, besonderen Fähigkeiten und verschiedene kreative Berufe kennen, und sie erwerben die dafür erforderlichen Skills: Ganz selbstverständlich nutzen sie dabei gängige Präsentations- und Kreativitätstechniken (Brainstorming). Und jede Gruppe nutzt Tablets. Für die Textarbeit, fürs Filmen von Interviews, für Trickfilme, für den Videoschnitt und für vieles mehr. Die Kinder diskutieren, gestalten und kooperieren in Teams. Sie organisieren auch ihre Projektarbeit eigenständig und mit klarer Aufgabenverteilung.

Alle Infos zum Schulkonzept:

Hier finden Sie alle Infos zu diesem besonderen Schulkonzept noch einmal im Detail.

Nun verfügen natürlich die wenigsten Grundschulen über den Luxus einer vergleichbaren medialen Ausstattung. Doch das Projekt „Schule und Lernen der Zukunft“ funktioniert auch mit sehr einfachen, „herkömmlichen“ Gestaltungsmitteln, zum Beispiel mit Papier und Buntstiften. Anregungen dazu bieten die Ergebnisse des Ideenwettbewerbs „Unsere Schule!“, den das „Haus der Kulturen der Welt“ in unregelmäßigen Abständen ausschreibt.

Eigene Ideen umsetzen und etwas bewirken

In der Grundschule ermöglicht gerade die Jahreskreisarbeit vielfältige ganzheitliche Projekte, bei denen durch kreative Arbeit etwas wirklich Sinnvolles entsteht. Das wird bei einem weiteren Kreativprojekt auf der Website der KLAX®-Grundschule deutlich: In der Herbst-Projektwoche „haben die Schüler ein eigenes Produkt entwickelt, konstruiert und hergestellt, z. B. Vogelhäuser und Insektenhotels“, so heißt es da. Das ist gut für die Tierwelt, und auch an die Menschen wurde dabei gedacht: Auf dem Herbstmarkt verkauften die Schüler ihre Tierdomizile. Die Einnahmen gingen an die Patenschule in Afghanistan. So erfahren die Schüler, dass sie mit Kreativität etwas bewirken und die Welt „ein bisschen besser“ machen können.

Produkte in Projektarbeit erstellen und dann für einen guten Zweck verkaufen — das eröffnet Lehrkräften vielfältige Möglichkeiten für ganzheitliche Jahreskreisprojekte, zum Beispiel beim nächsten Adventsbasar oder beim Osterfest. Zudem erleben die Kinder dabei, dass ihre Arbeit buchstäblich etwas wert ist.

Und noch ein interessantes Kreativprojekt der Grundschule in Weißensee, das in der letzten Woche vor Weihnachten stattfand: Die Schüler verfassten eigene Geschichten, illustrierten und druckten sie und haben daraus ein Buch gebunden. Dabei erlebten sie „hautnah (...), dass vor dem Lesen eines Buches ein ganzer Prozess der Entstehung liegt“ (ebd.). Und bei der Weihnachtsfeier gab es dann auch noch eine Buchpreisverleihung.

Zeit und Raum für die kreative Entfaltung schaffen

„Morgens: Aufnehmen — Vormittags: Üben — Nachmittags: Kreativ sein“ — das ist ein ganz normaler Tag in der KLAX®-Grundschule (vgl. dazu die eingangs verlinkten „Schlüsselkompetenzen“).
In der „kreativen Lernzeit“ am Nachmittag nehmen die Kinder Kurse und Angebote wahr und entdecken ihre Interessen und Fähigkeiten. Das nachmittägliche Kursangebot ist breit gefächert, aber mit eindeutigem musischen Schwerpunkt.  

Derartige Angebote in diesem Ausmaß und in dieser Vielfalt sind an den wenigsten Grundschulen möglich. Aber es ist schon viel gewonnen, wenn zum Beispiel in Ganztagsschulen feste Zeiten für Kreativ-AGs und -Workshops im Stundenplan verankert werden. Fehlen für diese Kurse die personellen Ressourcen oder Kompetenzen, könnte man auch auf externe Lernangebote wie Musikschulen und Kunstwerkstätten oder auch engagierte Eltern zurückgreifen.   

Martina Niekrawietz

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