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Themenreise

Motto-Klassenfahrten — Spannung, Action und viel Spaß

Klassenfahrten können auch das: einmal wie die Indianer oder Ritter leben oder gar zum Zirkusakrobaten werden. Diese Reisen drehen sich nur um ein Thema, mit dem sich die Schüler intensiv beschäftigen — Spaß und Action inbegriffen.

Themenreise: Motto-Klassenfahrten — Spannung, Action und viel Spaß Ganz neue Eindrücke: Wenn die Kinder auf der Klassenfahrt das Leben der Indianer nacherleben dürfen © Tomsickova - Fotolia.com

„Morgen früh treffen wir uns um 9 Uhr am Bus und dann geht es los“, verkündet die Klassenlehrerin der Klasse 2b. Eine Klassenfahrt ist für die Lehrer ein ebenso aufregendes Erlebnis wie für die Schüler. Denn viel ist im Vorfeld zu erledigen: wie die Genehmigungen der Eltern und Schulleitung müssen eingeholt und Dauer, Kosten, Termin und Zielort abgesprochen werden. Bei mehr als 20 Schülern muss eine zweite Betreuungsperson mitgenommen werden und vieles mehr ... Sind all diese Formalitäten geklärt, interessiert die Schüler am meisten das Programm. Was werden sie auf der Klassenfahrt erleben? — Und für die Lehrer gilt nicht erst jetzt: Was will ich mit den Schülern unternehmen?

Natürlich gibt es Ausflugsziele am Klassenfahrtsort wie  Burgen, Schlössern oder Museen.  Spaß bringen auch Wanderungen zu einer Hütte, einem Bauernhof, einem Ausflugsturm etc. oder der Besuch eines Zoos oder Tierparks, eines Schwimmbad- oder Wellenbades oder einer Theateraufführung.

Viel spannender kann jedoch eine Klassenreise zu einem bestimmten Thema sein, das sich durch die gesamten Aktivitäten während des Aufenthaltes hindurchzieht. Viele Veranstalter bieten komplette Klassenfahrt-Programme an, in denen von der Busfahrt bis zum Eintrittspreis alles organisiert wird. Diese Programme sind allerdings oft sehr teuer.  Dabei lassen sich mit ein bisschen Organisationstalent und Fantasie des Lehrers diese Programmteile auch einzeln und meist preiswerter buchen bzw. gleich selbst gestalten.

Spiel und Spaß zu Natur, Ritter & Co.

Klassenfahrten zu einem Thema sagen vielen Schülern besonders zu. Als Themen bieten sich hierzu besonders an: Natur, Sport, Ritter, Indianer, Zirkus und Planeten. Vielleicht beteiligen Sie Ihre Schüler schon bei der Planung der Themen und verteilen womöglich kleine Verantwortlichkeiten. Auf jeden Fall sollten Sie einen Koffer voller ausgearbeiteter Ideen mitnehmen.

Hier ein paar erste Anregungen, wie diese Themenreisen gestaltet werden können.

Das Thema „Natur entdecken“ bietet sich für einen Ort mit Wald und Feld in der Umgebung an. Wie wäre es hier mit einer Walderkundungsrallye. Dazu bekommen die Schüler Arbeitskarten mit verschiedenen Sammelaufträgen wie „Sammelt etwas von einem Tier / etwas, was Menschen im Wald liegen gelassen haben / einen besonders schönen Stein / eine borkige Rinde / etwas, von dem ihr nicht wisst, was es sein könnte / etwas, das für die Natur wichtig ist etc. Auch einen „Waldgeist“ können die Schüler suchen bzw. basteln oder legen. Im Anschluss können sie dazu eine Geschichte erfinden und den Mitschülern vorstellen.

Außerdem können die Schüler Waldplakate zusammenstellen. Mit Bestimmungsbüchern schlagen sie die Namen und Informationen über ihre gesammelten Walddinge nach und geben ihre Erkenntnisse an die Mitschüler weiter.

Aus den im Wald gesammelten Dingen kann ein „Waldbild“ hergestellt werden. In Gruppen können die Schüler dazu einen Quadratmeter des Waldbodens mit den verschiedenen Materialien gestalten. Die so entstandenen Bilder bekommen von der Gruppe einen Namen und können zur Erinnerung oder für eine Ausstellung fotografiert werden. Spannend ist im Wald natürlich auch eine Nachtwanderung. Lediglich die Waldspiele muss der Lehrer hier vorbereiten, alles andere ist (fast) ein Selbstläufer.

Für sportbegeisterte Klassen ist die „Sportolympiade“ sehr motivierend. Es beginnt natürlich mit dem „olympischen Feuer“ in der Jugendherberge und anschließenden Partnerstationen von Ball-Akrobatik, Hochwasserlauf auf Eimern, Fangmeister mit Tischtennisbällen bis zu Insel-Hüpfen auf Teppichfliesen. Im Anschluss wird die Mannschaftsolympiade mit Völkerball, Fußball und „Ball über die Schnur“ angeboten. Selbstverständlich findet hier am Abschlussabend eine große Siegerehrung der Olympioniken mit Medaillen statt.

„Das Leben der Ritter“ wird noch anschaulicher, wenn als Jugendherberge eine Burg gewählt wird. Ritterstationen wie Burgbau, Kettenhemd basteln, Wappen malen, Schutzschild basteln und Schreiben wie im Mittelalter bereiten das Ritterfest vor.

Dazu basteln sich die Schüler im Vorfeld als Verkleidung Helme oder Hüte. Das Ritterfest wird offiziell eröffnet, indem der Lehrer eine Schriftrolle als Einladung vorliest und die Ritterspiele ankündigt. Natürlich werden die Mannschaften für die Ritterspiele durch verschiedenfarbige Wappenkarten ausgelost. Zu jedem Ritterspiel gibt es eine kleine Rittergeschichte vorab, um die Kinder einzustimmen.

Zum Ritterspiel „Laken–ziehen“ erzählt der Lehrer zuvor, dass Trompeten erklingen und sich die Festgemeinschaft im Hof versammelt, da Ritter Konrad und Ritter Rufus zum ersten Spiel antreten. Beide Ritter müssen ein Laken halten und versuchen, den darauf befindlichen Luftballon zu sich zu holen und ihn dann zu zertreten.
Beim „Fang-die-Maus“-Spiel müssen die Ritter die Mäuse der Burg fangen, indem sie die mit einem Faden an einem Becher befindlichen Mäuse in den Becher schleudern. Als weitere  Ritterspiele eignen sich: Mumien einwickeln und Spinnen essen.

In einer Ritterbuchausstellung können die Schüler selbstständig über das Leben der Ritter weiterforschen.

Prädestiniert für das Programm einer Klassenfahrt ist ebenfalls das Thema „Wir machen Zirkus“. Natürlich werden in freien Zeiten Zirkusnummern für die große Zirkusshow einstudiert. Neben Clowns, Akrobaten und Raubtieren sind hier auch Zauberer zu sehen. Besonderen Spaß bereitet es den Schülern neben dem Einstudieren ihrer Zirkusnummern die entsprechenden Kostüme und Requisiten herzustellen. Die Zirkusvorstellung kann nach der Klassenfahrt auf einem Klassen- oder Schulfest nochmals präsentiert werden. Möglich ist es auch, die Eltern für den Abschlussabend der Klassenfahrt einzuladen.

„Im Indianerdorf“ muss viel Platz für Tipi, Lagerfeuer und Co. sein. Nach Einteilung der Stammesmitglieder wird hier Indianerschmuck gebastelt, ein Tipi gebaut, am Lagerfeuer Stockbrot gebacken und gegessen und natürlich sind alle Mitglieder eines Stammes gleich bemalt. Das Programm wird durch Fährtensuche, Indianertanz, Indianertheater und mit Instrumenten und Gesängen ergänzt. Ob die Eltern ihrer Indianerkinder nach der Rückfahrt wieder erkennen?

Für die Klassenfahrt „Im Weltraum unterwegs“ bietet sich die Nähe zu einer Sternwarte oder einem Planetarium an. Doch auch in der Herberge kann hier vielfältig zum Thema gearbeitet werden. Nachdem, wenn möglich in Gruppen aufgeteilt, Informationen zu den Planeten zusammengetragen und vorgestellt wurden, kann hier ein vereinfachter Planetenpfad hergestellt werden. Dazu werden die Entfernungen im Maßstab 1 zu 2 Milliarden verkleinert, sodass der Planetenweg die Entfernungen auf einem von den Schülern zu bewältigenden Weg von 4,5 Kilometern abbildet und ihnen eine Größenvorstellung vermittelt, wie die Planeten im Weltraum zueinander stehen. Auch diese Klassenfahrt kann mit Spielen zum Thema beendet werden.

Marion Keil

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