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Distanzunterricht

Neue Impulse für Ihren Distanzunterricht in der Grundschule

Gerade im Grundschulbereich geht es darum, die Schüler/-innen im Distanzunterricht so gut es geht beim Lernen zu unterstützen. Mit unseren Praxistipps sind Sie für einen selbstständigen und aktivierenden Unterricht bestens ausgestattet.

Distanzunterricht: Neue Impulse für Ihren Distanzunterricht in der Grundschule Lehrer/-innen haben viele Möglichkeiten im Homeschooling © AntonioDiaz - stock.adobe.com

Wie hat sich der digitale Unterricht seit den Schulschließungen im März 2020 entwickelt? Und sind unsere Schulen im zweiten Lockdown besser für den Distanzunterricht gerüstet? Das ergründete das Robert-Bosch-Institut mit zwei Befragungen von jeweils über 1000 Lehrkräften im Rahmen eines Spezials zur Corona-Krise für das Deutsche Schulbarometer.

Die Ergebnisse der zweiten Befragung zeigten, dass „Lehrkräfte und Schulen (...) viel dazugelernt“ haben und vor allem im Online-Unterricht Fortschritte gemacht hätten, berichtete das Deutsche Schulportal am 13.01.2021 auf seiner Website. Klar werde aber auch, „dass noch vieles auf der Stelle tritt“ (ebd.). So gaben 73 Prozent der Lehrkräfte an Grundschulen an, dass die digitale Ausstattung für den Fernunterricht „weniger gut“ bzw. schlecht sei. Über eine „Lern- oder Arbeitsplattform“ verfügten 58 Prozent der Primarschulen und weitere 34 Prozent über technische Möglichkeiten für Unterricht per Video. Wie in allen Schularten ist das „Bottleneck“ eine „ausreichend starke Internetverbindung“, die nur 31 Prozent der Lehrkräfte attestierten und auch bei der Ausstattung der Schüler/-innen mit Laptops bzw. Tablets hakt es gewaltig: Nur 7 Prozent der Schulen sind hier gut aufgestellt.

Es gilt also im Grundschulbereich noch immer viele technische Klippen zu umschiffen. Doch auch wenn es am nötigen digitalen Equipment fehlt, sind sie mit den probaten Praxistipps in diesem Beitrag für einen klar strukturierten und aktivierenden Distanzunterricht gut gerüstet.

Spielend lernen mit dem Lehrerbüro

Hier in Ihrem Lehrerbüro nutzen Sie einen umfangreichen Materialpool mit spannenden Herausforderungen für Ihre Schüler/-innen, die Ihnen bei der Zusammenstellung von Aufgabenpaketen viel Vorbereitungszeit ersparen. Vor allem Lernspiele eignen sich im Distanzunterricht besonders gut. Einige Beispiele finden Sie unter diesem Beitrag verlinkt, etwa eines der vielen Logicals, bei denen die Kinder logisches Denken und Schlussfolgern üben. Für eine differenzierende Wochenplanarbeit bestens geeignet sind die 20 Bild-Leserätsel in drei unterschiedlichen Schweregraden „einfach“, „mittel“ und „schwer“.  Das sinnentnehmende Lesen fördern Sie mit kreativen Lesespurgeschichten. Detektivarbeit leisten die Schüler/-innen beim Besuch eines Escape Rooms. Um die Aufgaben auf den begleitenden Arbeitsblättern lösen zu können, beginnt ein aufregendes Abenteuer für die Kinder.

Mit dem Lehrerbüro ist es übrigens ganz einfach, die Aufgaben an Ihre Klasse zu verteilen. Einfach unter „Meine Einstellungen“ eine Lerngruppe anlegen und Sie erhalten einen Zugriffscode, den Sie an Ihre Schüler/-innen weitergeben. Um die Aufgaben einsehen zu können, registrieren sich die Kinder dann einfach unter www.meinelerngruppen.de und schon sind alle Aufgaben und Dokumente für die Schüler/-innen einsehbar. 

Homeschooling-Konzept bietet Orientierung für alle

Ein schuleinheitliches Homeschooling-Konzept gibt Kindern, Eltern und besonders auch Ihnen als Lehrkraft Sicherheit und Verbindlichkeit. Als Vorlage dafür könnte dabei das Konzept der Grundschule Birkenallee in Uetersen dienen. Es setzt sich zum Ziel, Schüler/-innen und Eltern so zu unterstützen, „dass alle die Mindestanforderungen erreichen können, ohne zu überfordern“. Es legt fest,

  • in welchen Fächern „verbindlich Wochenaufgaben zu stellen“ sind,
  • wie oft und auf welchen Kommunikationswegen die Lehrkräfte mit den Kinder Kontakt aufnehmen,
  • auf welchem Weg die Kinder/Eltern das Arbeitsmaterial erhalten,
  • in welchem Fach und wie lange pro Tag die Schüler/-innen die Pflichtaufgaben bearbeiten sollten und wie häufig die Arbeitsergebnisse in den Fächern „eingesammelt (...) und kontrolliert“ werden.

Besonders interessant im Muster-Konzept ist die Seite 12 des PDF-Files: Sie listet einige der typischen Probleme beim Fernunterricht und liefert dazu erprobte Lösungen: Bei einem begrenzten Datenvolumen für Dateianhänge in Mails empfiehlt sich z. B. die „Bereitstellung des Wochenplanes in Padlets/ Links zu Dropbox o.ä. [sic!]“.   Wenn Kinder nicht erreichbar sind oder keine Arbeitsergebnisse abgeben, besucht die Lehrkraft die Familie zu Hause.

Weiterführende Hinweise

25 Übungen aus den Bereichen Kraft, Koordination und Ausdauer für Grundschule stehen im Trainingsprogramm „Henriettas bewegte Schule“ zur Auswahl. – Das ist nur einer der vielen Links zu Sportangeboten auf der Website schulsport-hamburg.de.

Ideen für den Distanz-Unterricht bei Spaziergängen an der frischen Luft hat die Nürnberger Elterninitiative Naturtalente auf ihrer Website gesammelt. 

Eine umfangreiche Liste mit Tools und Materialsammlungen für den Online-Unterricht hat Nina Brandau, Referentin für Bildungspolitik Bitkom e. V., hier zusammengestellt.

Und noch ein guter Tipp der Grundschule Birkenallee: Für Videokonferenzzeiten gibt es einen festen Stundenplan. Dabei wird darauf geachtet, dass Überschneidungen zwischen unterschiedlichen Klassen vermieden werden. Wichtig ist das, wenn mehrere Geschwisterkinder unterschiedliche Klassen der Grundschule besuchen, aber nur ein onlinefähiges Endgerät vorhanden ist.

Kinder zu Bewegung animieren

In Distanzunterrichts-Phasen ist der Bewegungsradius der Kinder eingeschränkt: Sie sitzen viel und verbringen wenig oder keine Zeit mit Freunden bzw. im Freien. Oft liegen auch bei anderen Familienmitgliedern die Nerven blank und der Stresspegel steigt. Regelmäßige Bewegungs- und Entspannungspausen sollten deshalb in Homeschooling-Phasen einen festen Platz bekommen. Eine Möglichkeit dazu bietet der Videokanal des Basketballbundesligisten ALBA Berlin. Mit einfachen Sportgeräten und Materialien bringen die Jugendtrainer/-innen des Vereins die Kinder in ihrer täglichen Sportstunde auf Trab. Die Sporteinheiten dauern 20 bis 25 Minuten und widmen sich meist einem bestimmten Thema. Dazu gehören z.B. „Wir jonglieren“, „Koordination und Rhythmus“ oder „Hacky Sack – Das Spiegel-Spiel“. Zu Beginn gibt es immer eine Aufwärmphase mit Sport- und Dehnübungen, danach Spiele oder „technische“ Übungen, zum Beispiel mit dem Hacky Sack, einem mit Linsen gefüllten Luftballon oder Strumpf. Wie man so einen Hacky Sack einfach und schnell basteln kann, zeigt übrigens diese ALBA-Sportstunde. Hier sehen die Kinder auch, dass die Geschicklichkeitsübungen mit dem Säckchen gar nicht so leicht sind, denn auch den Trainern gelingt bei weitem nicht alles auf Anhieb. Da heißt es „üben, üben, üben” – bis die Tricks sitzen. Das erfordert nicht nur Geduld, Konzentration und Koordination, sondern auch ein gewisses Maß an Frustrationstoleranz.

Mit einfachen Tools selbstständiges Arbeiten fördern

Viele Eltern sind berufstätig oder haben aus anderen Gründen nicht allzu viel zeitliche Kapazitäten, um ihren Kindern zur Seite zu stehen. Doch wie können Sie als Lehrkraft Ihre Schüler/-innen beim eigenständigen Lernen und Arbeiten unterstützen? Hier helfen ein paar einfache Organisationhilfen, die übersichtlich auf der Website Distanzunterricht in Bayern aufgeführt sind. Das Lerntagebuch und den Tagesplan mit Elternfeedback erläutern wir hier kurz 

  • Lerntagebuch:  Hier tragen die Schüler/-innen das Lernthema in eine Spalte ein und geben mit Smileys Feedback darüber, ob sie die Aufgabe eigenständig lösen konnten, Hilfe brauchten oder ob sie eine Aufgabe nicht verstanden haben. 
  • „Tagesplan mit Elternfeedback“: Damit haken die Kinder erledigte Aufgaben ab. Die Eltern geben Auskunft darüber, wie selbstständig und konzentriert ihr Kind gearbeitet und wie viele Minuten/Stunden es dafür gebraucht hat.

Lerntagebuch und Elternfeedback sind wichtige Instrumente, um die Arbeitsbelastung Ihrer Schüler/-innen einzuschätzen und gegebenenfalls zu regulieren. Und mit der „Checkliste für Schüler/-innen“, die Sie ebenfalls unter den verlinkten Organisationshilfen finden, überprüfen die Kinder am Ende des Tages, ob sie gut für den nächsten Tag vorbereitet sind. Hausaufgaben fertig? Gelernt und geübt für einen bevorstehenden Test? Federmäppchen und Schulranzen komplett und ordentlich? Dann kann der nächste Homeschooling-Tag kommen.

Martina Niekrawietz

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