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Schuljahresbeginn

Schule und Unterricht effektiv planen und organisieren

Die Unterrichtsorganisation erfordert sowohl eine langfristige Planung als auch eine Planung von Unterrichtseinheiten. An vieles muss zu Beginn des neuen Schuljahres gedacht werden. Dies erfordert ein hohes Maß an Selbstmanagement des Lehrers, das sich durch effektive Planung gut organisieren lässt.

Schuljahresbeginn: Schule und Unterricht effektiv planen und organisieren Eine frühe und detaillierte Unterrichtsplanung erleichtert den Unterrichtsalltag immens © Cherries - Fotolia.com

„Ein Lehrer muss ein Manager seines Unterrichts sein.“ Dieser Satz einer Kollegin ist sicher richtig, denn es sind einige Maßnahmen zu treffen, um alle Lerninhalte und Schüler zu bedenken. Ein gut organisiertes und strukturiertes Arbeiten des Lehrers hilft, den Überblick zu behalten. Arbeitsgrundlage des Lehrers ist meist das Lehrwerk für die Schüler. Diese Entscheidung wird oftmals in der Schule von parallel arbeitenden Lehrern oder dem Gesamtkollegium getroffen. Vor dieser Entscheidung sollte überlegt werden: Bietet das Lehrwerk Spielraum für meine Methoden wie etwa gleichschrittiges oder selbständiges Vorgehen der Schüler und für die Einbindung von freien Arbeitsformen wie Stationsarbeit, Wochenplan etc.? Sind die Seiten und Anweisungen für die Kinder verständlich, mit wenigen, aber verständlichen Erklärungen, Beispielbildern und nur einem Lerninhalt pro Seite?

Langfristige Planung: Stoffverteilung

Ist die Entscheidung für das Lehrwerk getroffen, so kann die Planung beginnen. Stoffverteilungen sind etwas aus der Mode gekommen, vielmehr bieten sie auf den ersten Blick wenig Spielraum für nötige Kürzung oder Verlängerung von Unterrichtseinheiten. Doch hilfreich und empfehlenswert sind sie mit folgenden Überlegungen:

  1. Planung mit einem digitalen Schuljahresplaner mit allen nötigen Fächern zur Koordination, in dem eine Verschiebung der Lerninhalte jederzeit, einfach und schnell am PC möglich und einsehbar ist (so werden die Einheiten nicht aus den Augen gelassen).
  2. Direkte Übersicht aller im Schuljahr erforderlichen Einheiten, mit Einschätzung der zeitlichen Dimension und zur Einheit geplanten Übungsarbeiten, Lernkontrollen, Klassenarbeiten, Referaten, Lesetagebüchern, Diagnostik und Tests.
  3. Frühzeitig mögliche Einplanung von Ferien, „kurzen“ Wochen, speziellen Events wie Projektwoche, Klassenfahrt, Ausflug etc.
  4. Bessere Planung der zeitlichen Abfolge von Leistungsmessungen, besonders in höheren Jahrgängen bessere Koordination in den Hauptfächern.

Durch die flexible digitale Gestaltung wird an alle Details gedacht. Es bietet dem Lehrer aber auch bei spontanen und nötigen Verschiebungen (bspw. der Verlängerung einer Einheit durch Ausfälle, nötige Überarbeitung, weil die Kinder den Lernstoff noch nicht verinnerlicht haben etc.) eine schnelle Übersicht.

Planung einer Unterrichtseinheit

Viele Lehrer planen von Tag zu Tag. Dieses Vorgehen ist sicher sinnvoll, um auf die Schülerbedürfnisse einzugehen. Doch gleichzeitig ist dieses Vorgehen auch zeitaufwändig und bedarf der täglichen Vorbereitung. Einige Lehrer favorisieren daher die Gesamtplanung einer ganzen Einheit und verschieben oder verändern lieber spontan den Gesamtplan.

Dies ist oftmals weniger zeitraubend. Man hat alle benötigten Arbeitsblätter und nötigen Materialien komplett im Überblick. Auch können Materialien und alle dazu notwenigen Kopien (oft auch als getackertes Heft, um tägliche Abheftarbeit und verlorene Blätter zu ersparen) auf einmal erstellt werden und das tägliche Anstehen am Kopierer entfällt. Spontan kann Material dazugegeben oder weggelassen werden, je nach Bedarf.

Auch eine Differenzierung sollte schon zuvor überlegt und die Kinder nach Leistung, ihren Vorstellungen oder Lehrermeinung eingeteilt werden. Dies bedeutet zwar — ähnlich wie bei Stationen — eine Mehrarbeit an einigen Tagen oder am Wochenende, doch kommt man täglich entspannt zur Schule und aus der Schule, weil bereits klar ist, was morgen ansteht.

Sinnvoll ist bei anstehenden schriftlichen Leistungen dies auch während der Planungsphase mit einzuplanen, um die Kinder von Beginn an auf die bevorstehenden Aufgaben vorbereiten, hinweisen und einstimmen zu können. Bei diesem Verfahren, in welchem die Tests natürlich auch im Nachhinein noch angepasst werden können, werden die Lernziele bereits im Vorfeld abgesteckt und ein spontanes „Was können sie denn?“ entfällt zugunsten einer objektiven Voreinschätzung und Absteckung der eigentlichen Lernziele des Lehrers.

Lehrerkalender

Sehr hilfreich ist das Führen eines Lehrerkalenders, in dem die täglichen Stundenziele, Unterrichtsinhalte, Hausaufgaben und vieles mehr festgehalten werden kann. Im Lehrerkalender kann neben der täglichen Zeile für Unterricht folgendes eingetragen sein: eigener Stundenplan und der von der Klasse, Telefonliste mit Geburtsdatum, Adressen und Notfallnummern der Kinder, Schulstundenplan, Aufsichtsplan, wichtigen Daten, Stoffverteilungsplan, Konferenztermine, Adressen von Kollegen und Schulkooperatoren wie Schulpsychologe, Bus, Jugendwaldheim, Nachbarschulen, Kindergärten, Krisenhotline der Schulen, Erste-Hilfe-Plakat, Notizen für geplante Elternabende, Aufteilliste der Klassen für Vertretung, Jahresplaner mit Schulaktionen, Übersicht der wichtigsten Schulprogrammänderungen, rechtliche Bestimmung zu Leistungsbewertungen, absolvierte Fortbildungen, Fehltage der Kinder, Schulordnung, Pausenhofregeln und sonstige Lehrervereinbarungen zum Nachschlagen, Ausleihliste, Klassenorganisationsliste, vereinbarte Diagnostikliste des Kollegiums, Curriculumabsprachen, evtl. versteckt Passwörter für Schulsoftware, Klassenlisten zum Abhaken, Gesprächsprotokolle mit Gesprächen und Telefonaten mit Eltern mit Datum und Inhalt, Förderstundenkinder, Betreuungskinder, AG-Kinder.

So ist der Lehrerkalender nicht nur Unterrichtsplanung, sondern auch Nachschlagewerk, Adressbuch und Mitteilungsbuch für alle notwendigen Schulbelange, die man nicht im Kopf behalten kann, für den Schulalltag aber schnell zur Hand haben möchte. So vorbereitet kann dann das nächste Schuljahr kommen — und man bleibt als Lehrer entspannt.

Marion Keil

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