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Coronavirus

Schule zu? Tipps & Tools fürs virtuelle Klassenzimmer

Wenn Schulen schließen, öffnet das virtuelle Klassenzimmer – und wir zeigen Ihnen, wie es geht. Inzwischen gibt es viele Möglichkeiten, Unterricht digital zu gestalten. Ganz neue Lern- und Lehrerfahrungen werden damit möglich.

Coronavirus: Schule zu? Tipps & Tools fürs virtuelle Klassenzimmer Wenn Schulen schließen, können Lehrkräfte auf virtuelle Klassenzimmer ausweichen © momius - stock.adobe.com

Nils Feigl ist Lehrer an einer deutschen Schule in Seoul. Da die Schulen in Südkorea wegen der Corona-Gefahr geschlossen sind, unterrichtet er seine Schüler jetzt von zu Hause aus per Internet. „Die Schüler sind gut dabei, die Lehrer geben sich Mühe, man probiert neue Sachen aus“, erzählt er in NDR-Info am 12.03.2020. Er sieht darin auch „eine Chance, mal was anderes zu machen“.

Auch die Lehrkräfte in Deutschland erleben in Zeiten des Coronavirus, dass ihre Schulen von einem auf den anderen Tag schließen. Und dann läuft das Lernen und Lehren plötzlich nur noch übers Internet. Die folgenden Tipps und Tools aus dem Netz helfen Ihnen dabei.

Cloud-Systeme ersetzen den Klassenraum

Viele Lehrer in Bayern sind mit den Online-Angeboten von mebis sehr gut aufgestellt: Sie finden da neben Anregungen und Informationen zu Medienerziehung und -didaktik eine umfangreiche Mediathek mit über 60.000 qualitativ hochwertigen Video- und Audioinhalten. Auf der mebis-Lernplattform gestalten Lehrende digital gestützten Unterricht und organisieren Lernvorgänge in digitalen Kursen, kommunizieren mit ihren Schülern und nutzen eine „Vielzahl an Materialien und Aktivitäten, von der Aufgabe oder Abstimmung über den Chat bis zur Testerstellung“ (ebd.). Die mebis-Tafel ermöglicht „anschauliche und interaktive digitale Tafelbilder“ mit handschriftlichen Notizen, interaktiven Inhalten aus der mebis-Lernplattform, Videos, PDF-Dokumenten u.v.m.

In vielen anderen Ländern haben sich Schulen für Microsoft Teams entschieden. Auch in diesem virtuellen Klassenzimmer können „Schüler, Lehrkräfte und Mitarbeiter (...) nahtlos zusammenarbeiten, Inhalte erstellen und Ressourcen teilen – über eine einzelne, leicht erlern- und nutzbare Plattform“, so heißt es auf der Website.

Auch haben Sie als Lehrerbüro-Mitglied die Möglichkeit, über „Meine Lerngruppen“ Ihren Schülern die verschiedensten Arbeits- und Unterrichtsmaterialien zur Verfügung zu stellen, die diese dann zu Hause bearbeiten und Ihnen wieder bearbeitet hochladen können. Das können Sie terminieren, sodass Sie immer überprüfen können, ob Ihre Schüler gearbeitet haben.

Weitere Tools und Plattformen für den digitalen Unterricht

Für Lehrer, die „bisher keine Berührungspunkte mit digitalem Unterricht haben“, stellt Lehrerblogger „Netzlehrer“ weitere Möglichkeiten vor:
Etherpads sind Dokumente, die man „von überall“ kollaborativ bearbeiten kann. Was die User damit alles machen können und welche exemplarischen Einsatzmöglichkeiten es dafür in der Schule gibt, fassen die Autoren der Website „Medien in die Schule“ für Sie zusammen.

Ein Padlet ist eine digitale Leinwand, auf der Sie mit Ihren Schülern kollaborativ arbeiten können. Zudem lassen sich damit Inhalte strukturieren und kommentieren. Ideal zum Beispiel für das Posten von Aufgaben, die die Schüler dann per Post beantworten. Welche weiteren Möglichkeiten diese digitale Pinnwand Ihnen eröffnet, bringt Jens Lindström in diesem „App-Tipp“ auf der Website des Deutschen Schulportals für Sie auf den Punkt.
Und noch ein Tool für kollaboratives Arbeiten: Mit der Instant-Blogging-Seite Telegra.ph erstellen Schüler „in einer sehr einfachen, niedrigschwelligen Weise“ Präsentationen, die sie mit anderen teilen können.

Endgeräteunabhängige Tools für den Unterricht

Auf der – auch ansonsten hochinformativen – Website DigitaleSchule.Bayern stellen die Dozenten der Lehrerfortbildungen an der Realschule Gauting zahlreiche Tools vor, die Ihren digitalen Unterricht bereichern. Wenn Ihre Schüler zu Hause mit unterschiedlichen Endgeräten arbeiten, finden Sie unter diesem Stichwort bei Tobias Frischholz gute Anregungen.

Weiterführende Informationen

„Alles über digitale Medien und ihre Einsatzmöglichkeiten im Unterricht“ verraten Steffen Wardemann und Amelie Klinger auf der Website unterricht-digital.info.

Im „digitalen Werkzeugkasten“ auf der Website „sofatutor“ finden Sie eine umfangreiche Liste „der besten Apps und Tools rund um den Schulunterricht".

Blogs, E-Portfolios, digitale Pinnwände ... – der oben verlinkte Methodenkoffer SGL informiert Sie strukturiert über viele weitere Möglichkeiten für einen abwechslungsreichen Online-Unterricht.

Agiles Lernen bedeutet, Lernmethoden und -tools aus der Wirtschaft auf die Schule übertragen. Kanban etwa ist „eine Methode für die selbstgesteuerte Projektarbeit“. Während ihre Schüler damit ihren Lernprozess visualisieren, können Sie sie dabei „moderieren und unterstützen“. Wie und wofür Sie diese Methode im digitalen Unterricht nutzen, verdeutlicht Tobias Frischholz auf der Website „Wegweiser Digitale Schule“. Neben Etherpad und Padlet ist Trello dafür ein geeignetes Werkzeug.

Auf der Website DigitaleSchule.Bayern stellt Ihnen Tobias Frischholz viele weitere nützliche Tools mit Links zu vertiefenden Informationen vor, z. B. die Feedback-Tools frag.jetzt oder QWIQR. mit dem man einen QR-Code scannen und einen Text aufsprechen kann. Interessant auch der YouTube-Wrapper Invidious, der – anders als YouTube – auf Videoempfehlungen, Werbeeinblendungen und optische Ablenkungen verzichtet.

Sich hören und sehen im virtuellen Klassenzimmer

Zeitgleich kommunizieren in einem virtuellen Raum – das geht im virtuellen Klassenzimmer. Schüler und Lehrer loggen sich an ihrem eigenen Endgerät ein und sind per Video, Ton und Chat verbunden. Zudem können z. B. Powerpoint-Folien oder ein interaktives Whiteboard genutzt werden. Konferenzen, Beratungen oder Webinare – vieles ist im virtuellen Klassenzimmer möglich.

Auf der Website „Methodenkoffer SGL“ verschaffen Sie sich den schnellen Überblick über die unterschiedlichen Tools und ihre Funktionalitäten. Sie sehen zudem, was die oft kostenfreien Grundversionen leisten. So ist beispielsweise die deutsche Webinarplattform edudip.com in der kostenlosen Variante auf 10 Teilnehmer und eine Webinarlänge von 45 Minuten begrenzt. Bei vielen Anbietern müssen sich die User auch registrieren, zum Beispiel bei Skype, das auch schon einmal durch eine Abhöraffäre in die Schlagzeilen geriet.

Ein Lehrerblog mit Schwerpunkt digitaler Unterricht

Simon Häusermann versorgt Sie in seinem Blog „digital unterrichten“ mit praktischen „Tipps & Tricks aus der digitalen Schulpraxis".
Hier lernen Sie zum Beispiel G-Suite kennen, „eine mächtige Sammlung von Online-Tools (...), die Schulen kostenlos nutzen“. Hier können Sie für jeden Schüler eine E-Mailadresse einrichten, die dann für Hunderte von Diensten im Netz genutzt werden kann. Unlimitierten Speicherplatz bietet der Cloud-Speicher Google Drive, und zusammen mit Google Classroom haben Sie damit die „perfekten Hilfsmittel für eine digitale Lernumgebung“.

Fast alle digitalen Google-Tools sind kostenfrei nutzbar – der User bezahlt praktisch mit seinen Daten. Hier sollten Sie sich vorher mit dem Datenschutzbeauftragten Ihrer Schule kurzschließen und abklären, ob ggf. auch das Einverständnis der Eltern bzw. Schüler eingeholt werden muss.

Unter der Rubrik Erklärvideos listet Häusermann eine Vielzahl von Angeboten im Netz auf. Ergänzend dazu informiert Sie der unten verlinkte Beitrag hier im Lehrerbüro über die „Guten“, die auch für die Methode Flipped Classroom geeignet sind.

In Ihrem Lehrerbüro sind Sie in jedem Fall mit vielen Anregungen und Arbeitsblättern für Ihre Zeit im Homeoffice versorgt. Und bestimmt können Sie – wie Lehrer Nils Feigl von der deutschen Schule in Seoul – auch die Vorzüge dieser besonderen Arbeitssituation genießen: Wann kann man sich schon während einer Unterrichtsstunde einfach einen Kaffee aus der Küche holen?

Martina Niekrawietz

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