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Klassenfahrten

Spiele für unterwegs

Kein Handy dabei und trotzdem Spaß? Mit einem breiten Repertoire von Spielen sind Lehrer für die Klassenfahrt gerüstet. — Zahlreiche Websites bieten dafür gut strukturierte Ideensammlungen, oft sogar mit detaillierter Suche nach Kriterien wie Alter, Gruppengröße, Anzahl der Betreuer, Intention usw.

Klassenfahrten: Spiele für unterwegs Ein kleiner Fundus an Gesellschaftsspielen sollte auf keiner Klassenreise fehlen © M. Schuppich - Fotolia.com

Keine Smartphones, Laptops, Tablets und Spielekonsolen auf Klassenfahrten — mit diesem Grundsatz stoßen Lehrer bei Schülern der Sekundarstufe vermutlich auf wenig Gegenliebe. Das zweiminütige Video „I Forgot My Phone“, das bei YouTube mittlerweile fast 50 Millionen Klicks hat, leistet mit starken Bildern Überzeugungsarbeit: „Phubbing“ (= unhöfliches Surfen in Gegenwart anderer) in jeder Lebenslage stößt nicht nur andere vor den Kopf, sondern verhindert Kommunikation, zwischenmenschliche Beziehungen und gemeinsame Erlebnisse. Spiele (natürlich „face-to-face“, ohne elektronische Hilfsmittel) erzielen den gegenteiligen Effekt. — Gerade eine Klassenreise bietet viele Gelegenheiten für diese Erfahrung.

Meist beginnt die Reise mit einer längeren Busfahrt. Doch welche Spiele eignen sich in dieser beengten Situation? — Diese Frage stellen nicht nur Schüler häufig in Ratgeber-Communities, sondern auch manche Junglehrer, die zum ersten Mal als Begleiter dabei sind.

Spiele für lange Busreisen

Ein Video auf helpster.de erklärt typische Busspiele in noch nicht einmal zwei Minuten. Die Website urlaub-busreisen.de nennt einige „Klassiker“ für zwei Spieler: „Stadt — Land — Fluss“ (mit „exotischen“ Kategorien wie „Popband“, „Filmtitel“ oder „Sportler“ beliebig variierbar), „Ich sehe was, was du nicht siehst“ oder aus den Kennzeichen vorbeifahrender Autos Sätze bilden.

Ein einfaches Spiel für die ganze Klasse ist „Bingo mit Autokennzeichen“: Dafür schreiben die Schüler zehn unterschiedliche Städtekennzeichen (am besten entlang der Reiseroute) auf einen Zettel. Gewonnen hat, wer zuerst zehn Autos mit den entsprechenden Kennzeichen gesehen hat.

Reihum möglichst schnell bis Hundert zählen ist ebenfalls ein spannendes und doch einfaches Gruppenspiel, das im Bus gespielt werden kann. Auch Ratespiele (Black Stories etc.) oder das altbekannte Spiel „Teekesselchen“, bei dem gleichklingende Wörter (Homonyme) mit unterschiedlichen Bedeutungen erraten werden müssen, eignen sich gut für die Busfahrt (linke Sitzreihe gegen rechte Sitzreihe).Weitere Anregungen für Busspiele finden sich auf praxis-jugendarbeit.de.

Das passende Spiel für jede Gelegenheit

Gibt es Gruppenaufenthaltsräume? Das ist — etwa im Hinblick auf mögliche Regentage oder auf eine sinnvolle Abendgestaltung — sicherlich ein wichtiges Auswahlkriterium für das „Quartier“. Jugendherbergen, Hostels etc. bieten in der Regel einen Raum mit Freizeitgeräten an: Kicker, Tischtennisplatten usw. könnten dann für ein Klassenturnier genutzt werden. Nachteil: An den Geräten können nicht alle Schüler gleichzeitig spielen, sodass man sich für die Wartenden weitere „Stationen“ ausdenken muss.

Einige gute Ideen dafür oder auch einfach nur für Spiele in einem größeren Raum ohne weitere Ausstattung bietet die Website der deutschen Jugendherbergen: Die meisten Spiele eignen sich auch für beengte räumliche Verhältnisse und erfordern „wenig Material und Aufwand“, wie zum Beispiel das Geschicklichkeitsspiel „Ping-Pong-Ball-Transport“, der „Kartoffelschäl-Wettbewerb“ oder das „Schlangesitzen“.

Die umfangreiche Spielesammlung auf der Website der DLRG-Jugend ist bestens geeignet, um passende Spiele mit bestimmten Funktionen zu finden: „Anschuggerle“ (bringen die Gruppe „in Fahrt“), „Fillings“ (zur Auflockerung), abendfüllende Spiele, Geländespiele für draußen, Olympiaden usw.

Spieledatenbanken für eine gezielte Suche

Wikipedia bietet ein Spiele-Portal mit einer Überblicksseite, die zu bestimmten Spielkategorien verlinkt, zum Beispiel zu Geschicklichkeits-, Gedulds-, Party- oder kooperativen Spielen.

Spieledatenbanken helfen bei der gezielten Suche nach bestimmten Kriterien, wie Gruppengröße, Alter der Schüler, Örtlichkeit, Anzahl der Begleitpersonen etc. Über 280 Spiele enthält die Spiele-Datenbank, bei der man die Suche per Pfeilmenu spezifizieren kann. Hier gibt es auch Nacht- und „Verarschungsspiele“, die bei Kindern und Jugendlichen besonders beliebt sind. Auch nach Vorbereitungsaufwand und „Actionfaktor“ kann differenziert werden. Auf der Schweizer Website spielboerse.ch gelangt der Besucher ebenfalls über eine detaillierte Suchmaske schnell zu Spielen für drinnen und draußen.

Eine ergiebige Quelle für Spiele — auch für den Unterricht — ist die Website „Schulleben und Unterricht demokratisch gestalten“ des Sächsischen Instituts für Bildung und Schulentwicklung. Besonders reich bestückt ist dabei die Rubrik „Kooperations- und Kommunikationsspiele“.

Zahlreiche weitere Webseiten mit funktionsbezogenen Spielesammlungen (z. B. Kennenlernspiele, historische Spiele, Spiele von gestern für Kinder von heute“ liefert das Portal autenrieths.de.

Unbedingt sinnvoll ist es auch, bei der Auswahl von Spielen die Schüler einzubinden. Steht erst einmal das „Programm“ für die Klassenfahrt fest, wird auch schnell offensichtlich, wie viel Zeit für spielerische Aktivitäten bleibt. Dabei lassen sich verschiedene Aufgaben auch an unterschiedliche Gruppen verteilen: zum Beispiel die Gestaltung eines „bunten Abends“, eines Regentages oder einer Nachtwanderung. — Das macht Spaß, stärkt die Klassengemeinschaft und fördert nebenbei auch noch die Kooperationsfähigkeit der Schüler.

Martina Niekrawietz

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