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Förderung der Konzentration

Mit der Rennfahrer Übung in die Steilkurve der Konzentration

Wie bleiben unkonzentrierte und unruhige Kinder bei ihrer Arbeit? Diese Frage entsteht im Alltag recht häufig. Eine Möglichkeit ist die Übung des Rennfahrers. Regelmäßig eingesetzt, zeigt sie sehr positive Effekte. 

Förderung der Konzentration: Mit der Rennfahrer Übung in die Steilkurve der Konzentration Die Rennfahrer Übung schult die Konzentration © Westend61 - stock.adobe.com

Vielleicht halten Sie die Überschrift für übertrieben, aber weit  gefehlt: Mit der Übung „Rennfahrer“ können sich ihre Schülerinnen und Schüler eine gediegene und nachhaltige Konzentration aufbauen. Diese ist mit regelmäßiger Übung so effektiv, dass gerade auch sehr unruhige und unkonzentrierte Kinder bei ihrer Arbeit bleiben und Ablenkung seitens ihrer Nachbarn, Geräusche oder sonstiger Art einfach abschalten können.

Die Rennfahrer Übung ist das Herzstück der Teschler Lernförderung in Bezug auf den gezielten und bleibenden Konzentrationsaufbau von Lernenden. Die Begründer der körperorientierten Methode Frauke und Wilfried Teschler haben sich sehr lange und intensiv mit den notwendigen, ganzheitlichen Erfordernissen einer stabilen Konzentration auseinandergesetzt, und diese in kindgerechte Körperübungen gebracht. Die Wirksamkeit ist frappierend. 

Nehme ich die Haltung der Übung „Rennfahrer“ ein, so bin ich in der Idealhaltung von „Konzentration“. Ich bin fokussiert, auf mein Vorhaben ausgerichtet, ich habe die „Zügel“ meiner Handlung in der Hand. Ich bin wach und was links und rechts von mir passiert interessiert mich nicht.

Weiterführende Literaturtipps

F. Teschler und M. Jürgensen, Konzentration leicht gemacht- Effektive Übungen für zu Hause und Schule, mit denen ihr Kind zu Konzentration und Aufmerksamkeit findet, Teschler Verlag (2021)

Interessanter Weblink zum Video mit der Übung „Rennfahrer“: [Abruf: 15.12.2021]

Natürlich schaffen es die meisten Kinder nicht gleich auf Anhieb die Haltung in der idealen Weise einzunehmen und diese zwei bis drei Minuten zu halten. Das ist ganz normal. Die Entwicklung zunehmender Konzentration bei den Kindern entsteht aus der Überwindung der Diskrepanz zwischen ihrem derzeitigen körperlichen Vermögen die Haltung einzunehmen (= Zustand derzeitiger Konzentration) und dem geforderten Idealzustand der Haltung (= Idealzustand der Konzentration, volle Aufmerksamkeit auf mein Vorhaben). Beobachtet man die Kinder beim Einnehmen der Haltung, so zeigen sich oft ganz ähnliche Verhaltensweisen, Ausflüchte oder Äußerungen wie in schulischen Situationen in denen Konzentration verlangt wird. Beispiele: 

  • Schnelles Herausgehen aus der Haltung: 
    Das sind oft Kinder, die ihre Aufgaben kaum angefangen haben und schon wieder eine Frage stellen. Typisch ist auch, dass sie es selten schaffen den Aufgabentext selbstständig zu lesen und daher erst gar nicht ins Arbeiten kommen. Kinder, die sich wenig zutrauen oder es gewohnt sind, dass immer ein Erwachsener ihnen die Schwierigkeiten aus dem Weg räumt.
  • „Das ist so anstrengend“ oder „oh nee. Das kann ich nicht“ sagen:
    Das sind meist Kinder, die Probleme mit der Ausdauer haben und grundsätzlich zu viel oder zu wenig Körperspannung haben. Diese äußern während der Übung auch die gleichen Wörter oder Ausrufe wie bei schriftlichen Aufgaben, die selbstständig ausgeführt werden sollen.

Die Übung: der Rennfahrer

Ziel: Ablenkung überwinden und allgemeine Konzentrationsfähigkeit aufbauen

Es ist wunderbar zu beobachten, wie die meisten Kinder in doch recht kurzer Zeit die korrekte Form der Übung einnehmen können. Auch wie ihr Ehrgeiz geweckt wird: Wer kann es denn länger halten. Konkurrenz kann hat an dieser Stelle durchaus motivierende Seiten haben. Mit jeder noch so kleinen Übungssequenz arbeiten sich die Schülerinnen und Schüler immer ein Stückchen mehr in ihre Steilkurve der Konzentration hinein. 
Nachdem Sie den Rennfahrer selbst gut kennengelernt haben, können Sie die Übung im gemeinsamen Morgenkreis oder im Förderunterricht einführen, im Sportunterricht ausprobieren oder auch an die OGS weitergeben. Finden Sie Ihren Modus, der zu Ihrer Klasse passt.

 

Effekte der Rennfahrer Übung

Die Zeit, die Sie mit dieser Übung im Unterricht verbringen, zahlt sich vielfach aus. Es gibt sicherlich keine Wunder, aber zusehends mehr aufmerksame und kreativere Kinder mit mehr Körperbewusstsein. Denn durch das kurze Reflektieren beispielsweise mit den Fragen „Wie ging es dir in der Übung“,  “Wie geht es dir jetzt?“ kommt der Fokus automatisch auf das eigene Körperempfinden. Das führt meist zu einer verbesserten Selbstwahrnehmung, auch was das eigene unkonzentrierte Verhalten angeht. Ich habe es schon erlebt, dass  Schülerinnen und Schüler fragten, ob sie mal kurz in den Flur oder in die Spieleecke gehen dürfen, um den Rennfahrer zu machen. Strahlend und wieder mehr bei sich, kehrten Sie danach an ihren Platz zurück und konnten wieder arbeiten. Denn, kein Schüler oder Schülerin ist daran interessiert abgelenkt oder unkonzentriert zu sein!

So, jetzt wünsche ich Ihnen viel Spaß und Erfolg beim Erproben des Rennfahrers. Bahn frei für eine starke Konzentration ihrer Schülerinne und Schüler! Sie möchten die Konzentration weiter stärken? Dann schauen Sie gleich in die folgenden Artikel. Dort finden Sie weitere Übungen. 

Christine Frank

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