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Unterrichtsideen

„Mein 100. Schultag“ – eine Klassenfeier mit Lerneffekt

„Man muss die Feste feiern, wie sie fallen“, sagt Lehrerbloggerin Britta Fuchs und hat eine geniale Idee: Sie begeht mit ihrer Klasse den 100. Schultag in der Grundschule mit Lernstationen, an denen die Zahl 100 die Hauptrolle spielt.

Unterrichtsideen: „Mein 100. Schultag“ – eine Klassenfeier mit Lerneffekt Der 100. Schultag muss gefeiert werden — mit lustigen Aufgaben rund um die Zahl 100 © Jenny - stock.adobe.com

Oft sind die spontansten Ideen die besten. – Einfach nur so hatte Lehrerin Britta Fuchs in ihrem Lehrerkalender den 100. Schultag des Jahres markiert. Und als sie sich am 99. Tag an die Unterrichtsvorbereitung machte, wusste sie plötzlich: „Wir machen mal was anderes“, erzählt sie in ihrem Beitrag im Klett-Grundschul-Blog, in dem verschiedene Lehrkräfte ihre besten Ideen für den Gemeinsamen Unterricht präsentieren. Kurzerhand plante sie eine Stationenarbeit, bei der sich alles um die Zahl 100 dreht.

Lernstationen in einer ersten Klasse, das Thema 100, das eigentlich erst in der 2. Klasse durchgenommen wird, und das noch dazu mit Kindern, die sehr unterschiedliche Lernvoraussetzungen mitbringen – das ist schon ein ambitioniertes Vorhaben. Doch wie’s der Zufall wollte hatte Lehrerin Britta Fuchs an diesem Tag reichlich kollegiale Unterstützung: Neben der Schulsozialpädagogin halfen auch noch eine ehemalige Kollegin und die FSJlerin der Schule. 

Die Schüler der Klasse waren „gleich Feuer und Flamme“, als ihnen ihre Lehrerin vorschlug, den 100. Schultag zu feiern. Nach einem kurzen Klassengespräch über diesen besonderen Tag zählen Kinder und Erwachsene gemeinsam bis 100. Dann macht Britta Fuchs eine Übung, bei der die Kinder auch gleich zur Ruhe kommen: Jedes Kind schließt die Augen und hebt nach geschätzt 100 Sekunden die Hand. „Gar nicht so einfach, die Zeit abzuschätzen“, stellt die Lehrerin fest. 

Ein „Fahrkartensystem“ für gleichmäßige Verteilung

Nach dem Einstieg verteilen sich die Kinder auf die fünf Stationen, die Britta Fuchs am Vortag „noch schnell vorbereiten konnte“. Mit einem „Fahrkartensystem“ gewährleistet die Lehrkraft, dass alles geordnet abläuft: „Jede Station bekommt eine bestimmte Anzahl an Fahrkarten. Sind alle Fahrkarten vergeben, kann kein anderes Kind die Station bearbeiten.“ Als „Fahrkarten“ könnten Sie auch direkt die jeweiligen Aufgabenbeschreibungen nutzen, die Sie für die Kinder an einem Tisch auslegen. Nacheinander stellen sich die Kinder an und jede Schülerin/jeder Schüler darf sich eine Aufgabe nehmen und stellt sich danach wieder hinten an.

Das gibt Ihnen auch die Möglichkeit, bei zieldifferenten Aufgaben dafür zu sorgen, dass jedes Kind nur diejenigen Stationen bearbeitet, die seinem Lernstand entsprechen.

Fünf Mal die 100 aktiv erkunden

Fünf Stationen (in den untenstehenden Absätzen finden Sie viele weitere gute Ideen) sind vorbereitet, an denen die Schüler/-innen die Zahl 100 aktiv erkunden. Bereits fertige Vorlagen zu den verschiedenen Aufgaben stehen zum Download bereit (Link s. o.). So müssen Sie die Vorlagen nur noch im Klassensatz ausdrucken.

  1. An dieser Station setzen die Kinder dem Jubiläumsschultag die Krone auf: Die Umrisse der 100-Tage-Schulkind-Krone sind entweder bereits fertig auf 160-g-Papier kopiert, oder die Kinder zeichnen die Umrisse mithilfe einer Schablone auf. Dann ausschneiden, bemalen, zusammenkleben – fertig.
  2. Genauso basteln sich die Kinder eine Brille aus der Zahl 100, bei der man durch die beiden Nullen gucken kann. Eine feinmotorische Herausforderung ist das „saubere“ Einstechen und Ausschneiden entlang des Innenkreises der beiden Nullen. Für Krone und Brille stehen fertige Kopiervorlagen zum Download.
  3. Vor dem Auffädeln einer Getreidering-Kette schneiden die Kinder Wolle zurecht, dann zählen die Kinder die bunten Getreideringe in Zehnerschritten ab. Damit die Schüler den Faden nicht verlieren, kommt jeweils nach zehn Ringen ein Zehnerkärtchen (Kopiervorlage „Sortierfeld“ steht zum Download) von 10 bis 100. Praktischer Hinweis von Frau Fuchs: „Fädelt man von links nach rechts auf, beginnt man mit dem Hunderterzahlenkärtchen und dann folgen die Loops.“ Für ihre 26 Schüler besorgte Frau Fuchs vorab übrigens fünf Packungen mit Getreideringen. Und wer lieber nicht mit Lebensmitteln arbeiten möchte, verwendet einfach Holz- oder Kunststoffperlen. 
  4. Bei der Aufgabe „Stemple 100 Buchstaben“ differenziert Britta Fuchs je nach Leistungsstand der Kinder, die „entweder einige Buchstaben, Wörter oder sogar kleine Sätze in die Vorlage“ stempeln können.
  5. Eigentlich ist der Zahlenraum bis 100 Stoff der 2. Klasse. Deshalb werden die Erstklässler besonders stolz darauf sein, wenn sie Zahlen schreiben dürfen „wie die Großen“. Britta Fuchs nutzt dazu ein Hunderterfeld, ein quadratisches Feld mit 100 Kästchen, das ebenfalls als Kopiervorlage vorliegt. 

Ein Pool von weiteren Ideen für Stationenarbeit

Egal, welche Voraussetzungen die Kinder Ihrer Klasse mitbringen, in diesem Blogbeitrag finden Sie die passende Station für jeden Lernstand. Bei den 100 Fingerabdrücken etwa müssen die Kinder lediglich im Zehnerraum zählen, wenn sie die Fingerabdrücke von zehn verschiedenen Kindern nehmen. Verwendet man verschiedene Farben und jeweils eine lineare Zeile für jedes Kind, ist diese Aufgabe ganz einfach. 

Aufgaben wie „Baue eine Dominostrecke mit 100 Spielsteinen“ oder „Gestalte ein Bild mit 100 Pins“ bewältigen auch Kinder mit Rechenschwäche, wenn die Lehrkraft oder ein Mitschüler mit ihnen gemeinsam die erforderlichen Materialien abzählt.

Und bei dem Arbeitsauftrag „Male dich im Alter von 100 Jahren“ bleibt die Mathematik sogar ganz außen vor: Die Kinder malen sich auf ein Butterbrot-, Paus- oder Backpapier, schneiden ihr Porträt dann aus und knüllen es zusammen. Dann wieder glattstreichen, und fertig ist das hundertjährige Faltengesicht.

Für heterogene Lerngruppen könnten Sie zieldifferente Stationen aufbauen und die Kinder entsprechend zuteilen. Und wenn Sie die Stationenarbeit – wie von Britta Fuchs vorgeschlagen – noch einmal im „2. Schuljahr (...) zur Erarbeitung des Zahlenraums bis 100 benutzen“ möchten, ist das mit den vielfältigen Anregungen im Stationen-Pool ohne weiteres möglich.

Klassen- und Gruppenzusammenhalt stärken

Viele der Aufträge an den Lernstationen sind auch auf Partner- oder Gruppenarbeit ausgelegt. Das 100-Teile-Puzzle etwa geht in Einzelarbeit „mal schneller, mal langsamer“, so die Erfahrung von Britta Fuchs. „Aber zu zweit sollte das eine lösbare Aufgabe sein.“ Und an der Station „Gehe 100 Schritte“ zählen die Kinder von einer Linie 100 Schritte ab und markieren dann das Ziel mit einem Kreidestrich. – Auf dem Schulhof oder in der Turnhalle könnte daraus auch ein kleiner Wettkampf werden: Zwei verschiedene Gruppen treten gegeneinander an und versuchen, mit möglichst großen Schritten oder auf einem Bein hüpfend möglichst weit zu kommen. 

Die Kinder in der Klasse von Britta Fuchs haben noch „wirklich lange“ von diesem Tag erzählt. Auch die Klassengemeinschaft hat „sehr profitiert“, schreibt die Lehrerin: „Die Kinder halfen und unterstützten sich gegenseitig und auch Kinder, die zuvor aus den unterschiedlichsten Gründen keine großen Lernerfolge hatten, gingen gestärkt aus diesem Tag hervor.“ – Eine wirklich gute Idee zur Förderung des Wir-Gefühls in der ersten Klasse!

Martina Niekrawietz

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