Fach/Thema/Bereich wählen
Abschied

Die letzten Wochen und Tage an der Grundschule

Für Viertklässler sind die letzten Schultage besonders emotional. Daher kann der Unterricht den Abschied aufgreifen und thematisieren. Eine liebevoll gestaltete Feier mit der Schulgemeinde und den Eltern erleichtert den Abschied von der Grundschule ebenfalls.

Abschied: Die letzten Wochen und Tage an der Grundschule Eine Musik- oder Theatervorführung zum Abschied von der Grundschule begeistert die Schüler © highwaystarz - Fotolia.com

Der Übergang der Schüler von der Grundschule zur weiterführenden Schule ist meist eine emotionale Zeit: Einerseits ist da der Abschiedsschmerz, dass gewohnte Rituale und die sichere Umgebung der Grundschule bald zu Ende gehen. Andererseits gibt es bereits eine Vorfreude auf alles Neue, die Schule der „Großen“ und auf neue Erfahrungen. Dementsprechend sollten die letzten Tage an der Grundschule besonders gestaltet werden, um einen fließenden Übergang und die Möglichkeit des Abschieds von Lehrern, Schülern der eigenen und der anderen Klassen zu gewährleisten. Hierzu kann der Unterricht der letzten Wochen für die Schulabgänger besonders gestaltet und die anderen Klassen können für eine Abschiedsfeier einbezogen werden. Ebenso kann mit den Eltern ein Abschiedsfest geplant werden.

„Altes Gepäck“ für andere zurücklassen

Viele Schüler werden für die neue, weiterführende Schule einen neuen Ranzen oder Schulrucksack bekommen und könnten sich gegebenenfalls von ihrem alten Ranzen trennen, um ihn als Spende an eine Organisation zu geben, die die Schulranzen in ärmere Länder sendet. Hier bietet sich beispielsweise zur Vermittlung von Schulranzenspenden die Organisation GAiN (Global Aid Network) an.

Um dieses Vorhaben zu unterstützen, kann im Sachunterricht das Thema „Kinderrechte“ behandelt werden. Hier erfahren die Schüler nicht nur etwas über ihre eigenen Rechte, sondern können sich auch über die Lebensbedingungen von Kindern in anderen ärmeren Ländern der Welt informieren. So werden sie erfahren, dass nicht in allen Ländern das Recht auf Bildung umgesetzt wird und bereits Kinder in ihrem Alter arbeiten müssen, damit die Familie nicht verhungert. Diese Kinder können nicht zur Schule gehen.

Die Beschäftigung mit Kinderrechten motiviert vielleicht einige Schüler, ihren Ranzen, der nach der Grundschulzeit oft nur als Souvenir auf dem Dachboden steht, gefüllt mit neuem benötigten Schulmaterial wie Heften, Stifte und Schreibmaterial an ein benachteiligtes Kind zu verschenken.

Erinnerung an Grundschulzeit festhalten

Als Erinnerung an die eigene Grundschulzeit können die Schüler ein Abschiedsheft gestalten. Hier könnte jedes Kind der Klasse einen Steckbrief über sich selbst mit einem Bild ausfüllen. Darin könnte neben dem Namen, der Klasse, den Freunden der Klasse, dem Lieblingsfach, der Lieblingslehrerin, dem Berufswunsch, dem besten Ereignis der Grundschulzeit auch Platz für eigene Gedanken sein. Dieser Steckbrief kann für alle Mitschüler kopiert und zu einem Buch für jeden Schüler der Klasse gebunden werden. Darüber hinaus können die Schüler noch weitere individuelle Seiten zu Ausflügen, Klassenfahrt, besonderem Unterricht, besonderen Schulaktivitäten wie Projektwoche, Klassenfest, Schulfest und allem sonst Erinnerungswürdigen im Deutschunterricht füllen.
Weil die Schüler in den letzten Tagen alle ihre Materialien, Bilder und Plakate aus dem Klassenraum abhängen und mitnehmen, könnte im Kunstunterricht besprochen werden, dass die Schüler etwas gestalten, was sie als Erinnerung an sie in der Klasse lassen werden. Zieht in den Klassenraum beispielsweise nach den Sommerferien eine neue Klasse ein, so können die Schüler für diese Kinder ein Bild gestalten, um den kahlen Raum für die neuen Schüler für die ersten Tage zu verschönern. Dies kann ein Selbstportrait oder ein anderes dekoratives Bild sein.

Abschiedsfeier mit den Eltern

Für den Abschied der Schüler untereinander und der Lehrer der Klasse ist ein Abschiedsfest mit den Eltern eine gute Idee. Hier kann es einen offiziellen Teil geben, an dem die Schüler der Klasse etwas für ihre Lehrer vorführen können und/oder die Lehrer etwas für ihre Schüler aufführen oder schenken können. Dies kann ein aktuelles oder umgedichtetes Lied sein, ebenso wie ein Sketch oder ein kleines Theaterstück.

Als Erinnerungsgeschenk kann der Lehrer für die Schüler etwas Selbstgemachtes wie Fotos der Schulzeit, Schlüsselanhänger, Klassenfoto, ein Gedicht über die Schüler, eine passend für den Abschied ausgewählte Geschichte oder etwas ähnliches überreichen. Anschließend kann gemeinsam an einer Grillhütte gegrillt, gekocht und mit Kinderbowle gefeiert werden. Wer möchte, kann auch eine Schnitzeljagd, eine Rallye oder Ähnliches vorbereiten. Doch in der Regel genießen sowohl Eltern als auch Schüler das Fest, um noch einmal gemeinsam Zeit zu verbringen und die Grundschulzeit Revue passieren zu lassen.

Die Ausschulung vorbereiten

Während die Schulabgänger ihre letzten Tage an der Grundschule verbringen, können die Schüler der Jahrgangsstufen 1 bis 3 eine Ausschulungsfeier für sie für den letzten Schultag vorbereiten. In der Regel begrüßt eine Jahrgangsstufe nach den Sommerferien die neue Klasse 1 mit einem Rollenspiel, Theaterstück, Lied o. Ä. Dies könnte beispielsweise, gegebenenfalls abgeändert für die zukünftigen Schüler der Klasse 5, bereits bei der Ausschulungsfeier präsentiert werden. So müssen die Schüler außer kleinen Textänderungen nichts Neues einüben und können die Ausschulungsfeier als Generalprobe für die Einschulungsfeier nutzen.

Die Schulabgänger, bei Bedarf auch gemeinsam mit den Eltern, freuen sich sicher über einen „großen“ Abschied mit der gesamten Schule. Die Ausschulung kann sogar ähnlich der Einschulung gestaltet werden, um den Kreis der ersten Schulzeit zu schließen. Wurde die Einschulung in Form eines Gottesdienstes in der Kirche gefeiert, könnte auch ein Ausschulungsgottesdienst angeregt werden. Wurden die Schüler in Klasse 1 in der Turnhalle begrüßt, könnte auch dort wieder die Ausschulung stattfinden etc.

Als Abschiedslied für die Schulabgänger bietet sich neben der Einschulungspräsentation das Lied „Alte Schule, altes Haus“ von Rolf Zuckowski als Vortrag einer anderen Klasse an. Ein schönes Ritual ist es ebenfalls, dass die Schüler nach der letzten Schulstunde an ihrer alten Schule durch ein Spalier der Schulgemeinde nach Hause gehen. Dazu stehen sich immer zwei Kinder und auch Lehrer gegenüber und halten die Hände oben zusammen. Diese Partner stehen in einer Reihe über den gesamten Schulhof und die Viertklässler gehen hindurch. Durch diese netten Gesten der Mitschüler wird der letzte Schultag an der Grundschule zu einem positiven, unvergesslichen Erlebnis, das lange in Erinnerung bleibt.

Marion Keil

Dazu passender Ratgeber
Dazu passende Arbeitshilfe

Mehr zu Ratgeber Unterricht
Cookies nicht aktiviert

Ihr Browser akzeptiert derzeit keine Cookies.

Wenn Sie das Lehrerbüro in vollem Umfang nutzen möchten, dann muss in Ihrem Browser die Nutzung von Cookies erlaubt sein.

Was Cookies genau sind und wie Sie die Browser-Einstellungen ändern können, erfahren Sie auf dieser Seite: Cookies nicht aktiviert

×