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Methoden

Gruppenbildung mit Promi-Kärtchen

Damit Schüler sich nicht zu sehr an eine Gruppe gewöhnen, sollten sie beim „Kooperativen Lernen“ in immer wieder unterschiedlich zusammengesetzten Gruppen arbeiten. Für eine zufällige Gruppenbildung bieten sich dabei verschiedene Methoden an – zum Beispiel Promikärtchen.

Methoden: Gruppenbildung mit Promi-Kärtchen Einen Arbeitspartner finden mal anders © Berchtesgaden - Fotolia.com

Im Kooperativen Lernen wird empfohlen, die Schüler wiederholt in Zufallsgruppen arbeiten zu lassen. Denn erst dies gewährleistet, dass von ihnen „echte“ Teamfähigkeit, Kompromissbereitschaft, Konfliktmanagement und Kommunikationskompetenz abverlangt wird.
Neben den Zufallsgruppen können formale Gruppen zum Beispiel leistungshomogen oder -heterogen zusammengestellt werden und ggf. als Basisgruppen über einen längeren Zeitraum immer wieder zusammenarbeiten. Auch die Zusammenstellung durch die Schüler selbst bietet sich zwischendurch an. Empfehlenswert ist ein regelmäßiger Wechsel der Gruppenkonstellation (vgl. Johnson/Johnson 1999, S. 59 ff.).





Förderung der Teamfähigkeit

Wer in der immer gleichen Gruppe arbeitet, die Sichtweisen und Eigenheiten der übrigen Mitglieder kennt und womöglich auch noch mit den Beteiligten befreundet ist, der muss sich weniger arrangieren und anpassen. Erst die zufällige Gruppenbildung gewährleistet, dass den Schülern Teamfähigkeit, Kompromissbereitschaft, Konfliktmanagement und Kommunikationskompetenz abverlangt wird. Weil aber genau dies beim „Kooperativen Lernen“ gefördert werden soll, hält das Konzept verschiedene Methoden bereit, die eine Zufallszusammenstellung auf kreative und abwechslungsreiche Weise gestatten. Dadurch werden die Schüler in Bewegung gesetzt - und die Gruppenbildung wird zusätzlich zur einfachen Aktivierungsübungen für zwischendurch.
Eine besonders anschauliche Methode der zufälligen Gruppenzusammenstellung nutzt die Namen von berühmten oder bekannten Persönlichkeiten. Die Lehrperson wählt dafür Prominente aus Politik, Fernsehen, Musik oder Sport aus und notiert deren Vor- und Nachnamen auf separaten Zetteln oder Karten. Jeder Schüler darf eine dieser Karten verdeckt ziehen und soll sich anschließend mit dem Partner zusammenfinden, der den passenden Vor- oder Nachnamen gezogen hat. In den so entstandenen Zweiergruppen kann nun eine Partnerarbeit beginnen. Sofern der Austausch jedoch in Vierergruppen stattfinden soll, kann die Gruppenzusammenstellung auch nun noch einen Schritt weiter gehen. Dafür sollte der Lehrer jeweils nur zwei Prominente aus derselben Branche austeilen (beispielsweise zwei Politiker oder zwei Fußballspieler) - die Schüler finden sich dementsprechend zu viert zusammen. Dieser Schritt kann aber natürlich auch noch nach einer ersten Partnerarbeit in Zweiergruppen vollzogen werden.

Literaturangaben:

Johnson, David W. / Johnson, Roger T.: Learning together and alone. Cooperative, competitive and individualistic learning, 5. Auflage, Boston 1999.

So funktioniert die Gruppenzusammenstellung

Hierzu ein konkretes Anwendungsbeispiel: Im Unterricht sollen zwei Texte bearbeitet werden, die der Verfestigung und Vertiefung des Unterrichtsthemas dienen.

1. Nachdem die Schüler eine Karte gezogen haben, erhalten alle, die einen Vornamen auf ihrer Karte stehen haben, den Text A. Alle Schüler mit Nachnamen bearbeiten entsprechend Text B.

2. Anschließend finden sich die zugehörigen Vor- und Nachnamen zusammen. Max hat zum Beispiel „Sylvester“ gezogen, Lisa „Stallone“. Bei Bedarf – etwa um ein besseres Kennenlernen zu fördern – kann den Schülern hier ein paar Minuten Zeit gegeben werden, um sich über die gemeinsame prominente Person auszutauschen. Leitfragen wären hier zum Beispiel: Woher kenne ich diese Person? Welche Assoziationen habe ich zu ihr? Kann ich die Person leiden? Wenn ja, warum? Wenn nein, warum nicht?

3. Nun erklären sich die Partner einander die wesentlichen Inhalte ihres jeweiligen Textes. Max erläutert Text A, Lisa macht sich indes Notizen und stellt ggf. Verständnisfragen.

4. Nach der Partnerarbeit finden sich die Schüler zu passenden Prominentenpaaren zusammen. Max und Lisa suchen also einen weiteren Actionheld, beispielsweise Bruce Willis. Nun tauschen sich die beiden Vornamen (also Sylvester und Bruce bzw. Max und Jan) darüber aus, was sie über Text B erfahren und behalten haben. Das Nachnamen-Paar (Stallone und Willis bzw. Lisa und Nadine) bespricht Text A. Dabei notieren sich alle Gruppenmitglieder Fragen und Unklarheiten.

5. Im letzten Schritt richten die Zweierteams nacheinander ihre Verständnisfragen an das gegenübersitzende Expertenteam und erhalten die entsprechenden Antworten und Erklärungen.

Im Sinne des Dreischritts würde schließlich noch eine Präsentationsphase angeschlossen werden, die zugleich der Ergebnissichtung und -sicherung dient. Weitere beliebte Methoden zur Zusammenstellung nach dem Zufallsprinzip sind zum Beispiel:

1. Kartenspiele verteilen: Alle Buben, Asse, Neuner etc. finden sich jeweils in ihrer Vierergruppe zusammen.
2. Karten mit unterschiedlichen Farben verteilen oder ziehen lassen: Alle blauen Karten gruppieren sich, alle roten usw. Die Alternative: Je nach Karten- und Schülerzahl kann die Klasse stattdessen auch aufgefordert werden, sich selbst in Gruppen zusammenzustellen, in denen jede Farbe nur einmal vertreten ist.
3. Memorykarten für Zweierteams
4. Quartettkarten für Viererteams

Dennis Sawatzki

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