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Klassenraumorganisation

Kleine organisatorische Hilfen für einen stressfreien Schulalltag

Wenn das „Kinderbüro“ mit vielfältigem Material ausgestattet ist und zusätzlich Klassenschilder und -listen die Struktur für Schüler und Lehrer erleichtern, können alle gut organisiert und störungsfrei arbeiten.

Klassenraumorganisation: Kleine organisatorische Hilfen für einen stressfreien Schulalltag Falls „Büromaterial“ fehlt, gibt es eine Ecke im Klasenraum, wo die Schüler sich Stifte ausleihen können und zusätzliche Papierbögen finden © neirfy - Fotolia.com

„Brauchst du einen Bleistift?“, fragt die Klassenlehrerin der Klasse 1b ihren Schüler Alexander. Er nickt und geht zum „Kinderbüro“, um sich einen Stift auszuleihen. Als er leise zurück zum Platz kommt, kann er direkt losarbeiten. Oft haben Schüler nicht all ihr Material dabei oder Stift, Kleber, Schere, Lineal etc. zu Hause vergessen. Dazu hat die Klassenlehrerin der Klasse 1b das „Kinderbüro“ auf der hinteren Fensterbank im Klassenraum eingerichtet. Hier finden die Schüler Dinge zum Ausleihen, aber auch Verbrauchsgegenstände.

Allzu oft hat die Lehrerin der 1. Klasse schon Unruhe zu Unterrichts- oder Arbeitsbeginn gehabt, weil Schüler etwas nicht finden, vergessen haben und aufgeregt und oft störend andere Schüler um Hilfe bitten, damit sie mit den Aufgaben beginnen können. So können die Schüler in dieser 1. Klasse leise zum „Kinderbüro“ gehen und dort in einem Becher Stifte, Schere, Kleber und in einer Schale Radiergummi, Lineal, Spitzer und Geodreieck zum Ausleihen finden. Ebenso befinden sich hier Taschentücher, kleine Zettel und eine Küchenpapierrolle. Passiert es doch allzu oft, dass Schüler den Lehrer um ein Papier bitten, um etwas zu notieren. Gerade in der Schnupfenzeit sind viele Taschentücher nötig und wenn mal etwas umfällt oder ausläuft, sind die Wischtücher sehr nützlich. Voraussetzung für das effektive Kinderbüro ist allerdings, dass die Schüler die ausgeliehenen Materialien wieder zurücklegen. Dies kann je nach Absprache und Vertrauen in die Schüler selbstverständlich sein oder mit Ausleihklammern geregelt werden. Dazu können die Schüler beispielsweise eine Wäscheklammer mit ihrem Namen an eine Liste mit Bildern an das entliehene Material klemmen und sie nach Rückgabe wieder abnehmen.

Klassenschilder als nonverbale Informationen

Neben dem Kinderbüro sorgen Klassenschilder für Struktur und weniger Unterrichtsstörungen. So kann durch ein Toilettenschild mit rotem und grünem Männchen zum Umdrehen geregelt werden, dass nur ein Kind zur Toilette geht und dann das Schild von Grün auf Rot dreht. Dies ist das Signal für alle Mitschüler zu warten, bis die Toilette wieder frei ist.

Gibt es eine Hausschuhzeit, so weist das Schild an oder neben der Klassentür daraufhin, die Straßenschuhe vor der Tür zu wechseln. Auf einem Geburtstagskalender, der vielleicht sogar von den Schülern mitgestaltet wurde, können sich die Schüler orientieren, wann welches Kind zu feiern ist. Für die Tagesstruktur eignen sich Fächerschilder, die in der Reihenfolge der Schulstunden des Tages täglich neu aufgehängt werden. Die aktuelle Stunde kann zusätzlich durch einen Pfeil markiert werden. Gibt es auch Schilder für Pausen, müssen gerade jüngere Schüler nicht beständig fragen, wann denn endlich Pause ist und können auf den Plan verwiesen werden.

Sinnvoll ist es, wenn die Schüler von Anfang an Aufgaben für die Gemeinschaft übernehmen. Diese Dienste können als Piktogramme bereits vom ersten Schultag an in der Klasse aufgehängt werden. Es können Dienste wie Garderobendienst, Kehrdienst, Austeildienst, Tafeldienst etc. sein, an deren Schilder die Schüler in der jeweiligen Woche ihren Namen in Form einer Wäscheklammer oder eines Klebekärtchens finden, wenn sie an der Reihe sind.  

Listen erleichtern das Lehrerleben

Als Klassenlehrer gibt es einiges zu organisieren. Gut, wenn man auf am Lehrertisch stehende Schüler vorbereitet ist, die Geld für den Klassenausflug schon vor dem Unterricht abgeben wollen. Hierzu ist es praktisch, wenn man eine Namensliste zur Hand hat, in der man die Schüler schnell abhaken kann. Diese ist mit vielen Spalten außerdem für Zeugniskontrolle, Buchabgabe, Klassenkasse, Elternbriefabgabe etc. nützlich.

Für den Krankheitsfall eines Lehrers, wenn die Schüler im Notfall auf andere Klassen aufgeteilt werden müssen, ist es hilfreich, wenn „kompatible“ Kinder auf einer Liste durch den Klassenlehrer in Gruppen eingeteilt wurden. Diese Aufteilungsliste kann im Lehrerpult oder an einer Pinnwand zu finden sein. Sehr sinnvoll ist außerdem eine Versäumnisliste und eine Hausaufgaben-Versäumnisliste sowie gegebenenfalls eine Patenliste, um im hektischen Schulalltag nicht den Überblick zu verlieren.

Nützliche Materialien erleichtern den Schulalltag

Das Kinderbüro ist bereits mit Material für die Schüler ausgestattet. Für den Lehrer können folgende Materialien hilfreich sein: Namens-Tischkarten, um den Schülern zu Schulbeginn anzuzeigen, wo sie sitzen sollen und später, um die Sitzordnung zu ändern. Diese Karten können auch zum Auslosen beispielsweise für das Adventskalender-Tageskind oder anderes genutzt werden. Im Lehrerpult sollten immer Etiketten, um Ordner, Garderobe oder Kunstkiste spontan neu beschriften zu können, bereitliegen.

Sogenannte „Leisekarten“ motivieren die Schüler, beim Arbeiten leise zu sein, möchten sie ein solches Kärtchen mit einem besonders hübschen Motiv wie einem schlafenden Tier oder lachendem Smiley an den Platz gelegt bekommen. Für das Geburtstagsritual bietet sich die geschmückte Geburtstagskiste an, in der sich neben der Geburtstagskerze, Streichhölzern oder Feuerzeug, einem Stuhlüberhang für das Geburtstagskind, eventuell einem Geburtstagsanstecker für den Tag auch kleine Überraschungen befinden können.

Natürlich sollte in keinem Lehrerpult Heftpflaster für alle Lebenslagen fehlen. Sehr bewährt haben sich außerdem eine Anzahl von drei bis fünf Hausaufgabenmappen. Diese Klemmmappen können mit dem Schul- und Hausaufgabenmaterial für kranke Kinder besser von einem Mitschüler transportiert und beim kranken Kind abgegeben werden.

Für den Unterricht ist es gut, eine Sammlung an Spielwürfeln, gern Flüsterwürfeln aus besonders leisem Material, Augenbinden bzw. Tüchern, Briefumschlägen, Spielgeld und Papier in verschiedenen Farben, Größen und Stärken bereitzuhalten.

Als Büromaterial eignet sich eine kleine Schubladenbox für den Lehrerplatz mit beschrifteten Kästen für Büroklammern, Heftklammern, Klebebänder, Kleber, Musterbeutelklammern, Folienstifte, Permanentmarker für Plakate, Locher, Schere und Stifte. Und natürlich werden immer wieder Ablagen für Stationsarbeit, Differenzierungsmaterial, Hausaufgabenabgabe etc. benötigt. Hält der Lehrer außerdem noch einen Fundkasten für gefundene Dinge, einen Kreidekasten, Tafelmagnete, Nadel und Faden bereit, so ist er für den alltäglichen Schulbetrieb bestens gerüstet.

Marion Keil

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