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Globalisierung

Lernen für mehr Nachhaltigkeit

In einer globalisierten Welt muss auch das Lernen global werden. Der Lernbereich „Globales Lernen“ soll deshalb dazu befähigen, sich in dieser komplexen Welt zurechtzufinden. Die Kompetenzen müssen ebenfalls global — fächer-, länder- und generationenübergreifend — vermittelt werden. Ansätze sind vorhanden.

Globalisierung: Lernen für mehr Nachhaltigkeit Globales Lernen soll Schüler in die Lage versetzen, sich in der globalisierten Welt in all ihrer Komplexität orientieren zu können © Ilike - Fotolia.com

Globalisierung, das bedeutet die weltweite Vernetzung der Menschheit in allen Lebensbereichen, ist zunehmend auch Teil von Lehrplänen. Ein Lernbereich, der dieses Thema aufgreift, ist das sogenannte „Globale Lernen“. Bisweilen wird dafür auch der Begriff „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ (BNE) verwendet. Wobei das Konzept des Globalen Lernens zahlreiche Überschneidungen mit der Interkulturellen Pädagogik, der Menschenrechtsbildung und der Umweltbildung besitzt.

Durch den „Orientierungsrahmen für den Lernbereich Globale Entwicklung“ setzten das Bundesministerium für Entwicklung und Zusammenarbeit (BMZ) und die Kultusministerkonferenz (KMK) 2007 die Vorgaben der UN im Bereich Globales Lernen bzw. Bildung für nachhaltige Entwicklung für Deutschland um. Anhand des Orientierungsrahmens sollen Lehrpläne und Aktivitäten rund um das Thema „Globales Lernen“ entwickelt werden.

Globales Lernen als Orientierungshilfe

Globales Lernen soll die Schüler in die Lage versetzen, sich in der globalisierten Welt in all ihrer Komplexität orientieren zu können. Die Bildungsziele für Globales Lernen, wie der Orientierungsrahmen sie vorgibt, orientieren sich an den Zieldimensionen der nachhaltigen Entwicklung. Das heißt: soziale Gerechtigkeit, wirtschaftliche Leistungsfähigkeit, ökologische Nachhaltigkeit und politische Stabilität.

Als konkrete Kompetenzen, die für diesen Lernbereich spezifisch sind, werden unter anderem genannt: Erkennen von Vielfalt, Analyse des globalen Wandels, Perspektivwechsel und Empathie, Beurteilen von Entwicklungsmaßnahmen oder Solidarität und Mitverantwortung. Das Globale Lernen ist ein Lernbereich, der die Perspektive erweitern und Lernenden andere Lebenswelten vermitteln soll. „Globales Lernen“ wird dabei als pädagogische Antwort auf die Fragen der Globalisierung gesehen.

Globales Lernen betrifft alle Fächer

Global sind dabei nicht nur die Inhalte, sondern auch das Konzept an sich. Die Inhalte können fächerübergreifend in allen Altersstufen vom Kindergarten über die Sekundarstufe II bis ins lebenslange Lernen hinein vermittelt werden. Globales Lernen ist nicht als separates Unterrichtsfach zu verstehen, sondern als Verknüpfung von Inhalten aus verschiedenen Fächern.

Für die inhaltliche und methodische Gestaltung des Globalen Lernens sind hauptsächlich Nichtregierungsorganisationen des entwicklungspolitischen Bereiches sowie kirchlichen und halbstaatlichen Institutionen verantwortlich. Sie stellen die meisten Unterrichtsmaterialien zur Verfügung, eine Vielzahl ist thematisch oder alphabetisch sortiert im BNE-Portal zusammengetragen.

Kritik an Materialien für Globales Lernen

Daraus resultiert auch die Kritik an dem Lernbereich. Die Bildungsmaterialien des Globalen Lernens und der BNE wurden vom Glokal e.V. untersucht. Dabei wurde festgestellt, dass althergebrachte Sichtweisen auf den sogenannten „globalen Süden“ lediglich mit modernen Begriffen beschrieben werden.

Laut Glokal e.V. habe sich an hegemonialen Machtstrukturen, rassistischen Sichtweisen oder kolonial geprägten Diskursen nichts geändert (Glokal e.V. 2013). Deshalb sollte in diesem Lernbereich der Beutelsbacher Konsens, der besagt, dass kontroverse Sachverhalte auch kontrovers dargestellt werden müssen,  hohe Beachtung finden und Lehrmaterialien nicht ohne Diskussion verwendet werden.

Globalisierung positiv sehen

Globalisierung wird häufig als problembelastet wahrgenommen. Positive Aspekte werden vernachlässigt. Dabei ist es heute aufgrund der digitalen Vernetzung so viel einfacher, auch die positiven Konsequenzen zu nutzen. So ist ein direkter Kontakt zwischen Schülern verschiedener Länder nicht mehr auf diejenigen beschränkt, die an Schüleraustauschprogrammen teilnehmen können. Dank digitaler Kommunikation ist eine globale Kommunikation viel einfacher möglich. Mithilfe länder- und fächerübergreifender IKT-basierter Projekte (Projekte unter Verwendung von Informations- und Kommunikationstechnologien) ist das Globale Lernen heute keine Zukunftsmusik mehr, sondern bereits eine praktizierte Realität — weltweit.

Katrin Zinoun

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