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Methodensammlungen

Per Mausklick die passende Methode finden

Abwechslungsreicher Methodeneinsatz verhindert langweiligen Unterricht und fördert bei den Schülern den Erwerb einer Vielzahl von Kompetenzen. Wer sich schnell informieren und sein Methodenwissen auffrischen will, findet Methodensammlungen im Internet.

Methodensammlungen: Per Mausklick die passende Methode finden Karteikarten lassen sich prima im Unterricht einsetzen. Was man damit machen kann, findet sich ganz einfach im Netz © Lysander - Fotolia.com

Eine methodenreiche Unterrichtsgestaltung aktiviert die Schüler — ganz im Sinne eines handlungsorientierten Unterrichts, wie ihn der Didaktiker Prof. em. Dr. Hilbert Meyer versteht: Kopf- und Handarbeit der Schüler sollten dabei in einem ausgewogenen Verhältnis zueinander stehen. „Methodentiefe und -vielfalt“ sind für Meyer deshalb auch eines von 10 Merkmalen für guten Unterricht .

Methodentiefe bedeutet dabei, dass „die Lehrer Methoden mit hoher Kompetenz einsetzen und dass die Schüler Methodenkompetenz entwickeln.“ Methodenvielfalt sei „mit Blick auf den oft noch recht langweiligen herkömmlichen Unterricht ein Gebot“, wobei es darauf ankomme, Ziele, Inhalte und Methoden aufeinander abzustimmen.

Meyer, der sich selbst als „Methodenfuzzi“ bezeichnet (ebd.), betont auch immer wieder die politische Dimension der verschiedenen Unterrichtsmethoden: Sie seien „Formen und Verfahren“, mit denen sich Lehrer und Schüler „die sie umgebende natürliche und gesellschaftliche Wirklichkeit (…) aneignen“, so heißt es in seinem Grundlagenwerk „Einführung in die Schulpädagogik“ (im folgenden abgekürzt mit „EiS“, ein Auszug daraus mit den wesentlichen Aussagen zu Unterrichtsmethoden hier online, S. 1). Methodisches Handeln führe — „wenn‘s gut geht — zur ‚Aneignung von Welt‘ bzw. ‚Wirklichkeit‘“, womit nicht nur der „Erwerb von Wissen, sondern auch die Verinnerlichung von Kultur, der Aufbau von Haltungen u. a. m.“ gemeint sei. (ebd., S. 2)

Eine Methodenkiste nicht nur für politische Bildung

„Demokratie lebt von Mitwirkung und Engagement“ jedes einzelnen, so ist auch im Vorwort zur „Methodenkiste“ zu lesen, die der langjährige Lehrer und Seminarleiter Dr. Lothar Scholz im Auftrag der Bundeszentrale für Politische Bildung zusammengestellt hat. Ziel der umfangreichen Methodensammlung für den Unterricht ist es, eine Lernumgebung zu schaffen, die für selbständiges und eigenverantwortliches, aber auch kooperatives und kreatives Lernen förderlich ist und die erforderlichen Kompetenzen für politisches Handeln vermittelt, wie beispielweise sich informieren, miteinander kommunizieren, mit anderen zusammenarbeiten, eigenständig urteilen oder auch Anliegen angemessen vortragen. Entsprechend sind die Inhalte der Methodenkiste strukturiert nach folgenden Rubriken:

  • „Einsteigen“: Dabei geht es weniger um Unterrichtseinstiege, als vielmehr um Methoden, die als „Eisbrecher“ zwischen Gesprächsteilnehmern fungieren („Rotierendes Partnergespräch“, „Vier-Ecken-Methode“ …). 
  • „Ideen sammeln“: Hier finden sich die üblichen Techniken („Brainstorming“, „Brainwriting“, „Mind-Mapping“, „Schreibgespräch“), aber auch Vorschläge für belebende Impulse bei der Erarbeitung eines Themas.
  • „Selbständig lernen“ vermittelt Fragetechniken, Hinweise zur Informationsbeschaffung und Tipps für die Internetrecherche, aber auch eine Anleitung für die klare und systematische Vorgehensweise bei der Lösung einer komplexen Aufgabe.
  • Der Bereich „Austauschen“ enthält kooperative Arbeitsformen wie „Gruppen-Puzzle“ oder „Fisch-Bowl-Methode“ und Möglichkeiten zur optischen Aufbereitung von Gruppenarbeits-Ergebnissen.
  • „Argumentieren“ heißt Streiten nach Spielregeln, die bei der „Pro- und Contra-Debatte“ erläutert werden. Verschiedene Methoden zhelfen dabei, sich zu positionieren, verbal und körperlich im Raum.
  • Wer eine neue Rolle einnimmt, wechselt die Perspektive, versetzt sich in eine andere Person oder Situation und entwickelt Empathie. Darauf zielen die Methoden im Bereich „So tun, als ob“.
  • „Kreativ sein“ ist keine mühselige Quälerei, sondern es kann Spaß machen Und neue Perspektiven eröffenen, wie zum Beispiel beim „Kopfstand“: Hier nähert man sich einem Gegenstand „ex negativo“, etwa mit der Frage „Was kennzeichnet einen Krimi, der überhaupt nicht spannend ist?“
  • „Präsentieren“ vermittelt den Schülern ein Instrumentarium, um Inhalte klar zu strukturieren und zu präsentieren.  
  • „Feedback geben“ erläutert unter anderem Regeln für einen wertschätzenden Umgang miteinander (mit Formulierungsbeispielen).

Lehrer und Schüler profitieren von der Methodensammlung

Die einzelnen Methoden sind in meist jugendgerechter Sprache (etwa ab Klasse 5) beschrieben und mit Illustrationen veranschaulicht, so „dass Jugendliche sie selbst auswählen und anwenden (…) und somit ihren Unterricht mitgestalten können“. Für Lehrer bietet die Methodenkiste eine große Bandbreite von Anregungen für unterschiedliche Unterrichtsthemen oder -situationen: Wer zum Beispiel den langweiligen Aufsatzunterricht zum Thema „Erörterung“ auflockern möchte, findet im Bereich „Argumentieren“ zahlreiche Anregungen.
Wer die Schülerzeitungs-AG auf neue Ideen bringen möchte, startet mit einem Brainstorming oder lässt sich vom „Kreativitäts-Pool“ inspirieren, und wer spontan eine Vertretungsstunde halten muss, nutzt vielleicht die „Buchstaben-Verbindungen“ (Karte 10) für eine Stunde mit unterhaltsamen Kreativitätsübungen.

Weiterführende Hinweise:

Eine ergiebige Linkliste zum Thema Unterrichtsmethoden findet sich auf der Website ZUM-Wiki“.

Die Website „methodenkoffer.de“ der Bundeszentrale für Politische Bildung bietet ebenfalls eine Linkliste, unter anderem auch mit Online-Tutorials für Anwender zu komplexeren kooperativen Lernformen.

Die Methodendatenbank des Deutschen Kinderhilfswerks

Die Methodendatenbank des Deutschen Kinderhilfswerks bietet eine äußerst umfangreiche Sammlung von 270 Methoden und 125 Spielen mit drei verschiedenen Suchfunktionen, zugänglich nach Alphabet, per Schnellsuche (nach Schlagworten oder auch nach Wortbestandteilen) oder mithilfe einer Detailsuche, die gezielt nach bestimmten Merkmalen selektiert (Alter, Gruppengröße, Vorbereitungsaufwand, Ziele etc.) Die Methoden und Spiele richten sich an unterschiedliche Altersgruppen und sind oft auch für die Primarstufe geeignet.
Immer dabei ist ein tabellarischer Überblick mit allen für den Einsatz im Unterricht wesentlichen Informationen wie etwa Gruppengröße, Dauer, Ort (drinnen oder draußen), Verfahrensart (z. B. schreiben oder sprechen), Phase (z. B. am Anfang), Personal-, Vorbereitungs- und Materialaufwand und strukturierte Hinweise und Anleitungen zur Durchführung. Besonders praktisch: Interessante Methoden können mit einem Häkchen versehen und für die Dauer der Sitzung in einem Methodenspeicher gesammelt werden.

Eine neue Methodenkultur für eine komplexe Welt

„Es gibt wichtigere Dinge auf der Welt als die Unterrichtsmethodik.“ Dieser Satz findet sich — ausgerechnet bei Hilbert Meyer! (EiS, S. 9 f.) Meyer erläutert dann allerdings auch gleich, dass eine gute Methodik Voraussetzung ist, um diese „wichtigeren Dinge“ bewältigen zu können: „Der Frieden muss gesichert, die Gerechtigkeit zwischen Arm und Reich, Nord und Süd muss hergestellt, die Schöpfung muss vor immer neuen Ökokatastrophen geschützt werden.“ Diejenigen, „die diese Schlüsselprobleme lösen sollen, sitzen heute in den Schulen“, schreibt Meyer, und sie würden dort „mit reichlich altertümlichen Unterrichtsmethoden traktiert“, die nicht erwarten ließen, „dass die Team- und Projektfähigkeit, das Demokratiebewusstsein und die Toleranz gegenüber Mensch und Natur in dem Umfang gefördert werden.“ (ebd.) Deshalb plädiert der Pädagoge für „eine neue Methodenkultur, in der die dialektischen Widersprüche zwischen dem Lehren und Lernen, dem Lenken und Selbsttätigsein, zwischen Führen und Helfen besser als bisher ausbalanciert werden“ (ebd.)

Methodenkompetenz erleichtert das Lehren und Lernen

Aufeinander hören, eigene Standpunkte vertreten, wertschätzend miteinander umgehen, konstruktiv in der Gruppe zusammenarbeiten oder auch selbständig lernen — methodisches Handeln erfordert viele komplexe Fähigkeiten, die Schritt für Schritt gelernt und geübt werden müssen. Das beansprucht vielleicht zu Beginn des Schuljahres mehr Vorbereitungs- und Unterrichtszeit, gleicht sich aber später wieder aus: Ähnlich wie Unterrichtsrituale folgen Methoden einem festen Ablauf. Haben die Schüler diesen einmal verinnerlicht, ist die Methode jederzeit abrufbar. Die Unterrichtsvorbereitung für eine Stunde beschränkt sich dann womöglich auf wenige Zeilen: „Gruppen-Puzzle zum Thema xy, Fragen dazu: 1., 2., 3., 4.“ — das ist alles.

Martina Niekrawietz

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