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Globales Lernen

Vernetztes Denken durch neue Lernumgebungen fördern

Die Entwicklung hin zum lebensbegleitenden Lernen stellt Schüler vor die Herausforderung, Lernen selbst organisieren zu können. Neue Lehr-Lern-Arrangements können ihnen dabei helfen.

Globales Lernen: Vernetztes Denken durch neue Lernumgebungen fördern Im Zuge der Globalisierung wird vernetztes Denken und Lernen zunehmend wichtig © Foto-Ruhrgebiet - Fotolia.com

Schüler müssen angesichts der Entwicklung hin zum lebensbegleitenden Lernen dazu befähigt werden, selbstorganisiert zu lernen. Dies gelingt im schulischen Kontext häufig in neuen Lehr-Lern-Arrangements. Lehrern bieten sich verschiedene Gestaltungsmöglichkeiten für die Ausprägung des interdisziplinären und schülerzentrierten Lernens. 

Beim Stationenlernen, der Gruppenarbeit oder der Projektarbeit gibt es verschiedene Möglichkeiten, die Schüler selbstbestimmt und selbstorganisiert arbeiten zu lassen. Will man das zu bearbeitende Thema ausweiten, so muss man einen fächerübergreifenden oder fächerverbindenden Unterricht planen. Dieser sollte von mehreren Fachlehrern konzipiert und durchgeführt werden, die für dieses Projekt eng zusammenarbeiten müssen. 

Das fächerverbindende Lernen bereitet die Schüler auf den Umgang mit vielschichtigen Problemen vor. Der fächerverbindende Unterricht soll sich mit einer bestimmten Problemstellung aus der Perspektive verschiedener Fachgebiete beschäftigen. Die Schüler sind in solchen Projekten selbst aktiv. Sie übernehmen die Initiative für die Durchführung der Projektarbeit. Mit dem bereits erworbenen Wissen aus den Fachgebieten tragen sie zu der Lösung des Problems bei, vernetzen ihr Denken fachübergreifend und lernen eigenständig zu planen und zu denken. 

Globalisierung als fächerverbindendes Thema

Für die Bildung für nachhaltige Entwicklung oder das Globale Lernen werden Materialien bereitgestellt, die einen Einstieg in ein solches Projekt erleichtern. Das Thema „Globalisierung“ kann nicht ausschließlich innerhalb der Fachgrenzen behandelt werden. Zu komplex und oft widersprüchlich sind die Zusammenhänge, sodass zur Bearbeitung dieses Themas die Perspektiven verschiedener Fächer, z. B. Geografie, Geschichte, Gemeinschaftskunde oder Politik und Wirtschaft, einbezogen werden müssen. 

Schüler können in Gruppen zusammenarbeiten und selbstständig Wissen zu einem Teilthema erschließen, das sie dann im Sinne des Lernen-durch-Lehren-Ansatzes ihren Mitschülern vermitteln. Dabei stärken die Schüler auch ihre Problemlösekompetenzen, da sie die Fragen nicht ausschließlich mithilfe des bereits erworbenen Wissens erklären können. D. h. die selbstständige Wissensaneignung spielt hier eine Rolle. 

Auch andere Themen aus dem Bereich der Bildung für nachhaltige Entwicklung sind so komplex, dass sie aus verschiedenen Perspektiven, d. h. aus verschiedenen Fachbereichen, heraus betrachtet werden sollten. Um fächerverbindenden Unterricht zu dem Thema „virtuelles Wasser“ oder „Fairer Handel“ vorzubereiten, gibt es Materialien im Internet. 

Strukturierender Rahmen für Lehr-Lern-Arrangements

Ein solcher fächerübergreifender Unterricht sollte immer gerahmt sein von einer Einführungsveranstaltung und einer Ergebnissicherung am Ende des Projektes, die durchaus von den Schülern selbst durchgeführt werden kann. Es gibt unterschiedliche Möglichkeiten, wie die einzelnen Fachperspektiven eingebunden werden. Die gemeinsame Problemstellung kann entweder fachgetrennt erarbeitet und am Ende zusammengeführt werden, oder die Erarbeitung erfolgt durchgängig gemeinsam. Nach Abschluss des Projektes können Sie Ihre Schüler die Erfahrung mit dieser Lernumgebung bewerten lassen.

Wie eine Studie (Stübig, Frauke/Ludwig, Peter H./Bosse, Dorit:  Problemorientierte Lehr-Lern-Arrangements in der Praxis. Eine empirische Untersuchung zur Organisation und Gestaltung fächerübergreifenden Unterrichts. In: Zeitschrift für Pädagogik 54 (2008) 3, S. 376–395) ergeben hat, sind Schüler dieser Lernform gegenüber wesentlich aufgeschlossener, als die Lehrkräfte, die den höheren Vorbereitungsaufwand scheuen und nicht gut in Teams zusammenarbeiten können. Dennoch sollten Lehrer hier Innovationsbereitschaft zeigen, denn diese Lernumgebungen tragen wesentlich zur Schulentwicklung bei und fördern auch die Fähigkeit der Lehrer interdisziplinär zu arbeiten.

Katrin Zinoun

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