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Filme im Unterricht

Mit Filmen in eine Fremdsprache eintauchen

Filme im Fremdsprachenunterricht können Lerninhalte authentisch darstellen, Zusammenhänge verdeutlichen und Emotionen der Schüler gegenüber den Lerninhalten verstärken. Sprache wird so ganz natürlich erlernt.

Filme im Unterricht: Mit Filmen in eine Fremdsprache eintauchen Wie wird die fremde Sprache im Alltag benutzt? — Kleine Filme machen die Sprache lebendig © Max Topchii - stock.adobe.com

Kein Lernen ist nachhaltiger als das Lernen mit Emotionen. Filme helfen diese Emotionen zu wecken. Die Einsatzmöglichkeiten von Filmen und audiovisuellen Medien sind dabei universell und flexibel, sodass sie sich mühelos in das Curriculum einbetten lassen. Auch innerhalb von Unterrichtsstunden können sie in unterschiedlichen Phasen ihren Platz finden. Sie eigenen sich als Unterrichtseinstieg, um zu Themenkreisen hinzuführen, einen allgemeinen Überblick zu bieten oder in spannende Sachthemen einzuführen.

Sie können im Mittelpunkt des Lernprozesses stehen, um sowohl rezipiert, analysiert als auch in einem offenen Lernsetting von den Schülerinnen und Schülern selbst produziert werden. Am Ende der Lerneinheit die Verfilmung eines Werks vorzuführen, ermöglicht zudem die Unterrichtseinheit abzurunden und noch einmal mit den Lernenden pointiert auf die Kernkonzepte der vergangenen Unterrichtsstunden einzugehen.

Filme im Fremdsprachenunterricht

Im Fremdsprachenunterricht der Grundschule haben Filme und audiovisuelle Medien einen besonderen Stellenwert. Die englische oder französische Sprache kann durch ihre Hilfe auf besondere Weise ihre positive Wirkung entfalten. Das Medium Film spricht verschiedene Sinne der Schülerinnen und Schüler an und leitet zum spielerischen Umgang mit Lerninhalten an.

Beim Zuhören werden Schüler mit der Aussprache der native speaker konfrontiert und können für die Intonation in der fremden Sprache sensibilisiert werden. Sie erhalten einen authentischen Eindruck vom Klang der Sprache, ihres Vokabulars, der Satzmelodie und nicht zuletzt von der korrekten Verwendung der grammatischen Strukturen. Gerade das Hören zusammenhängender, sinntragender Inhalte versetzt Schüler dabei in den natürlichen Zustand des Spracherwerbs.

Begleitende Musik und Reime helfen, das Gehörte langfristig im Gedächtnis zu behalten. Beim Zusehen unternehmen die Schüler eine virtuelle „Reise“ in das Land. Dabei können sie Parallelen und Unterschiede zu ihrer eigenen Lebenswelt entdecken.

Darüber hinaus gelingt es mit dem Medium Film und Filmmusik, eine breite Schülerschaft anzusprechen und emotional in das Unterrichtsgeschehen einzubinden. Dort, wo Filmszenen mit Bewegung kombiniert werden und nachgespielt werden können, verfestigen sich z. B. idiomatische Redewendungen bei den Schülern, da sie mit authentischen Handlungsabläufen verknüpft werden können.

Umgang mit dem Urheberrecht

Häufig herrscht Unsicherheit, in welchem Maße Filme und audiovisuelle Medien im schulischen Kontext genutzt werden dürfen. Allgemein gilt, dass Lehrvideos, wie beispielsweise die Filme zu bestimmten Lehrwerken, in der Klasse in beliebigem Umfang genutzt werden können.

Andere Filme, wie kommerzielle Filme oder Videos von digitalen Plattformen (z. B. YouTube), unterliegen strengeren Regeln. Paragraph 60a des Urheberrechtsgesetzes legt fest, dass „zur Veranschaulichung des Unterrichts und der Lehre an Bildungseinrichtungen zu nicht kommerziellen Zwecken bis zu 15 Prozent eines veröffentlichen Werks […] wiedergegeben werden dürfen“ (§ 60a UrhG). Diese 15 Prozent dürfen abgespeichert, vorgeführt und in digitalen, passwortgeschützten Lernplattformen für die Lerngruppe archiviert werden. Kürzere Clips und Videos, die eine Gesamtlänge von fünf Minuten nicht überschreiten, dürfen in voller Länge gezeigt, digital verwaltet und komplett gespeichert werden.

Um das Urheberrecht außerdem zu wahren und Filme ganz legal im Unterricht zu nutzen, müssen Lehrkräfte jedoch sicherstellen, dass die Filme und audiovisuellen Medien aus einer legalen Quelle stammen, d. h. nicht auf illegalen Plattformen, ohne die Genehmigung des Rechteinhabers zur Verfügung gestellt wurden oder der Kopierschutz des Materials zuvor überwunden wurde.

Schüler drehen kleine Videoclips

Lernende können aber auch selbst schöpferisch tätig werden und eigene Lernvideos für sich und ihre Mitschüler produzieren. Kurze Videoclips können mit einfachen Mitteln entstehen. Dabei lernen Schüler spielerischen den Umgang mit Technik und werden bereits früh mit den Abläufen und den einzelnen Teilschritten der Produktion eines Clips vertraut gemacht. Heutzutage ist gerade dies, mit den zur Verfügung stehenden Mitteln der digitalen Technik möglich, welche es lohnt ins Klassenzimmer zu holen.

Hierbei bedarf es bei jüngeren Schülern noch der Begleitung (Scaffolding), beispielsweise der Arbeit mit einer Checkliste. So können zunächst beispielsweise Comics und Storyboards zum jeweiligen Thema gezeichnet werden, welche dann, ähnlich eines Daumenkinos, abgefilmt und von den Schülern selbst vertont werden. Die Vorführung, der nach einer Lerneinheit entstandenen Clips, stellt eine besondere Wertschätzung der Lernleistung und der entstandenen Produkte dar und bietet Schülern die Möglichkeit sich zu vergegenwärtigen, was sie in der Lage sind zu leisten.

Britta Klopsch, Carolin Stöckler

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