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Filme im Unterricht

Sachunterricht: Wo kommt die Schokolade her?

Manche Sachkundethemen brauchen Filme, zum Beispiel die Herstellung von Schokolade. Ein Film kann den Schülern anschaulich Ernte- und Lebensbedingungen sowie den Produktionsprozess zeigen. Fast so gut wie ein Ausflug ins Land der Kakaobohnen.

Filme im Unterricht: Sachunterricht: Wo kommt die Schokolade her? Ein Film kann ganz anschaulich zeigen, wie aus Kakaobohnen Schokolade wird © hansgeel - stock.adobe.com

Woher kommt die Schokolade? Und wie wird sie hergestellt? Ein Sachkundethema, das alle Schüler interessant finden und das sie weit mehr fesselt als der Weg vom Korn zum Brot. Doch wenn wir den Produktionsweg der Schokolade betrachten wollen, gibt es ein Problem: Zwar wird in Deutschland Schokolade hergestellt, die Ernte und die Verarbeitung der Kakaobohnen findet aber in fernen Ländern statt und wir können sie nicht als Unterrichtsgang erkunden. Hier kommt der Film ins Spiel.

Unterrichtsfilme können als Mittel der Veranschaulichung, der Problematisierung, der Wiederholung und der Vertiefung dienen. Sie knüpfen an die Vorerfahrung und das Interesse der Kinder an. Der Lehrer kann Vorgänge, Phänomene und Prozesse der Wirklichkeit erlebbar machen, die ansonsten der direkten Anschauung nicht zugänglich wären. Filme können aber auch Unterrichtsgänge ergänzen oder komplexe Verhältnisse oder Prozesse für die Schüler durchschaubar machen.

Eindrucksvolle Einblicke in ein fremdes Leben

In unserem Falle lernen die Schüler den Weg der Schokolade, von der Bohne bis zur fertigen Tafel, kennen. Sicher ist es möglich, sämtliche Arbeitsschritte von der Ernte — meist durch Kinder und deren harten Alltag — über Arbeitsblätter und längere Lesetexte zu vermitteln. Jedoch bekommen Schüler keinen Eindruck davon, was es wirklich bedeutet, bei der Kakaoernte mitzuhelfen. Mit einem Sachfilm gelingt das eindrucksvoll. Kinder, die meist kurze Schulwege haben oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln in die Schule kommen, erfahren, dass ihre Altersgenossen stundenlang zu Fuß zur Arbeit gehen, um zum Lebensunterhalt der Familie beizutragen.

Wie gefährlich und beschwerlich die Ernte der Kakaobohnen mit der Machete ist, wird den Lernenden mithilfe eines Films sehr schnell klar. Auch die Empathie für die Arbeiter steigt, wenn man sich die Lebens- und Arbeitsbedingungen anschaut. Es ist sicherlich sinnvoll, diese Eindrücke im Nachgang aufzubereiten, beispielsweise durch den Vergleich eines Tagesablaufs der Schulkinder hierzulande und eines Kindes, das auf den Kakaoplantagen arbeitet.

Verschiedene Zugänge zum Thema schaffen

Außerdem zeigt der Film die Arbeitsschritte der Herstellung von Schokolade hier in Deutschland. Was in den Fabriken tagtäglich geschieht, ist vor Ort nicht anzuschauen. Sicher kann ein Ausflug in ein Schokoladenmuseum gemacht werden, aber auch hier kommt eine Schulklasse nicht in die Produktion. Die einzige Möglichkeit wäre, einem Chocolatier in die Töpfe zu schauen, aber nicht alle bieten Schulklassen die Möglichkeit, den Herstellungsprozess zu besichtigen. Vor allem ist es ein großer Unterschied, ob es um die industrielle Produktion von zigtausenden von Tafeln Schokolade täglich geht oder um die Herstellung feinster Meisterschokolade.

Wichtig ist bei einer solchen Einheit jedoch, dass der Lehrer sich nicht nur auf das Medium Film beschränkt, sondern den Lernenden verschiedene Zugänge zum Thema verschafft. Dies sind natürlich auch Lesetexte, Abbildungen und vor allem Realien, von der Kakaobohne über die Kakaobutter bis hin zu verschiedenen Schokoladensorten zur Verkostung.

Lehrfilm bietet oft die optimale Darstellung

In der vorgestellten Einheit bietet der Film die Möglichkeit, Informationen darzustellen, die  in Lesetexten sehr komplex wären. Arbeitsabläufe können für diese Altersstufe gut nachvollziehbar dargestellt werden und die Informationen werden sachgerecht dargeboten. Ein weiteres Argument ist natürlich die Motivation, mit der die Lernenden die Informationen zum Thema aufnehmen werden.

In dem dargestellten Beispiel gibt es meiner Meinung nach keine Alternative zum Film, um die benötigten Informationen optimal zu zeigen. Selbstverständlich ist ein Unterrichtsgang oder eine reale Begegnung immer dem Film vorzuziehen. Wenn es um Tiere auf dem Bauernhof geht, ist der Ausflug auf einen Bauernhof natürlich Pflicht. Dies ist bei vielen Themenbereichen des Sachunterrichts ebenso. Jedoch gibt es auch Themengebiete, die so komplex sind, dass ein Lehrfilm die optimale Lösung ist. Sei es der Wasserkreislauf oder die Darstellung von Naturphänomenen in Zeitlupe.

Im Web findet man eine fast unüberschaubare Fülle an Filmen, die sich teilweise auch für den Sachunterricht eignen. Neben FWU, den Medienlinks der Bildungsserver der Länder, Vimeo oder Youtube sind die Mediatheken der TV Sender eine gute Quelle.

Es muss an dieser Stelle jedoch auf das Urheberrecht verwiesen werden. Nicht alles was man im Web findet, darf in der Schule gezeigt werden, vgl. §60a UrhG.
Für den Sachunterricht ist das Medium Film eine sinnvolle und teilweise unerlässliche Ergänzung zu den anderen im Unterricht genutzten Medien.

Babett Kurzius-Beuster

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