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Integration und DaZ

Deutsch lernen mit Spiel und Bewegung

Das beste Lernprogramm für Kinder ist das gemeinsame Spiel. Dabei lernen sie sich kennen und zu kommunizieren. Für neu zugewanderte Kinder ist die Motivation groß, die richtigen Wörter und Wendungen zu lernen, um sich im Spiel zu beweisen. Noch besser geht alles mit Bewegung.

Integration und DaZ: Deutsch lernen mit Spiel und Bewegung Nicht nur im Sportunterricht, sondern auch im Deutschunterricht lässt sich mit Spiel und Bewegung super lernen © Robert Kneschke - Fotolia.com

Eine gut entwickelte Sprache ermöglicht erfolgreiches Lernen und ein friedliches Miteinander.

Wenn Kinder aus verschiedenen Kulturkreisen zusammenleben, kann das bereichernd sein, aber auch Konflikte hervorrufen. Beim Spielen vergessen Kinder Vorurteile und Minderwertigkeitsgefühle. Sie akzeptieren sich, müssen Kompromisse schließen und lernen dabei, sich zu verständigen und gemeinsame Regeln zu erstellen. Gleichzeitig stärkt das Spiel das Verantwortungsbewusstsein für sich selbst und andere. Die Sprache wird dabei zum wichtigen Verbindungsglied. 

Auch gezielte Bewegungen und Übungen mit allen Sinnen wirken sich günstig auf das Erlernen der Sprache aus. Gesundheits- und Sportwissenschaftler belegen durch Studien, dass angemessene Bewegungen das wichtigste Medium für eine gesunde körperliche und psychische Entwicklung sind. Haben Kinder ausreichend Bewegung, lernen sie nicht nur leichter, sondern verhalten sich auch weniger aggressiv. Das wirkt sich fördernd und stabilisierend auf die gesamte Persönlichkeitsentwicklung aus. Aus diesem Grund ist es sinnvoll, das Erlernen der Sprache mit  Handlungen zu begleiten. Begriffe prägen sich leichter ein und sind auch einfacher wieder abrufbar. Sprache, die mit Bewegungen begleitet wird, Affirmationen, die den Kindern helfen ihre Alltagsprobleme anzupacken, Entspannungsübungen und gemeinsames Spielen können das Lernen der Sprache effektiv unterstützen.

Mit Kennenlernspielen das Sprechen fördern

Die Integration von Kindern mit Migrationshintergrund ist sehr komplex und besonders erfolgreich, wenn Sprachförderung ganzheitlich erfolgt und  übergreifend in den Rahmenplan der Schule integriert wird. DaZ (Deutsch als Zweitsprache) findet dann an jedem Tag und in allen Unterrichtsstunden statt. Im Vordergrund steht das friedvolle Zusammenleben geprägt von Respekt und Toleranz.

Die Kinder lernen sich mit „Kennenlernspielen“ kennen. Neben dem Erlernen der Namen kann der Lehrer dabei den Schwerpunkt auf das Sprechen im ganzen Satz legen, um Präpositionen und Adjektive zu festigen und die Verwendung von Einzahl und Mehrzahl üben zu lassen.

Auch das Abc kann mit einer Übung für jeden Buchstaben leichter erlernt werden. Monatsnamen, Wochentage und Zahlen prägen sich leichter ein, wenn ihnen eine Bewegung zugeordnet wird. Ein ganz wesentlicher Aspekt  ist es, eine entspannte, vertraute Atmosphäre zu schaffen, in der sich die Kinder wohl und angenommen fühlen.

Namen klatschen mit großer Geste

Das Kennenlernen im Spiel kann mit kleinen Bewegungsabläufen verbunden werden. Hier ein Beispiel mit Silbenklatschen: Ich heiße Milo und wie heißt du? Die Kinder stehen im Kreis. Ein Kind, z.B. Milo, beginnt das Spiel:                   

             Handlungen
IchStehe aufrecht und lege die Handflächen auf dein Brustbein.
heiHebe die Arme gestreckt nach oben.
ßeSenke die Arme seitlich auf Schulterhöhe.
MiKlatsche in die Hände.
loKlatsche in die Hände.
undPatsche die Handflächen auf die Oberschenkel.
wieStrecke die Arme auf Schulterhöhe nach vorn.
heißtBeuge dich gestreckt vor und lege die Hände oder Fingerspitzen an den Boden.
du?Richte dich auf und richte den Zeigefinger auf ein Kind.

Die Kinder klatschen immer die Anzahl der Silben ihres Namens: z. B. Aysegül klatscht drei Mal, Sebastian vier Mal.

Stopptanzen mit Präpositionen

Die Kinder sitzen im Stuhlkreis. Dann startet die Musik und die Kinder beginnen, sich zu bewegen. Sie stellen sich dabei vor, wie Herbstblätter durch die Luft zu fliegen. Beim Musikstopp bekommen sie Anweisungen wie: „Stellt euch zu dritt hintereinander auf“. Beim nächsten Musikstopp hören die Dreiergruppen: „Zwei Kinder bilden mit den Armen und Händen ein Tor, das dritte Kind geht durch das Tor“. Oder eine andere Anweisung: „Zwei Kinder stehen auf einem Bein, das dritte Kind hüpft auf einem Bein um die beiden Kinder herum“. Oder: „Ein Kind steht wie ein starker Baum, ein Kind steht vor dem Baum und ein Kind steht hinter dem Baum“.

Sind die Schüler so mit den Präpositionen vertraut gemacht worden, bekommen sie alle ein Herbstblatt in die Hand. Jetzt lautet die Anweisung: „Setzt euch ruhig auf den Stuhl und legt das Blatt auf den Kopf. Zählt bis 5, ohne das Blatt vom Kopf zu verlieren“. Dann heißt es: „Legt das Blatt vor die Füße und zählt bis 10“. Anschließend: „Legt das Blatt neben den Stuhl, hinter den Stuhl, zwischen die Füße ...“

Nach einiger Zeit des Übens können die Kinder selbst Anweisungen geben. Das Spiel ist beendet, wenn alle Kinder eine Anweisung gegeben haben.

Im Spiel und mit Bewegungen lernen Kinder leicht eine neue Sprache. Sprachförderung kann auf diese Weise im Zusammenhang mit einer ganzheitlichen Erziehung erfolgreich und kindgerecht vermittelt werden. Dabei unterstützt eine entspannte Atmosphäre das Lernen und das friedliche Miteinander.

Petra Proßowsky

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