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Lernen mit Lernleitern

Eine Lernkiste zum Thema Auge

Lernkisten enthalten ganzheitlich angelegte Arrangements zu vielen Themen des Heimat- und Sachunterrichts. „Das Auge“ erklärt das Sehen und bietet Schülern die Möglichkeit, aktiv und selbstständig alles darüber zu erfahren.  Auch kleine Experimente erwarten sie.

Lernen mit Lernleitern: Eine Lernkiste zum Thema Auge Ein Beispiel für eine Aktivitätskarte mit Material zum Thema Auge © Caroline Kirr

Optikus weiß alles über das Sehen. Er wohnt in einer Lernkiste und wird immer hervorgeholt, wenn die Schüler etwas über „Das Auge“ erfahren wollen. Optikus weiß, z. B., dass man ohne Licht nicht sehen kann. Oder woher die Tränen kommen. Oder wie es ist, wenn man blind ist und gar nichts sieht. Das kann man auch selbst ausprobieren, wenn man die Augen fest schließt. Mit der Lernkiste „Das Auge“ wird den Schülern ein ganzheitlich angelegtes Milestone-Arrangement für einen Themenbereich des Heimat- und Sachunterrichts zur Verfügung gestellt. Die strukturelle Konzeption des Arrangements entspricht dem flexiblen Lernen mit Lernleitern im Lernsystem Le.Ple.fE nach Lichtinger/Höldrich (Lichtinger, Ulrike / Höldrich, Antonie et al.: Buchstabenberge. Regensburg 2016).

Der Einstieg in die Arbeit mit Lernleitern und Lernkisten erfolgt zunächst in einer Plenumsrunde, in der das Thema vorgestellt wird. Anschließend erarbeiten die Kinder sich die Inhalte mithilfe von Milestones eigenverantwortlich und selbsttätig. Freie Elemente setzt die Lehrperson nach ihrem Ermessen an geeigneter Stelle ein und rundet so das flexible Lernsystem ab (Lichtinger, Ulrike, in Vorb.: Lernsystem Le.Ple.fE — Praxisbuch. Regensburg 2017).  

Milestones auf dem Weg  zum Sehen

Die Inhalte zum Thema Auge wurden, ausgehend vom LehrplanPLUS für die Grundschule in Bayern, in einen Lernplan für die Schüler umstrukturiert und in fünf Milestones zusammengefasst. Der Einstieg erfolgt durch eine Plenumsrunde zu Beginn des ersten Milestones. Die Runde stimmt die Kinder auf das Thema ein und macht  sie mit der Leitfigur Optikus bekannt. Optikus begleitet die Schüler auf ihrem individualisierten Weg durch das Milestone-Arrangement, gibt sowohl Orientierung als auch Hilfestellung. Am Ende der einleitenden Plenumsrunde stehen die Erfahrung und die Erkenntnis, dass der Sehvorgang ohne Licht nicht ablaufen kann.

Bei den nachfolgenden Aktivitäten kommen die Kinder den genaueren Zusammenhängen von Licht und Sehvorgang auf die Spur. Nun lohnt sich im zweiten Milestone eine nähere Betrachtung des äußeren Auges. 

Die Begriffe für dessen Aufbau werden gefestigt, bevor durch eine Reihe kleiner Experimente die Funktionsweisen von Augenbraue, Wimpern, Augenlid, Iris, Pupille und Tränenkanal ergründet werden. Ähnlich strukturiert ist auch der dritte Milestone des Arrangements, der eine kindgerechte Annäherung an die Anatomie des inneren Auges möglich macht. Durch anschauliche Modellversuche wird der abstrakte Sehvorgang für die Kinder nachvollziehbar und damit leichter verständlich.

Den eigenen Körper ausprobieren und schützen

 Im Anschluss kann in diesem Zusammenhang auch die Funktionsweise einer Brille nachvollzogen werden. Mit dem vierten und fünften Milestone finden auch fächerübergreifende Bildungs- und Erziehungsziele ihren Weg in die Lernkiste. Handlungsorientierte Aktivitäten zeigen den Schülern, wie die Sehkraft durch verschiedene Übungen und durch die Ernährung in positiver Weise beeinflusst werden kann.

Das Ausprobieren steht somit im vierten Milestone im Vordergrund und sensibilisiert zugleich für den achtsamen und gesundheitsförderlichen Umgang mit dem eigenen Körper.

Durch die Aktivitäten im fünften Milestone wird den Kindern ein Gefühl dafür vermittelt, wie es ist, blind zu sein und welche Herausforderungen dies im Alltag mit sich bringt. Sie spüren der Blindenschrift nach, lernen Hilfsmittel für blinde Menschen kennen und üben sich in einem wertschätzenden und rücksichtsvollen Umgang mit Menschen, die eine Behinderung haben. 

Schüler können ihren Lernfortschritt überwachen

Die innere Struktur der Milestones regt hierbei die Eigenverantwortlichkeit der Kinder für ihren Lernprozess in einem hohen Maß an. Einzelne Aktivitäten, d. h. kleine, handhabbare, sinnstiftende und freudvolle Aufgaben sind in einer sachlogischen Reihenfolge vorgegeben. So werden in den Milestones alltägliche oder initiierte Erfahrungen materialgeleitet und Schritt für Schritt in abstrahierte Aussagen umgesetzt (Girg, Ralf / Lichtinger, Ulrike / Müller, Thomas: Lernen mit Lernleitern. Immenhausen bei Kassel 2012). 

Ein Farb- und Symbolsystem ermöglicht den Schülern die eindeutige Zuordnung von Aktivität, Sozialform und zugehörigem Material. Sie finden sich im Milestone-Arrangement zurecht, überwachen und  reflektieren ihren Lernfortschritt mithilfe einer Übersicht, die alle Aktivitäten eines Milestones in der richtigen Reihenfolge aufführt. 

Auch weitere prozessbezogene Kompetenzen sind bereits in der Struktur der Milestones angelegt. Durch die Plenumsrunden und den Wechsel der Sozialformen finden kommunikative Lernprozesse statt: Austausch mit Mitschülern, Präsentationen und Bewertung eigener Ergebnisse

Mithilfe des Lernsystems Le.Ple.fE gelingt das Lernen vor dem Hintergrund aktueller pädagogischer und didaktischer Forderungen und Herausforderungen. Die Lernkiste bietet hierbei für Lehrer eine Möglichkeit, das Lernsystem in einem kleineren Rahmen kennenzulernen und für sich zu entdecken.

Caroline Kirr

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