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Lerntheke

Passendes Lernfutter für jeden Schüler

An der Lerntheke bedienen sich die Schüler selbst. Sie wählen das Lernniveau und die Reihenfolge der angebotenen Materialien. So fördert diese offene Unterrichtsform das selbstständige und eigenverantwortliche Lernen in jeder Phase des Unterrichtsgeschehens.

Lerntheke: Passendes Lernfutter für jeden Schüler Die Arbeit mit der Lerntheke schafft Freiraum für die Lehrkraft, Kinder, die Unterstützung benötigen, intensiver zu betreuen © micromonkey - stock.adobe.com

An der Lerntheke hat jeder Schüler die große Auswahl. Wie schwierig soll meine Aufgabe sein? Was schaffe ich? Welche Aufgabe will ich zuerst erledigen, weil sie mir am meisten Spaß macht? 

Durch die freie Wahl setzen sich die Schüler sehr individuell mit dem Lernstoff auseinander. Der Lehrer bietet ihnen ein breites Angebot an Wahl- und Pflichtaufgaben, die Schüler entscheiden, wie viele Aufgaben sie erledigen und wie schnell sie arbeiten können. So kann ein Schüler in der vorgegebenen Arbeitszeit nur die Pflichtaufgaben erfüllt haben und ein anderer alle Pflichtaufgaben und alle Wahlaufgaben. Selbstverständlich ist auch noch eine Differenzierung innerhalb der Aufgaben möglich, indem jede Aufgabe in verschiedenen Schwierigkeitsgraden angeboten wird. Hier können farbcodierte Blätter nach dem Ampelprinzip den Schülern die Auswahl erleichtern: Grün für leichte Aufgaben, gelb für schwierigere und rot für schwere Aufgaben.

Aufgaben zum Einstieg, Üben und Vertiefen

In welchen Unterrichtsphasen ergibt eine Lerntheke Sinn? Hierbei sind wieder keine Grenzen gesetzt. Die Lerntheke kann als Einstieg dienen, damit die Lernenden sich auf ein Thema einstimmen können. Beispielsweise könnte dies im Sachunterricht eine Reihe von Aufgaben rund um Wetterphänomene sein, um die Einheit „Wetter“ zu beginnen und das Vorwissen abzufragen.
 
Der klassische Einsatz der Lerntheke ist im Schulalltag die Anwendung und Übung von neuem Lernstoff. Also die Lerntheke als Vertiefung von zuvor gemeinsam erarbeiteten Inhalten. Hier ist vor allem die Möglichkeit der Differenzierung hervorzuheben, denn jeder Lerner kann auf seinem Niveau gefordert und gefördert werden. Ebenso häufig ist die Nutzung der Lerntheke zur Festigung und Wiederholung vor Arbeiten. 

Seltener ist wohl der Einsatz der Lerntheke als Lernkontrolle. Dennoch ist diese Form der Leistungsüberprüfung geeignet, den Lernzuwachs zu überprüfen. Sie zeigt dem Lernenden auch an, auf welcher Kompetenzstufe er nach der Unterrichtseinheit steht.

Lerntheke bedient nahezu alle Fächer

Aufgrund der vielfältigen Möglichkeiten, die die Lerntheke bietet, muss die Lehrkraft immer genau überlegen, wo ein sinnvoller Einsatz möglich ist. Nicht jedes Thema und jedes Fach eignen sich gleich gut für diese Methode. In den Fächern Deutsch, Mathematik und Sachunterricht sind diverse Unterrichtsszenarien denkbar. Angefangen von den bereits erwähnten Wetterphänomenen zum Einstieg im Sachunterricht über das Üben von Rechtschreibphänomenen im Deutschunterricht bis hin zu Wiederholungen im Mathematikunterricht. 

Wie sieht es aber in den anderen Fächern aus? Im Musikunterricht ist eine Lerntheke zur Notenlehre als Vertiefung und Übung durchaus denkbar. In Kunst könnten so die Lebensstationen und Werke eines berühmten Künstlers erarbeitet werden. So gibt es für die meisten Fächer mannigfaltige Einsatzmöglichkeiten.

Tablets können zusätzlich motivieren

Was sollte also der Sinn der Lerntheke sein? Eindeutig nicht, die Schüler allein vor sich hinarbeiten zu lassen. Die Rolle des Lehrenden ändert sich in der Arbeitsphase mit der Lerntheke. Er ist nun Lernbegleiter, hat Zeit, Kindern, die Hilfe benötigen, unterstützend zur Seite zu stehen. Starke Schüler können auch mal mehr gefordert werden als es sonst möglich wäre, wenn alle im Gleichschritt im Buch arbeiten. 

Besondere lohnend ist der Einsatz von Tablets in Lerntheken. Nicht nur, dass die Lernenden hoch motiviert sind, wenn sie mit digitalen Medien arbeiten können, auch die Differenzierungsmöglichkeiten, die durch diverse Apps gegeben sind, übertreffen die Unterteilung in drei Stufen bei weitem. So kann das Lernangebot noch individualisierter zur Verfügung gestellt werden. 

Beachtenswert für die Lehrkraft bei der Methode der Lerntheke ist: die Schüler in den offenen Unterrichtsformen zu mehr Selbstständigkeit und Eigenverantwortung zu erziehen. Sie müssen ihre Arbeit und Anstrengung als sinnvoll erfahren. Der individuelle Lernfortschritt muss tatsächlich bemerkt und anerkannt werden. Die kontinuierliche Rückmeldung und das Reflektieren über Lernfortschritte genauso wie über Schwierigkeiten sind grundlegende Bedingungen für das Gelingen dieser Methode.

Babett Kurzius-Beuster

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