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Spiele für einen lebendigen Deutschunterricht

Spiele können den Deutschunterricht durch die gesamte Grundschulzeit begleiten. Vom Buchstabenlernen bis zur Grammatik: Spielerisch lernen die Schüler Hören, Lesen und Schreiben leichter. — Und immer darf dabei gelacht werden.

Spiele: Spiele für einen lebendigen Deutschunterricht Mit Buchstaben lässt sich trefflich spielen: den Anfangsbuchstaben zu einem Bild finden, Silben oder Wörter zusammensetzen etc. © kikovic - Fotolia.com

„Spielen wir heute wieder das Spiel mit den Silben?“, fragt Leonie ihre Deutschlehrerin begeistert im Morgenkreis. Was für sie ein Spiel ist, ist für die Lehrerin ein Training für das Silbenhören im Wort und gehört zum Anfangsunterricht im Deutschunterricht. Da für viele Schüler nach Abschluss des Buchstabenlehrgangs das Schreiben eines Wortes noch zu komplex ist, wird hier spielerisch auf der Silbenebene geübt, alle Laute im Wort abzuhören. Dazu schwingen die Schüler die Wortsilben mit Tüchern, laufen Silben ab oder schreiben die Silben auf Karten. Für sie ist es spannend, die Anzahl der Silbenkarten zu bestimmen, die zweite Silbe im Wort „Tomate“ zu erraten oder Silbenkarten zu Wörtern zusammenzulegen. Dabei sind auch Unsinnswörter wie „Matomikula“ erlaubt, die von Mitschülern erlesen werden müssen.

Spielerisch erkennen, was man hört

Bereits ab der ersten Woche begleiten Spiele den Deutschunterricht. Ohne Buchstabenkenntnis können Schüler schon Reime erkennen, dabei geht es um die phonologische Bewusstheit. Zunächst nennt der Lehrer zwei oder mehrere Wörter wie „Klaus, Maus, Biene, Laus“ und die Schüler wissen schnell, welche Reimwörter zusammenpassen. Das Reimspiel kann dann durch Ratewörter der Kinder erweitert werden. Bildkarten, die nach Reimpaaren sortiert werden müssen, können durch spätere Erweiterung der zugehörigen Wortkarten im gesamten ersten Schuljahr eingesetzt werden.

Anschließend lernen die Schüler, Laute in Wörtern hören. Hier können Anfangsbuchstaben, später Endbuchstaben genannt werden, zu denen die Schüler die passenden Bildkarten suchen. Oft werden im Anfangsunterricht die Laute der Buchstaben durch Handzeichen ergänzt. Auch hierzu bieten sich viele Spiele an, bei denen die Schüler die Handzeichen zum Laut, zur Silbe oder zum Wort zeigen müssen.

Wird bereits auf Silbenebene gearbeitet, können Fragen zu Silben im Wort folgen. So bereitet es Schülern besonderen Spaß herauszuhören, wie viele Silben ein Wort hat, ein Wort zu einer Anzahl von Silben zu finden oder eine besondere Silbe in langen Wörtern zu benennen.

Lesen mit Dominoeffekt

Sobald die Schüler Buchstaben und Silben erlesen können, gibt es zur spielerischen Festigung Lesespiele. So können die Schüler Anfangsbuchstaben zu Bildern zuordnen, Silbenkarten erlesen und kleine Lesedominos legen. Als Klassenspiel bieten sich später Frage- und Antwortspiele an. Dazu bekommt jeder Schüler eine Karte mit einer Frage und einer anderen Antwort. Ein Kind beginnt und stellt seine Frage. Der Schüler mit der passenden Antwort meldet sich und liest diese vor. Weiter geht es mit der Frage auf seiner Karte, zu der wieder der Schüler mit der passenden Antwort und einer weiteren Frage gefunden werden muss etc. Diese Lesespiele können je nach Leistungsstand der Klasse mit kleinen Fragen und Bildern oder auch komplexeren Texten beschriftet sein. Weiterhin finden sich viele Lesememos und Lesedominos als Kaufexemplare in den Verlagen.

Schreibspaß mit Quatschsätzen

Schreiben die Schüler bereits Sätze, so können Schreibspiele den Unterricht bereichern. Die Schüler erfinden dazu zunächst einen Satz, bei dem jedes Wort den gleichen Anfangsbuchstaben hat, z. B. „Meine Mama malt mit mir Melonen.“ Die Kreativität der Schüler ist hier groß und meist wird beim Vorlesen der Sätze viel gelacht.

Sind die Satzglieder bekannt, bietet sich das Kinderspiel „Onkel Otto sitzt lustig plätschernd in der Badewanne“ an. Der Satz mit seinen Satzteilen wird oben auf ein Blatt geschrieben. Jeder Schüler schreibt nun anstelle von „Onkel“ ein anderes Familienmitglied auf, knickt das Blatt um, sodass es der nächste Schüler nicht sieht und reicht es weiter. An zweiter Stelle schreiben alle Schüler einen Namen auf, geben den Zettel geheim weiter. Es folgen ein Verb, ein Adjektiv und ein Ort. Bei der Auflösung sind hier Lacher garantiert, und die Schüler üben spielerisch den Umgang mit den Satzgliedern.

Das Spiel „Stadt, Land, Fluss“ kann abgeändert im Deutschunterricht gespielt werden. Hier können Oberbegriffe der Schüler wie „Name, Tier, Schulgegenstand, Möbelstück“ o. Ä. gesammelt werden, um das Spiel dem Vorwissen aller Schüler entsprechend spielen zu können.

Kartenspiele mit Wortarten und Zeitformen

Als Spielmaterial zur Festigung der Wortarten eignen sich Wortkarten, die nach Nomen, Verb und Adjektiv sortiert werden. Diese Karten können die Schüler in Gruppenarbeit selbst herstellen. Jede Gruppe schreibt dazu Karten zu einer Wortart, die später für das Sortierspiel gemischt werden. Im Spiel kann anschließend in Einzel- oder Partnerarbeit sortiert werden. Dies geht natürlich genauso gut mit Karten zu den verschiedenen Zeitformen. Können die Schüler bereits zwei Zeitformen wie Präsens und Präteritum unterscheiden, so ordnen sie  Karten wie „ich laufe“ und „ich lief“ dem entsprechenden Oberbegriff zu.

Wörterfinden als Wettbewerb

Um das Aufsatzschreiben zu üben, bieten sich Suchspiele an. Hierbei bekommen die Schüler den Auftrag, in Gruppen so viele Satzanfänge wie möglich zu finden. Im Anschluss werden die Satzanfänge der gesamten Klasse ausgetauscht und gesammelt. In der Regel ist diese spielerische Form effektiver, als wenn die Schüler eine Liste mit Satzanfängen vom Lehrer bekommen.

Dieser kleine Wettbewerb funktioniert ebenso bei Wortfeldern wie „sagen“, „gehen“, „Behausung“, „Fortbewegungsmittel“ etc. Es ist unglaublich, wie viele beschreibende Adjektive die Schüler für Personen finden. Die gemeinsam erstellten Listen zu Satzanfängen, Wortfeldern und beschreibenden Adjektiven werden dabei helfen, die Aufsätze und Texte der Schüler in Zukunft sehr viel lebendiger zu gestalten.

Lernwörter üben mit Fantasie

Fantasievoll geht es beim Lernwörterüben zu: „Stell dir einen blauen Elefanten vor, auf dessen Rücken eine rote Decke liegt. Hierauf ist mit weißer Schrift ‚Fahrrad‘ geschrieben. Kannst du das Wort sehen? Wie heißt der zweite Buchstabe?“ Die Schüler lieben diese fantasievolle Übung und können sich damit Lernwörter in der Regel viel besser vorstellen und einprägen. Als Lernwörtertraining denken sich die Schüler in Partnerarbeit anschließend noch weitere Situationen aus, wie beispielsweise: Ein gelbes Auto hat ein weißes Nummernschild, darauf steht mit blauer Schrift „fliegen“. Die Schüler werden die Wörter bald nicht nur vorwärts, sondern leistungsstarke Schüler auch rückwärts buchstabieren können, und es wird ihnen großen Spaß bereiten. Natürlich können solche Buchstabieraufträge auch mit Wortkarten in Partnerarbeit geübt werden. Geeignete Software zum Wörterspeichern und auswendigen Eingeben von Lernwörtern kann das spielerische Rechtschreibtraining ergänzen.

Marion Keil

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