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Zahlentricks und Mathespiele

Nicht jedem Schüler macht Rechnen Spaß und das Üben schon gar nicht. Mit Zahlentrick und Mathespielen lässt sich der Mathematikunterricht in der Grundschule für alle Schüler abwechslungsreich und motivierend gestalten.

Spiele: Zahlentricks und Mathespiele Der spielerische Umgang mit Zahlen und Rechenaufgaben motiviert die Kinder © Mirko Raatz - Fotolia.com

„Gibt es heute wieder einen Zahlentrick von dir?“, fragt Martin seine Mathematiklehrerin. Sehr begeistert verfolgen die Schüler der dritten Klasse die Zahlenzauberei ihrer Lehrerin und möchten jeden Tag neue Tricks und Spiele kennenlernen. Heute stellt die Lehrerin mit Martin zusammen einen Zahlentrick vor und bittet ihn: „Wähle geheim eine Zahl zwischen 1 und 10. Nun führe verschiedene Rechenoperationen mit deiner Zahl aus: plus 10, minus 2, plus 7. Welche Zahl ist dein Ergebnis?“ Martin rechnet und erwidert: „20“. „Deine Startzahl war 5“, erklärt die Lehrerin sehr schnell. Alle Schüler sind verblüfft und möchten die Auflösung des Tricks kennen, um ebenfalls Bekannte damit zu verzaubern. Die Antwort ist leicht: Von der genannten Endzahl wird das Ergebnis der Rechenoperationen abgezogen. Im Beispiel von „plus 10, minus 2, plus 7“, was 15 ergibt, wird diese Zahl von der genannten Endzahl 20 abgezogen und man hat die Startzahl 5.

Übungsziele besprechen und für Abwechslung sorgen

Damit Schüler sicher rechnen lernen, muss der Lehrer neben abwechslungsreichen Aufgaben auch vielfältige Übungsformen zur Verfügung stellen. Nur so kann sich beim Schüler ein bewegliches rechnerisches Denken ausbilden. Spielerische Formen sind dabei eine Möglichkeit, die Schüler zu motivieren.

Folgt man den Übungsgrundsätzen der Lernpsychologie, so sollten Rechenübungen stetig wiederholt werden, Einsicht liefern, engagiert erledigt werden und Erfolgserlebnisse bieten.
Wiederholungen, beispielsweise als Kopfrechenübungen zum Aufwärmen zu Beginn der Stunde, sollten fünf bis zehn Minuten nicht überschreiten und mit leichten Übungen beginnen. Automatisierte Verfahren wie das Einmaleins oder schriftliche Rechenverfahren benötigen viele Wiederholungen.

Spiele und Übungen zu einem Unterrichtsstoff sollten erst beginnen, wenn alle Schüler die Lernziele verstanden haben. Um alle Schüler zum Üben zu motivieren, gibt der Lehrer ein klares Übungsziel vor, das eine selbstständige Kontrolle möglich macht. Werden die Schüler oft gelobt, ermutigt und ihre Leistungen gewürdigt, so arbeiten sie besser und selbstständiger. Abwechslungsreiche Übungsformen und -materialien sorgen für die fortwährende konzentrierte und begeisterte Übung aller Schüler.

Damit für alle Schüler Erfolgserlebnisse gewährleistet sind, muss der Schwierigkeitsgrad richtig dosiert werden. Auch bei spielerischen Übungen sollte an Differenzierung gedacht werden, ebenso dass Fehler sofort korrigiert werden.

Ecken laufen und Wanderrechnen

Die Aufgaben der Kopfrechenphase zu Beginn oder am Ende einer Stunde können sowohl vom Lehrer als auch von den Schülern gestellt werden. Der Lehrer muss hier darauf achten, dass der Zahlenraum und/oder die Rechenoperationen eingegrenzt werden, um leistungsschwache Schüler nicht zu überfordern oder bloßzustellen. Oft ist es sinnvoll, nur freiwillige Rechner gegeneinander antreten zu lassen bzw. die Rechenaufgabe bei unsicheren Rechnern als Lehrer selbst differenziert zu stellen.

Zur Übung verschiedener Themenbereiche bietet sich das allseits bekannte Eckenrechnen an. Hier können vier Schüler oder vier Gruppen der Klasse gegeneinander antreten. Wer eine Rechenaufgabe zuerst weiß, darf eine Ecke weitergehen. Wer zuerst alle Ecken durchlaufen hat, ist Sieger.

Links zum Thema:

Hier gibt es weitere Ideen für mathematische Spiele und Zahlentricks.

Ein paar Tipps für selbst hergestellte Spiele zum Kopfrechentraining.

Mathespiele für verschiedene Situationen und didaktische Anforderungen.

Auch das Wanderrechnen ist bei Kindern beliebt: Ein Freiwilliger stellt sich hinter einen sitzenden Schüler und darf zum nächsten Schüler  „wandern“, wenn er die Rechenaufgabe zuerst löst. Er wandert so lange weiter, bis ein sitzender Schüler die Aufgabe schneller löst. Nun ist dieser an der Reihe. Auch ohne zu zählen, wie viele Stühle man weitergewandert ist, bis ein Mitschüler gewinnt, bringt dieses Spiel Spaß.

Schneller rechnen mit Bingo und Abtauchen

Eine individuellere Variante bietet das Rechenbingo. Hier hat der Lehrer zuvor bereits 16 Aufgaben und Ergebniszahlen zum Unterrichtsstoff notiert. Die Schüler zeichnen sich ein Raster mit vier Mal vier Feldern und notieren in beliebiger Reihenfolge die Ergebniszahlen. Zu jeder vom Lehrer gestellten Aufgabe streichen sie die Ergebniszahl durch. Wer zuerst eine Reihe von Ergebniszahlen diagonal, senkrecht oder waagerecht durchgestrichen hat, ist Sieger.

Um die Schüler zur Ruhe kommen zu lassen, kann das Rechenspiel Abtauchen gespielt werden. Dazu legen alle Schüler ihren Kopf auf den Tisch und schließen die Augen. Der Lehrer stellt eine Aufgabe und nennt drei mögliche Ergebnisse. Wenn das richtige Ergebnis genannt wird, melden sich die Schüler leise. So sieht der Lehrer schnell, wer richtig gerechnet hat.

Ein bewegungsfreudiges Spiel sind Klopfaufgaben: Ein Schüler klopft nacheinander zwei Zahlen für eine Einmaleinsaufgabe, und die anderen Schüler klopfen das Ergebnis zurück. Dieses Spiel kann bereits ab Klasse 1 für die ersten Additionsaufgaben genutzt werden.

Zu Schnellrechnern werden Schüler beim gleichnamigen Spiel. Eine Zahl des entsprechenden Zahlenraums der Klasse wird hochgehalten, dazu stellt der Lehrer eine beliebige Aufgabe: Die Zahl kann auf den nächsten Zehner ergänzt, verdoppelt, mit 20 addiert, aufgerundet, mit 5 multipliziert o. Ä. werden. Bei diesem Spiel zeigt sich, dass die Spielvorbereitung für den Lehrer nicht groß sein muss und die Zahlenkarten immer wieder für andere Operationen eingesetzt werden können.

Ein lebhafteres Spiel ist das Teamrechnen. Hierbei schreibt der Lehrer für zwei Klassenteams entsprechend der Schüleranzahl Aufgaben an die Tafel. Jedes Team muss ähnlich einer Staffel  jeden Schüler nacheinander mit einem Stück Kreide zur Tafel schicken, dieser muss eine Aufgabe ausrechnen. Die Kreide wird so lange weitergegeben, bis alle Aufgaben gelöst sind und das schnellste Team gewonnen hat.

Zahlentricks für schlaue Rechner

Wenn Schüler begeistert und wie von selbst rechnen sollen, bieten sich die oben genannten Zahlentricks an. Sehr beliebt ist das Spiel 1089, das man allerdings nur einmal durchführen kann, weil  die Ergebniszahl immer 1089 ist. Nach Einführung der schriftlichen Addition und Subtraktion bittet man hierzu einen Schüler, sich eine dreistellige Zahl auszudenken und an die Tafel zu schreiben. Die erste Ziffer muss allerdings größer sein als die letzten beiden. Der Spielleiter hält sich die Augen zu. Nun wird die Zahl rückwärts gelesen darunter geschrieben und von der oberen subtrahiert. Im Anschluss daran wird die so erhaltene Zahl noch einmal rückwärts darunter aufgeschrieben und addiert. Das Ergebnis kennt der ratende Spielleiter bereits, da das Ergebnis immer 1089 ist.

Eine Variante ist der Trick 5 für jüngere Schüler: Ein Schüler soll sich eine einstellige Zahl ausdenken, zu dieser Zahl nochmal die gleiche Zahl addieren, dann zehn addieren und durch 2 teilen. Zum Schluss noch die gedachte Zahl vom Anfang abziehen. Die Ergebniszahl ist immer 5.

Sicher werden die Schüler diese Tricks begeistert aufnehmen und vielleicht noch ein paar eigene Zahlenspiele mitbringen, um den Mathematikunterricht zu bereichern.

Marion Keil

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