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Wochenplanarbeit

Auf Entdeckungstour durch die Mathematik

Wochenplanarbeit in Mathematik ist, wenn Grundschüler in einer Rechenkonferenz verschiedene Rechenwege diskutieren, geometrische und symmetrische Formen erkunden und wiegen, messen und die Zeit erkunden.

Wochenplanarbeit: Auf Entdeckungstour durch die Mathematik Das motiviert: Für leistungsschwächere Schüler bieten sich spielerische Aufgaben in der Wochenplanarbeit an © elena hramowa - Fotolia.com

„Wann haben wir heute Wochenplan?“, fragt Maximilian aus Klasse 2 seine Lehrerin. Seit Beginn des Schuljahres hat die Klassenlehrerin einen fachbezogenen Wochenplan im Fach Mathematik eingeführt, den die Schüler in fünf Mathematikstunden einer Schulwoche bearbeiten. Dies bietet sich als Einstieg in die offene Unterrichtsmethode an, um die Wochenplanarbeit gegebenenfalls im weiteren Verlauf des Schuljahres fächerübergreifend auszubauen. Wochenplanarbeit ist immer dann möglich, wenn die Schüler sich selbstständig mit einem Unterrichtsthema beschäftigen können. Oft beinhaltet der Wochenplan Aufgaben nach Einführung eines Themas zur Wiederholung: Die Kinder festigen, üben oder wiederholen das Gelernte oder lösen entdeckende und handlungsorientierte Aufträge zu einer neuen Thematik.

Gerade im Fach Mathematik bietet der Wochenplan vielfältige Gelegenheiten für die Schüler, um individuelle Lernwege zu entdecken,  auszuprobieren und problemlösendes und mathematisches Denken auszubilden. Im Folgenden dazu Anregungen und Ideen für offene Aufgabenformate in den verschiedenen Unterrichtsbereichen des Mathematikunterrichts.

Offene und geschlossene Arithmetik-Aufgaben

Als Pflichtaufgaben dienen zu Beginn der Wochenplanarbeit meist „Rechenaufgaben“, oftmals mit Seitenangaben zum Lehrwerk, wie: „Rechne die Minusaufgaben auf Seite 58. Wähle eine Aufgabe der Seite aus und schreibe sie ins blaue Heft.“. Sie sollen den behandelten Unterrichtsstoff festigen, verschiedene Übungsformate bieten oder als Wiederholung vor einer Klassenarbeit bearbeitet werden. Diese geschlossenen Aufgaben mit einem Ziel und einer Lösungsmöglichkeit haben sicher einen wichtigen Stellenwert, doch bietet die Arithmetik auch Möglichkeiten für die selbstständige Erarbeitung und für aktives und entdeckendes Lernen.

Rechenkonferenz: Lösungswege entwickeln und diskutieren

So kann unter Einbindung der Sozialform wie Partner- oder Gruppenarbeit eine „Rechenkonferenz“ in den Plan eingebunden werden, zum Beispiel: „Rechnet die Aufgabe 65-43 jeder für sich aus. Ihr könnt dazu das Material der Zehnerstangen und Einerwürfel benutzen. Vergleicht eure Rechenwege. Wie viele Möglichkeiten gibt es und für welchen Rechenweg entscheidet sich jeder von euch?“

Arbeitsaufträge dieses Typs regen die Schüler zur aktiven Beschäftigung mit verschiedenen Lösungsmöglichkeiten an, die zielführend und eventuell auch fehlerhaft sein können. Die Kinder denken über Mathematik nach und tauschen sich aus. Im Tages-Feedback tragen die Schüler ihre eigenständigen Lösungsversuche vor, wobei sie die verschiedenen zielführenden Lösungswege für weitere Arithmetik-Übungen notieren.

Verschiedene Übungsformate von Aufgabendomino bis Zahlenmauern

Im Wochenplan zur Arithmetik bieten sich neben Aufgaben zu einem bestimmten Unterrichtsgegenstand auch nicht-inhaltsbezogene Übungsformate an, wie zum Beispiel Zahlenmauern, Aufgabenreihen fortsetzen, Aufgabendomino, Rechendreiecke, Lückenaufgaben etc.

Die Verknüpfung von Rechenoperationen üben die Kinder bei Tauschaufgaben, Nachbaraufgaben, Umkehraufgaben, Ergänzungsaufgaben sowie Verdopplungs- und Halbierungsaufgaben. Auch unterschiedliche Verfahren der Selbstkontrolle von Aufgaben wie Runden, Überschlagen und Umkehroperationen können anfangs im Rahmen der Wochenplanarbeit geübt werden. Sie sind eine wichtige Voraussetzung für selbstgesteuertes und eigenverantwortliches Lernen.

Arithmetische Knobel-, Rätsel-, Weiterdenkaufgaben und Lernspiele eignen sich besonders gut als zusätzliche Aufgaben für schnellere und leistungsstarke Schüler. — Optimal als „Differenzierung nach oben“.

Bezieht man die Schüler im offenen Wochenplan mit ein, so können sie selbst Wünsche für Aufgabenformen äußern oder eventuell sogar dazu Übungsblätter inklusive Kontrollblatt für die Klasse erstellen.

Geometrie — prädestiniert zum selbstständigen Lernen

Der Geometrieunterricht bietet per se viele Gelegenheiten für entdeckendes Lernen im Rahmen der eigenständigen Wochenplanarbeit der Schüler: Sie suchen zum Beispiel nach geometrischen Flächen oder Körpern im Klassenzimmer, zu Hause, auf dem Schulhof oder sie bauen Kantenmodelle von Körpern mit Knete und Holzstäben. Auch die Symmetrie lässt sich handlungsorientiert erforschen, etwa mit Hhilfe von Klecks- oder Klappbildern oder mit symmetrischen Zeichnungen. Und Flächen und Umfänge ergründen die Kinder eigenständig durch Messen oder Auslegen mit Quadraten und anderen Formen.

Durch die vielfältigen Handlungsmöglichkeiten, verbunden mit Partner- und Gruppenarbeit, lassen sich lernschwache Schüler hier besser als im Frontalunterricht motivieren und aktiv einbeziehen. Dabei ist stets zu beachten, dass der Handlung eine verbale Aufarbeitung folgt, etwa in Form einer Präsentation oder als Besprechung der Ergebnisse der Wochenplanarbeit im Anschluss an den Wochenplan oder im folgenden Unterricht.

Verschiedene Größenbereiche handlungsorientiert erkunden

Auch die verschiedenen Größenbereiche bieten, ähnlich wie in Geometrie, vielfältige Gelegenheiten für selbstgesteuertes Lernen im Rahmen der Wochenplanarbeit. Für die Lehrkraft gestaltet sich die Vorbereitung der Materialien einfach: Einige wenige Messgeräte und -instrumente genügen für den Wochenplan, da nicht alle Schüler zur gleichen Zeit die gleiche Aufgabe bearbeiten. Zudem gibt es die Möglichkeit der Partner- und Gruppenarbeit, so dass zum Beispiel einige wenige Uhren für gegenseitige Einstellübungen oder ein paar Messlatten zum Ausmessen von Klassenraum und Schulhof reichen. Auch können die Schüler auf diese Weise diverse Messgeräte ausprobieren, zum Beispiel verschiedene Waagen.

Auch die Arbeit mit Größeneinheiten wie Meter, Minuten, Kilogramm oder Liter bietet ein breites Spektrum von Handlungsmöglichkeiten. Optimal ist es, wenn die Schüler für die handelnden Arbeitsaufträge den Flur, Schulhof und sonstige freie Räume mit nutzen können.

Hier ein paar Anregungen dazu:

  • Mit einminütigen Aktivitäten wie auf einem Bein hüpfen, klatschen, ruhig sitzen etc. lernen die Schüler, Zeiträume im Minutenbereich objektiv einzuschätzen.
  • Sie stoppen die Zeit für bestimmte Tätigkeiten.
  • Sie verkaufen Gegenstände an einem Verkaufsstand, bezahlen und berechnen das Rückgeld.
  • Durch das Ausmessen von Gegenständen bekommen sie ein Gespür für die richtige Maßeinheit.
  • Durch Umschüttversuche ergründen sie das Fassungsvermögen von Eimer, Gießkanne und Kochtopf.
  • Sie wiegen ihre Schulmaterialien und finden heraus, mit wie viel Gewicht sie ihren Schulranzen rückenfreundlich bepacken können.

Für solche handlungsorientierten Aufgaben und für entdeckendes Lernen bietet der Wochenplan Zeit und Gelegenheit. Die Schüler wählen ihr Tempo und entscheiden frei über die Intensität, mit der sie die jeweilige Aufgabe bearbeiten. Und die Zusammenarbeit in unterschiedlichen Sozialformen fördert zudem die kommunikativen und sozialen Fähigkeiten.

Grundsätzlich bietet der Mathematikunterricht viele handlungsorientierte Möglichkeiten, gerade bei Geometrie und den Größenbereichen, doch auch durch Aufgaben zum entdeckenden Lernen im arithmetischen Bereich. Die genannten Anregungen für Arbeitsaufträge eignen sich sowohl für den Wochenplan in geschlossener Form als auch für einen offeneren Plan mit Impulsaufgaben.

Sind die Schüler mit den Arbeitsmitteln, den Aufgabenformaten und -typen vertraut, kann der Lehrer dazu übergehen, die Schüler in die Konzeption des Wochenplans mit einzubeziehen. Oftmals kommen hier ganz neue Ideen, wie man Rechenwege üben, welche Dinge man ausmessen oder wo man Knobelaufgaben für die Klasse bekommen kann. Man muss den Schülern nur zutrauen, ihre Lernprozesse selbst in die Hand zu nehmen.

Marion Keil

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