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Plakatgestaltung

Das Plakat als bildgewordene Information

Wichtig für Referate und Präsentationen: Ein kleiner Crash-Kurs in Plakatgestaltung befähigt die Schüler zu einer bewusst gewählten, optisch ansprechenden Gestaltung und Vermittlung von Informationen.

Plakatgestaltung: Das Plakat als bildgewordene Information Farbige Textflächen lockern optisch auf und gliedern die Informationen © Gerlinde Blahak

„Fertigt zu eueren Referaten ein Plakat an!“ — „Gestaltet ein Einladungsplakat für den Tag der offenen Tür“! – „Informiert mithilfe eines Posters über unsere Schulbibliothek!“ —  So oder so ähnlich lauten Arbeitsaufträge an Schüler, die sich im Allgemeinen mit Begeisterung ans Werk machen, sei es in Einzel- oder Gruppenarbeit. Es zeigt sich jedoch oft, dass die Schüler zwar eine Fülle von Ideen haben, die aber leider durch eine ungeschickte Auswahl und Präsentation nicht voll zum Tragen kommen. So lässt sich häufig beobachten, dass Wörter nicht auf die vorgesehene Zeile passen und zum Rand hin „zusammengequetscht“ werden, dass Buchstaben zu wenig „Volumen“ zeigen, dass mit allzu dünnen Stiften geschrieben wurde und überdies die Plakatfläche mit Informationen überladen wirkt.

Mit den folgenden einfachen Gestaltungstipps, die sich in der Praxis bewährt haben, kann der Lehrer schon vorab dazu beitragen, dass die Schüler zu gelungenen Lösungen kommen. Denn wer seine Informationen komprimieren und als Bild ansprechend in Szene setzen kann, zeigt, dass er verstanden hat, was er vermitteln will.

Große Hintergrundfläche

Die Auswahl einer  großformatigen monochromen Fotokartonfläche ist ein wichtiger erster Schritt, da er als Bild- und Informationsträger Komposition und Layout von Anfang an bestimmt.

  • Als Hintergrund sollte stabiler Fotokarton möglichst in Größe DIN-A2 gewählt werden. „Freiräume“ zwischen den einzelnen informativen Artikeln wecken das Interesse, gedrängte Anordnungen lassen es eher erlahmen.
  • Dunklere, kräftige Farben für den Hintergrund haben sich in diesem Zusammenhang als ideal erwiesen, da sich Schriftzüge, Bilder usw. gut vom Untergrund abheben, falls sie auf hellem Papier gestaltet wurden (siehe Punkt 2).

Collageverfahren für Überschriften und Informationen

Da für jedes Plakat Überlegungen zur Lage von  Schriftzügen, Texten und Abbildungen angestellt werden müssen, ist es vorteilhaft, wenn die einzelnen Bereiche gesondert auf Papierflächen gestaltet werden und mit ihnen als „Platzhalter“ beliebig experimentiert werden kann.

a) Schriftzüge: Die Schüler legen sich für Überschriften Papierstreifen in Weiß oder anderen Farben zurecht, auf denen sie z. B. Titel  und Untertitel in großen Blockbuchstaben oder großzügiger Schreibschrift entwerfen. Diese Papierstreifen in unterschiedlicher Größe erlauben es, dass die Schüler problemlos mehrere Schreibversuche unternehmen sowie mit deren Anordnung auf der Fläche experimentieren können, bevor sie sich für eine Lösung entscheiden. Auch Computerschriften erweisen sich hier als hilfreich. Fantasieschriften hingegen beeinträchtigen meistens die Lesbarkeit. Natürlich spielen der Einsatz von Lineal und dickeren Filzstiften oder Markern eine wesentliche Rolle um ein attraktives Ergebnis zu erzielen.

b)Texte und Bilder: Da Plakate eher unter dem Begriff „Zusammenfassende Informationen“ einzuordnen sind, sollten Texte sehr kurz  gehalten sein und eine Schriftgröße aufweisen, die auch über eine gewisse Distanz Interesse weckt und noch lesbar ist. Dabei haben sich (vergrößerte) Kopien von Textauszügen bewährt, die zusätzlich in einem exakten „Rahmen“ präsentiert werden können. Dazu klebt man die Informationen auf eine etwas größere Tonpapierfläche in einer kontrastierenden Farbe  und schneidet die Fläche im Abstand von ca. 1 cm nochmals aus. Diese Technik lässt sich auch für Abbildungen aller Art einsetzen.

 Layout — die Kunst der Anordnung

Ob die endgültige Präsentation symmetrisch, konzentrisch oder gestaffelt angelegt wird, wird erst in einer letzten Arbeitsphase entschieden, die intensives Experimentieren voraussetzt.

  • Die Schüler sollten alle Collageteile, die sie auf der Hintergrundfläche präsentieren wollen, zuerst fertigstellen und ihre Lage erproben.
  • Nicht alle Ideen und Informationen müssen präsentiert werden. Oft zeigt sich, dass das Plakat durch überlegtes Weglassen und bewusste Freiräume gewinnt.
  • Das Aufkleben der einzelnen Bestandteile erfolgt erst als letzter Schritt, wobei die endgültige Lage der einzelnen Informationsfelder und Schriftzüge vorher mit Bleistift markiert werden sollte.
  • Ein cleveres Layout arbeitet auch mit Verbindungslinien und Pfeilen. Hier empfiehlt es sich wiederum, diese aus Tonpapier in Form von schmalen Streifen und Dreiecken zu fertigen und aufzukleben.

„Echte“ Teamarbeit

Durch Arbeitsteilung und gemeinsames Überlegen und Abwägen stärken Schüler ihre soziale Kompetenz und Teamfähigkeit.

Ein paar grundlegende Dinge sind dabei zu beachten: Der Lehrer sollte darauf achten, dass die Schülergruppen (ca. 3-4 Mitglieder) im Vorfeld nach einem kurzen Brainstorming festlegen, wer für welche Arbeit zuständig ist, z. B. für Überschriften — Bilder — Texte — Symbole … Damit ist gewährleistet, dass das Plakat wirklich zu einer echten Gemeinschaftsleistung wird, bei der jedes Gruppenmitglied gleichermaßen eingebunden war.

Alle erarbeiteten Teile sollten während des Arbeitsvorgangs immer wieder auf den Hintergrund gelegt und gemeinschaftlich auf ihre „Tauglichkeit“ überprüft werden. Der Lehrer muss deshalb genügend Zeit veranschlagen (mindestens 4 Unterrichtsstunden).

So gestaltete Plakate lassen sich durch den Lehrer/die Klasse gut nach folgenden Kriterien bewerten und prämieren:

  • Format und Farbwahl
  • Überschriften und Untertitel
  • Übersichtliche Anordnung der Informationen
  • originelle Ideen
  • Informationsgehalt, alle wesentlichen Informationen

Die aufgeführten Tipps verstehen sich als kleiner „Crash-Kurs“ in Plakatgestaltung, in dem Schüler Kompetenzen erlangen, die fächerübergreifend immer wieder zum Tragen kommen.

Gerlinde Blahak

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