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Lernortkatalog

Die Bedeutung außerschulischer Lernorte im Religionsunterricht

Religion muss erfahrbar gemacht werden. Die Schule bietet dafür jedoch nur begrenzten Raum, um religiöses Leben in unserer Gesellschaft zu erfahren. Außerschulische Lernorte ermöglichen einen neuen, auch spirituellen Erfahrungshorizont.

Lernortkatalog: Die Bedeutung außerschulischer Lernorte im Religionsunterricht Ein biblisches Freiluftmuseum zu erkunden, ist für Schüler eine sehr besondere Erfahrung © Ruth Hildebrand-Mallitsch

Der Religionsunterricht soll laut Kernlehrplan Kompetenzen ausbilden und die Schüler befähigen, an religiöser Praxis teilzuhaben: „Er führt in die Grundlagen christlichen Glaubens in evangelischer Prägung ein, eröffnet Raum für die Begegnung und Auseinandersetzung mit kirchlichen Institutionen und anderen Formen gemeinschaftlich gelebten Christentums und leistet einen spezifischen Beitrag zu den Entwicklungsaufgaben im Jugendalter. Die Schülerinnen und Schüler setzen sich mit anderen über unterschiedliche Deutungen von Wirklichkeit und Lebensentwürfen auseinander und lernen sich zu verständigen sowie exemplarisch an der Gestaltung der religiösen Dimension ihres Lebensumfeldes mitzuwirken und eine eigene religiöse Identität auszubilden.“ (Kernlehrplan Evangelische Religionslehre Sekundarstufe I Realschule NRW 2013, S. 10)

Das bedeutet, dass Unterrichtsinhalte nicht ausschließlich auf rein kognitiver Ebene in der Schule vermittelt werden sollten, sondern in der originalen Begegnung an realen Orten, mit realen religiösen Phänomen, mit realen Menschen außerhalb der Schule. Oft aber steht der Religionsunterricht für sich allein, abseits des religiösen Lebens in der Umgebung der Schüler. Es wird also nur religiöses Wissen vermittelt, ohne Bezug zur gelebten, praktischen Religionsausübung.

Reales religiöses Leben kennenlernen und erfahren

Die Schüler sollen ihre eigene Religiosität ausbilden, dazu benötigen sie ganzheitliche, erfahrungsorientierte, authentische Angebote, die selbstständige Lernprozesse ermöglichen, eine Fragehaltung ausbilden, eine kritische Auseinandersetzung zulassen, um zu einer eigenen religiösen Haltung zu gelangen. Daher ist die Integration von außerschulischen Lernorten in den Unterricht von großer Bedeutung, denn diese dienen der sinnlichen, anschaulichen, handlungsorientierten, realen, lebensnahen und nachhaltigen Begegnung mit religiösen Sachverhalten.

Die folgende Aufzählung zeigt mögliche Beispiele für Besuche außerschulischer Lernorte:

  • Museen: Werkstatt-Bibel, jüdisches Museum, biblisches Freilichtmuseum (siehe Foto)
  • Gedenkstätten: Stolpersteine, KZ Gedenkstätten
  • Gotteshäuser: evangelische und katholische Kirche, Synagoge, Moschee, Kloster, Hindutempel
  • Kunst: Theatervorstellungen, Kunstausstellungen
  • Natur: Wald/Park, Friedhof, Kreuzweg, Bibelgarten
  • Einrichtungen: Bestattungsunternehmen, Hospiz, Diakonie, Beratungsstellen, Jugendstrafvollzugsanstalten

Ein Lernortkatalog von und für alle Fachkollegen

Häufig sehen Kollegen von Unterrichtsgängen oder -fahrten ab, weil der zeitliche und organisatorische Aufwand einfach zu groß ist. Daher ist es sinnvoll, an der eigenen Schule einen Lernortkatalog durch die Fachkollegen zusammenzustellen, der die Einordnung des Lernortes in die jeweilige Unterrichtsreihe verdeutlicht und die inhaltliche Vorbereitung, Organisation und Durchführung von Unterrichtsgängen erleichtert.

Da Lernorte außerhalb der Schule didaktisch aufbereitet sein können (z. B. Museen) oder auch nicht (der nahe gelegene Wald zum Thema „Schöpfung“), ist es wichtig für die Lehrperson, vorab viele Informationen über diesen Lernort zu haben. Ein Lernortkatalog gibt Einblick und er sollte stetig ergänzt und auf den neuesten Stand gebracht werden.

Ruth Hildebrand-Mallitsch

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