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Politische Bildung mit Spaßfaktor

Politische Bildung und gelebte Demokratie einmal anders: Auf dem Edutainment-Portal HanisauLand erleben Schüler mithilfe origineller, z. T. multimedialer Comic-Episoden mit, wie eine junge Republik aufgebaut wird und Politik und Wirtschaft funktionieren. Zusatzmaterialien für Schüler und Lehrer ergänzen das Angebot.

Edutainment-Portal: Politische Bildung mit Spaßfaktor Politische Bildung kann auch Spaß bringen, wenn sie so aufbereitet ist, dass sie die Schüler abholt © GiZGRAPHICS - Fotolia.com

Schon seit mehreren Jahren regiert die Nilpferddame Bärbel Breitfuß die noch junge Republik. „Das tut sie mal mit mehr, mal mit weniger Geschick“, wie der Besucher des Webportals „HanisauLand.de – Politik für Dich“ erfährt. Egon Eber ist der Außenminister in ihrem Kabinett. Die „weitgereiste Wildsau“ unterstützt die Kanzlerin und zeichnet sich durch eine „furchtlose Art“ aus. Das Amt des Innenministers bekleidet Rainer Renner, „ein sehr energischer Hase, der sich vor allem für die Hasenfraktion stark macht“. — So sind in der großen Koalition von HanisauLand alle drei Bevölkerungsgruppen des Landes vertreten: „Nilos“, Wildsäue und Hasen. Der Grund: Sie sind demokratisch gewählt. Und — wie in einer richtigen Demokratie — gibt es auch alles andere, was Politik so spannend macht: Einen Berater, eine oppositionelle Zeitung mit zwei unerschrockenen Redakteuren, einen Polizeichef, eine strenge Richterin, eine Armee, einen Interessen-Verband und natürlich die restliche Bevölkerung von HanisauLand. Dazu kommen noch einige Gegenspieler der noch jungen Demokratie, wie zum Beispiel die Hasshasen (mit Hitlerfrisur) und „drei Alte“, die sich mit üblen Tricks bereichern, obwohl sie als gewählte Volksvertreter im Parlament sitzen.

Ein Comic erklärt Politik und Wirtschaft

Herzstück des umfangreichen Webangebots HanisauLand, das sich an Kinder und Jugendliche der Klassen 3 bis 8 richtet, ist die gleichnamige Comicreihe, die jeden Monat mit einer neuen Episode fortgesetzt wird. Die mittlerweile 140 Folgen erzählen unterhaltsam, wie Hasen, Nilpferde und Wildsäue gemeinsam eine Demokratie/Staatswesen nach einem Krieg aufbauen und dabei immer wieder typische Konflikte und Probleme zu lösen haben. — Parallelen zur Bundesrepublik Deutschland sind durchaus beabsichtigt.

Vielfältige Einsatzmöglichkeiten im Unterricht

Im Unterricht kann der Comic auf verschiedene Weise rezipiert und in verschiedenen Fächern eingesetzt werden: Komplett alle Versionen sind nicht nur online verfügbar, sondern auch als Printversionen, die bei der Bundeszentrale für politische Bildung bestellt werden können. Die ersten 40 Episoden gibt es auch als Hörversion im MP3-Format und in englischer Sprache. Aufgrund der doch relativ schwierigen Texte der englischen Version eignen sich diese eher für den Englischunterricht in höheren Jahrgangsstufen der Sekundarstufe I.

Ansonsten passt das Material von HanisauLand zu vielen Themen in verschiedenen Fächern der Sekundarstufe I (Politik, Wirtschaft, Geschichte, Deutsch, Gemeinschaftskunde) und zum Teil und für leistungsstarke Schüler im Deutsch-, Religions- oder Sachunterricht der Grundschulklassen 3 und 4.

Die poppige Hymne regt zum Mitsingen im Musikunterricht an und kann auch als kostenloser Klingelton heruntergeladen werden. Wie bei allen Online-Texten der Comic-Geschichte sind auch in der Hymne alle schwierigen Wörter erklärt: Die Schüler brauchen nur den Mauszeiger auf den jeweiligen Begriff zu führen und eine verständliche Erklärung aus dem hinterlegten Lexikon wird angeteasert, d. h., sie bricht an der spannendsten Stelle ab und regt die Kinder dazu an, den kompletten Lexikonartikel zu lesen. Bei „Frieden“ heißt es dann etwa „Du hast dich mit einem Freund furchtbar gestritten. Beinahe wäre es zu einer Prügelei gekommen. Doch dann seht ihr ein, dass der … [mehr]“.

Die liebenswerten Figuren des Comic, die Spannung, die durch die beiden Pole „gut“ (demokratisch) und „böse“ (z. B. auf den eigenen Vorteil bedacht sein oder die Demokratie bzw. den inneren und äußeren Frieden torpedieren) aufrechterhalten wird, die einfache, Sprache mit alltagssprachlichen Dialogen und die kind- und jugendgerechte Lebenswelt und Logik der Figuren regt die Schüler auch zum eigenständigen Lesen und Erarbeiten der Themen an.

Klar strukturierte und abgeschlossene Themen

Besonders bei den neueren Episoden (ab Folge 100) zeigen die Übersichten auch klar umrissene Themen wie z. B. Taschengeld und Kinderarbeit, Energie, Klimawandel, Polizeiarbeit, Werbung, Streitkultur oder Mobbing. — Somit liefert HanisauLand auch die Basis für „Unterrichtsstunden aus aktuellem Anlass“, etwa bei Konflikten innerhalb der Klasse oder bei politisch relevanten Ereignissen wie einer Bundestagswahl.

Eine Liste der Comicthemen aus früheren Folgen findet sich hier und auch „einige speziell zusammengestellte Themen-Comics, die unabhängig von anderen Folgen genutzt werden“ können, sind verfügbar. Diese einzelnen Episoden der Geschichten von HanisauLand widmen sich jeweils bestimmten Themen, die mit maximalzwei oder drei Folgen abgeschlossen sind. Vorweg werden die Protagonisten vorgestellt (Wer ist dieses Mal dabei?) — Vorwissen ist also nicht erforderlich. 

Politische Bildung multi-medial vermitteln

Die Rubrik „Schule“ liefert Lehrern alles, was die Vorbereitungszeit verkürzt und den Unterricht auflockert: Fertige Arbeitsblätter zu den ersten 73 Folgen und zur HanislauLand-Rallye, bei der die Kinder — mit einem ansprechend gestalteten Arbeitsblatt bewaffnet — in Kleingruppen Multiple-Choice-Fragen zum Comic beantworten.

Zu einigen zentralen Themen (Kinderrechte, Mobbing, Cybermobbing, Bundestagswahlen …) gibt es interaktive Tafelbilder für Whiteboards und Videos, methodische Anregungen für einen abwechslungsreichen Unterricht sind unter „Arbeiten mit HanisauLand“ abrufbereit, und unter „spielerisches Lernen“ gibt es themenbezogene Spiele (Deutsche Einheit, Bundestagswahl 2009, Sicherheitstipps für das Internet) und viele weitere mit aktuellen Bezügen, die sich auch bestens für eine Stationenarbeit oder einen Aktionstag eignen.

HanisauLand ist so konzipiert, dass politische Bildung für Kinder und Jugendliche kontinuierlich im Unterricht angesiedelt werden kann. Die Fülle der Materialien bietet Stoff für durchaus spannende Stunden, bei denen die Schüler selbst aktiv werden dürfen: Sie denken sich Geschichten aus, diskutieren, malen Bilder, veranstalten Quizspiele, überlegen sich, was sie an ihrer Schule gern verändern würden und schreiben dann einen Brief an die Schulleitung, laden Lokalpolitiker in die Klasse ein oder veranstalten sogar ein komplexes Planspiel („Gestrandet auf der Insel – was nun?“). — Schon anhand dieser Aufgaben nur zu den ersten 11 Folgen lässt sich ersehen, dass der Unterricht mit HanisauLand Spaß macht. Und — wie das redaktionell betreute Gästebuch zeigt — die Website trifft offensichtlich den Geschmack von Kindern und Jugendlichen gleichermaßen: Selbst 15-Jährige posten dort und auch Tommy, 8, lobt diese „gute siete“, die „super tiere“ und ein „hubsches seiten leiaut“.

Martina Niekrawietz

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