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Umwelterziehung

Umwelt- und Klimaschutz Thema in der Schule? Ja bitte!

Umwelt- und Klimaschutz ist ein zunehmend wichtiges Thema auch im Unterricht. Ideen für Projekte und dazu passende Unterrichtseinheiten finden sich inzwischen auch im Netz.

Umwelterziehung: Umwelt- und Klimaschutz Thema in der Schule? Ja bitte! Umwelt- und Klimaschutz betrifft alle — das begreifen die Schüler schnell © malp - stock.adobe.com

Nicht erst seit den „Fridays for Future“-Demos interessieren sich Schüler für den Umweltschutz — und das auch nicht nur, um den Unterricht zu schwänzen. Einer Greenpeace-Umfrage zufolge möchten rund „21 Prozent der Schüler lieber nach der Schule protestieren und auch anderweitig aktiv werden, wie zum Beispiel mit einer Infostand-Aktion in der Fußgängerzone oder am Marktplatz.  Hier könnten sie darüber informieren, wie jeder einzelne sein Verhalten ändern kann, um zum Klimaschutz beizutragen: Fleischkonsum einschränken, umweltfreundliche Verkehrsmittel nutzen, „saubere“ Mode tragen, Plastikmüll vermeiden. — Das alles sind komplexe Themen, mit denen sich die Schüler am besten zunächst im Unterricht auseinandersetzen sollten. Wer dafür Anregungen sucht, findet z. B. Bildungsmaterialien auf der Greenpeace-Website.

Wer handeln will, muss Bescheid wissen

„Erst informieren, dann handeln“ — Das ist das Motto der meisten Unterrichtskonzepte von Greenpeace. Konzipiert sind die Materialien überwiegend für die Jahrgangsstufen 7 bis 10, drei Broschüren richten sich auch an Grundschüler der 3. und 4. Klasse: „Bienen in der Grundschule“, „Meer entdecken“ und „Plastikmüll im Meer“. Jedes Unterrichtskonzept gliedert sich in mehrere Themenbereiche, die aufeinander aufbauen und sich auch gut für eine Unterrichtsreihe oder ein mehrtägiges Projekt eignen.

Ob sich die Schüler mit Mobilität und Verkehr befassen, mit Massentierhaltung oder mit dem Abholzen des Urwaldes, immer stehen zunächst das eigene Verhalten und das direkte Umfeld der Schüler im Fokus. Anschließend überlegen sie, welche Auswirkungen sich daraus für Klima und Umwelt ergeben und wo Handlungsbedarf besteht. In einem dritten Schritt befassen sich die Schüler mit nachhaltigen Alternativen, um sich dann in einem vierten Schritt bei Aktionen für ein klima- und umweltfreundliches Umdenken zu engagieren.

Aktuelles Beispiel: Klimaschutz und Verkehr

Seit Monaten bestimmen der „Abgasskandal“ und die Diskussion über Fahrverbote, Tempolimit und Feinstaubbelastung die Berichterstattung in den Medien. In einem kurzen Unterrichtsgespräch erläutert die Lehrkraft die Positionen der Debatte und fragt das Vorwissen zu Schadstoffbelastung durch den Straßenverkehr ab. Danach steigt die Klasse direkt in die Unterrichtseinheit „Mobilität: Verkehr(t)!“ ein.

Ergänzende Links:

Materialien u. a. zum Klima- und Umweltschutz finden Sie auf folgenden Websites:

Umwelt im Unterricht

Unicef

Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU)

Umweltbundesamt

Nach Möglichkeit haben die Schüler bereits eine Woche vorher damit begonnen, ein Verkehrstagebuch zu führen und Verwandte und Bekannte dazu interviewt. Dokumentiert haben sie dabei jeweils den Anlass, die zurückgelegte Strecke in Kilometern, die Art der Fortbewegung und den Grund für die Nutzung eines bestimmten Verkehrsmittels. Jetzt werten Schüler und Lehrer gemeinsam die Ergebnisse aus und halten die Aspekte fest, die für die Wahl eines bestimmten Verkehrsmittels ausschlaggebend waren: „Auto — Geschwindigkeit, Komfort“ oder „Fahrrad — Kosten, Gesundheit“ etc.

Danach ermitteln die Schüler mit einem CO2-Rechner den Kohlendioxid-Ausstoß für unterschiedliche Verkehrsmittel. Mit einem Passivsammler oder einem selbst gebauten Feinstaubmessgerät (Anleitung ist in der Unterrichtsbroschüre verlinkt) messen die Schüler auch die Feinstaubbelastung rund um die Schule.

Die zentrale Frage lautet: Wie kann es gelingen, die durch das eigene Verkehrsverhalten verursachten Emissionen möglichst gering zu halten? Das diskutieren die Schüler anhand eines Praxisfalls: Der SUV von Familie Fischer hat den Geist aufgegeben und die Familie debattiert kontrovers, ob ein neues Auto angeschafft werden soll oder nicht.

In einem nächsten Schritt entwickeln die Jugendlichen „Ideen für eine klima- und umweltfreundliche Mobilität“. Sie lernen „Beispiele für gelungene Projekte nachhaltiger Mobilität und Stadtentwicklung“ kennen und überlegen: Was kann ich selbst tun? Was schaffen wir gemeinsam? Und was können andere tun? Schüler, die dann selbst aktiv werden möchten, könnten einige Ideen in die Tat umsetzen und z. B. eine Fahrraddemo für sichere Radwege organisieren oder die nächste Klassenfahrt CO2-neutral planen.

Am Infostand Demokratie üben

Wenn die Schüler dann auch den eingangs erwähnten Infostand umsetzen, dann können sie ihr Wissen direkt in Gesprächen und Diskussionen mit Passanten anwenden. Sie erfüllen jetzt alle Voraussetzungen, um im Gespräch zu überzeugen: Sie gehen mit gutem Beispiel voran, indem sie klimafreundliche Fortbewegungsmittel nutzen. Sie können mit Fakten punkten und haben sich eine fundierte Meinung gebildet, die sie auch in der Diskussion mit Andersdenkenden vertreten können.

Dabei stellen sie ihre eigenen Argumente vielleicht auch in manchen Punkten auf den Prüfstand oder merken, wo sie noch Wissenslücken haben. Vermutlich werden sie erleben, dass verschiedene Ansichten nebeneinander existieren, dass manche Menschen auf unreflektierten Meinungen bestehen oder vielleicht gar nicht in der Lage oder willens sind zuzuhören. Doch auch das alles gehört zu einer kontroversen Debatte über gesellschaftlich relevante Themen.

Im Rahmen einer Projektwoche könnten sich Schüler verschiedener Klassen auch mit unterschiedlichen Themen auseinandersetzen: zum Beispiel mit dem Erhalt von Wäldern und Urwäldern, mit dem Kohleausstieg, mit Extremwetter und Klimawandel, mit alternativen Energieformen und vielen weiteren spannenden Unterrichtsthemen. Jede Klasse könnte dann zu ihrem Thema einen Infostand gestalten. Am besten überlegen sich die Schüler auch gleich, wie sie auf sich aufmerksam machen und Passanten an ihren Stand locken: mit Transparenten und Plakaten, mit einem selbst gemachten Klimasong oder mit Snacks aus der Schulküche. Wenn dann vielleicht noch die lokale Presse über den „Aktionstag“ berichtet, hat das Engagement der Schüler eine noch größere Breitenwirkung.

Martina Niekrawietz

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