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Infektionsschutz

Corona-Virus: Wie geht man in der Schule damit um?

Fast stündlich gibt es neue Nachrichten zur Corona-Virus-Pandemie. Um unnötige Angst vor Infektionen an Schulen zu vermeiden, helfen nur nüchterne Fakten und geeignete Vorsorgemaßnahmen.

Infektionsschutz: Corona-Virus: Wie geht man in der Schule damit um? Ein einfacher Mundschutz kann nicht unbedingt vor einer Infektion schützen © thanakorn - stock.adobe.com

Seit einigen Wochen beherrscht das „neuartige Corona-Virus“ (2019-nCoV) die Medien. Fast täglich gibt es neue Meldungen über weiterhin steigende Erkrankungen in China, vor allem in der Ursprungsregion Wuhan. Zuletzt häuften sich jedoch auch Verdachtsfälle in den Nachbarregionen und sogar in Europa. Auch wenn die Weltgesundheitsorganisation (WHO) noch nicht von einer Pandemie spricht, so wurde erst kürzlich der „internationale Gesundheitsnotstand“ ausgerufen, mit dem konkrete Handlungsempfehlungen für die Mitgliedsländer einhergehen. Auch in Deutschland wurden erste Infektionsfälle bestätigt. Diese konzentrieren sich aktuell auf Bayern, während erste Verdachtsfälle in Brandenburg und Nordrhein-Westfahlen nicht bestätigt wurden.

Vorsichtsmaßnahmen der Länder, um Verbreitung zu stoppen

Als Schnellmaßnahmen empfehlen die deutschen Behörden, von Reisen in das chinesische Risikogebiet abzusehen. Außerdem sollen Bundesbürger aus den betroffenen Regionen ausgeflogen werden. Generell sind die Piloten bei Flügen aus China dazu angehalten, über den Gesundheitszustand ihrer Passagiere zu berichten und die Reisenden sollen Formulare ausfüllen, um in den nächsten dreißig Tagen erreichbar zu sein.

Nicht zuletzt sind Kliniken dazu verpflichtet, Verdachtsfälle zu melden, um somit einen Gesamtüberblick über die Lage zu erhalten. Davon unabhängig mahnt der Bundesminister für Gesundheit, Jens Spahn (CDU), zur Ruhe, da eine Ansteckungsgefahr in Deutschland weiterhin gering sei. Man nehme den Virus ernst, dürfe aber nicht hektisch werden. „Für übertriebene Sorge“ gäbe es keinen Grund, so der Gesundheitsminister. Auch das Robert-Koch-Institut wies darauf hin, dass die Erkrankungszahlen aktuell zwar steigen würden, die Mehrzahl der Verstorbenen jedoch unter Vorerkrankungen gelitten hätten.

Infektionsgefahr: Zahlen zur realistischen Einordnung

Festgehalten werden muss, dass der Virus „2019-nCoV“ eine Epidemie ausgelöst hat. Damit ist jedoch erst einmal nur gemeint, dass es einen sprunghaften Anstieg einer Infektion gibt. Entscheidend für diese Einordnung ist die Basisreaktionszahl eines Virus. Damit die Zahl der Infektionen nicht kontinuierlich ansteigt, ist eine Grundvermehrungsrate von 1 notwendig. Das bedeutet, dass jeder Infizierte genau einen Nichtinfizierten infiziert. Die reale Anzahl der Infizierten bleibt somit konstant.

Aufgrund der aktuellen Zahlen schätzen Wissenschaftler die Basisreaktionszahl des neuartigen Corona-Virus jedoch auf 1,4 bis 2,5. Somit erklärt sich der sprunghafte Anstieg der Infektionen. Da die Infektionen regional stark begrenzt sind, wird aktuell nicht von einer Pandemie, einer grenzüberschreitenden Epidemie, gesprochen.

Problematisch bleibt jedoch die recht lange Inkubationszeit von bis zu 14 Tagen. Es ist durchaus möglich, dass ein Infizierter noch keine Symptome zeigt, aber bereits bisher nichtinfizierte Menschen ansteckt. Dadurch kann sich die Krankheit unbemerkt weiter verbreiten. Die Letalität, das heißt das Verhältnis von Erkrankungs- zur Sterbezahlen, liegt nach aktuellen Berechnungen bei 2,9 Prozent. Die Zahl könnte real durchaus niedriger sein. Sie könnte auch höher liegen, da existierende Erkrankungsfälle mit weniger oder keinen Symptomen unter Umständen noch nicht entdeckt wurden. Erkrankte im kritischen Zustand könnten zudem auch noch versterben.

Bei Verdacht zum Arzt

Für Schulen kann zunächst festgehalten werden, dass vorerst keine größere Gefahr besteht. Trotz alledem sollten Lehrkräfte und Eltern auf entsprechende Symptome achten. Die Schwierigkeiten bestehen vor allem darin, dass eine klare Abgrenzung zu einer gängigen Grippe-Infektion für Laien nicht möglich ist. Klarheit verschafft nur eine Laboruntersuchung.

Als typische Symptome gelten Fieber, Muskelschmerzen und trockener Husten. Bei schwerem Verlauf kann sich der Infekt bis zu einer Lungenentzündung ausweiten. Um sich zu schützen, empfiehlt das Bundesministerium für Gesundheit [Stand: 31.01.2020] dieselben Maßnahmen, „die auch grundsätzlich zur Vermeidung von Grippe gelten: gute Handhygiene, Husten- und Nies-Etikette sowie Abstand zu Erkrankten halten.“

Sollte ein Verdachtsfall bestehen, so kann mithilfe eines Nasen-Rachen-Abstriches mit anschließender Laboruntersuchung Sicherheit erlangt werden. Solch ein Test ist jedoch realen Verdachtsfällen vorbehalten. Es werden zwei Risikogruppen benannt: Erstens diejenigen, die entsprechende Symptome zeigen und sich innerhalb der letzten 14 Tage im Risikogebiet (aktuell die Provinz Hubei) aufgehalten haben und zweitens diejenigen, die nachweislich Kontakt zu einer infizierten Person hatten. In diesen Fällen sollte man den Arztbesuch jedoch ankündigen und auf den Verdacht hinweisen, um eine mögliche weitere Verbreitung zu verhindern.

Infektionsschutz an der Schule

Insgesamt ist sicherlich Vorsicht geboten und doch scheint aktuell keine besondere Gefahr in Deutschland zu bestehen. Unabhängig vom „neuartigen Corona-Virus“ sollten an Schulen gängige Sicherheitsmaßnahmen im Sinne des Infektionsschutzgesetztes bekannt sein, da der enge Kontakt eine Übertragung von Krankheitserregern begünstigt und schwere Krankheitsverläufe vor allem bei jüngeren Kindern möglich sind.
In diesem Zusammenhang ist es wichtig, Schüler und Eltern nachdrücklich zu informieren, wie sie sich vor einer Infektion schützen können. Zu den entsprechenden Schutzmaßnahmen gehört:

  • sich regelmäßig und gründlich die Hände mit warmem Wasser und Seifen zu waschen,
  • sich bei Husten und Niesen die Hand — oder sehr viel besser: die Armbeuge — vor Mund und Nase zu halten
  • und engeren Kontakt zu Mitmenschen zu meiden.

Sollte ein ernsthafter Verdacht einer Infektionskrankheit bestehen, so muss grundsätzlich ein Arzt aufgesucht werden und ein Schulbesuch unterbleiben. Um eine Ausbreitung der Erkrankung zu verhindern, müssen Eltern — Abhängigkeit vom jeweiligen Erreger — die Klassen- und Schulleitung informieren, die dies wiederum ggf. an das entsprechende Gesundheitsamt weiterleiten. Zu den informationspflichtigen Erkrankungen zählen u. a. Mumps, Masern, Kopfläuse und eben eine Ansteckung mit dem neuartigen Corona-Virus, nicht jedoch eine einfache Erkältung oder ein einfacher viraler Infekt.

Corona-Virus- Pandemie im Unterricht behandeln

Neben den grundlegenden Belehrungen zum Umgang mit entsprechenden Infektionserkrankungen, lohnt es sich, die aktuelle Corona-Virus- Pandemie im Unterricht zu behandeln. Themen wären zum Beispiel:

  • aus biologischer Sicht: der Aufbau und die Verbreitung dieses Virus,
  • aus politischer Sicht: eine Beurteilung der getroffenen Maßnahmen,
  • aus wirtschaftlicher Sicht: die ökonomischen Konsequenzen der Quarantänemaßnahmen oder
  • aus geografischer Sicht: die naturräumlichen Bedingungen, die die Ausbreitung einer Infektion begünstigen oder erschweren.

Auf diese Weise kann ein hochaktueller Unterricht mit klarem Bezug zur Lebenswelt der Schülerinnen und Schüler konzipiert werden.

Frank Lauenburg

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