Fach/Thema/Bereich wählen
Gewalt im Netz

Cyber-Mobbing: Der Fall Amanda Todd

Cyber-Mobbing ist heute, gerade wenn es um Facebook und Co. geht, ein gerne angeführtes Schlagwort, das in aller Munde ist. Doch was genau verbirgt sich hinter diesem Gewaltphänomen im Netz? Und vor allem was können wir als Lehrer präventiv gegen diese Gewalt im Netz tun?

Gewalt im Netz: Cyber-Mobbing: Der Fall Amanda Todd Mobbing-Opfer grenzen sich oft auch aus eigener Scham von ihrer Umgebung ab © DoraZett - Fotolia.com

Fragen über Fragen, die genau das offenlegen und bekunden, was in solch einer Situation allzu natürlich ist: Der pädagogische Wunsch, Jugendliche gegen Cyber-Attacken im Social Web schützen und für deren Folgen sensibilisieren zu wollen, besteht – alleine, an der Umsetzung scheitert es noch zu oft, da kompakte und griffige Unterrichtseinheiten zum Thema bisher noch Mangelware sind. Der nachfolgende Beitrag zu dem Fokus-Thema „Cyber-Mobbing“ beabsichtigt, basales Hintergrundwissen vorzustellen, das die Folgen von Cyber-Mobbing emotional berührend und ergreifend veranschaulicht: Die Rede ist von dem Fall Amanda Todd.

„Der Fall Amanda Todd“.

Der stille Schrei der fünfzehnjährigen Amanda Todd aus Kanada rüttelte im Oktober 2012 die Weltöffentlichkeit wach und brannte das Mobbing-Thema nochmals tief in unser aller Gedächtnis ein. In einem am 07. September 2012 hochgeladenen Video auf YouTube erzählt die Teenagerin ihre Geschichte der Demütigung im Netz: Amanda hält in 8:15 Minuten ein beschriebenes Kärtchen nach dem anderen in die Videokamera und vermag derart nur noch stumm wiederzugeben, wie sie zum Opfer einer grausamen Cyber-Attacke geworden ist. Amanda Todd hat sich am 10. Oktober 2012 das Leben genommen.

Amandas „Schrei“

Dass dieses Video zu Amandas stillem „Schrei“ allein in Deutschland mehr als eine Million Mal und weltweit von weit über 15 Millionen Zuschauern (Stand 08/2013) aufgerufen worden ist, macht klar und deutlich: Cyber-Mobbing und dessen brutale Konsequenzen machen nicht nur betroffen, sondern formulieren zugleich einen Appell, sich der Problematik im Netz gegenüber noch mehr zu öffnen und gegen Cyber-Attacken noch offensiver vorzugehen. Amanda Todds stummer Einblick in die Psyche eines Gequälten legt hierfür nur exemplarisch Zeugnis ab.

Hintergrund

Was ist Cyber-Mobbing? Was Amanda Todd im Netz widerfahren ist, stellt – streng genommen – einen ganzen Cocktail an unterschiedlichen Gewalt-Varianten dar: Bezieht sich Cyber-Mobbing primär auf die Berufswelt und hier wiederum auf Denunziations- und Diffamierungsformen zwischen KollegInnen, ist für die Sphäre der Schule der Begriff Cyber-Bullying (engl. "schikanieren“) eigentlich passender.

Ob Mobbing oder Bullying – beide Formen der Gewaltanwendung charakterisieren sich durch ein gezieltes, absichtliches und systematisches Denunzieren und Diffamieren im Web und können bis hin zu Formen der extremen Belästigung und Bedrohung reichen. Die Gewalt im Netz ist in den meisten Fällen ein äußerst gruppendynamisches Phänomen, das in der realen Lebenswirklichkeit der Betroffenen verankert ist: Täter und Opfer einer Cyber-Attacke entstammen fast immer einer gemeinsamen Gruppenkonstellation und kennen sich also, auch wenn der Übergriff an sich zumeist anonym geschieht.

Weitere Spezifika von Cyber-Mobbing hängen mehr oder minder mit dem Phänomen des internetbasierten Tatortes zusammen: Einmal verbreitete Beleidigungen streuen viral und multiplizieren sich um ein Vielfaches im virtuellen Raum des Webs.

Dr. Torsten Burger

Dazu passendes Unterrichtsmaterial

Mehr zu Ratgeber Gewalt und Mobbing
Cookies nicht aktiviert

Ihr Browser akzeptiert derzeit keine Cookies.

Wenn Sie das Lehrerbüro in vollem Umfang nutzen möchten, dann muss in Ihrem Browser die Nutzung von Cookies erlaubt sein.

Was Cookies genau sind und wie Sie die Browser-Einstellungen ändern können, erfahren Sie auf dieser Seite: Cookies nicht aktiviert

×