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Jugendherberge 2.0

Digitales Lernen auf Klassenfahrt

Klassenfahrt und digitales Lernen — das geht zusammen. Angebote von Jugendherbergen erleichtern Lehrkräften die Vorbereitung und Organisation. Klassenfahrten werden so entspannter für Lehrer und spannender für Schüler, weil sie sich mit ihren Lieblingsmedien beschäftigen dürfen.

Jugendherberge 2.0: Digitales Lernen auf Klassenfahrt Eine Schülergruppe beim Geocaching im Wald © stockaboo - stock.adobe.com

Klassenfahrten gehören bei vielen Lehrern zu den eher unbeliebten Aufgaben: „Riesiger organisatorischer und bürokratischer Aufwand vorher, Stress währenddessen und keinerlei Dankbarkeit, nur Genörgel und Beschwerden hinterher“, so begründet „Kippelfritze“ auf lehrerforen.de seine Aversion. Er schlägt deshalb vor, Organisation und Umsetzung von Klassenfahrten an Eltern(-vereine) oder Reiseveranstalter zu delegieren. Am liebsten wäre es ihm außerdem, dass die Schüler in den Ferien reisen, „damit nicht noch Unterricht ausfällt“ (ebd.).

Wenngleich viele Kollegen „Kippelfritze“ recht geben, so sind doch Klassenfahrten an vielen Schulen nach wie vor Lehrersache. Doch der organisatorische Aufwand lässt sich mit den richtigen Arbeitshilfen reduzieren. Viele Jugendherbergen bieten mittlerweile auch lehrplangerechte Programme an, die Lehrer zusätzlich entlasten. Und ab April 2019 gibt es in Osnabrück sogar die erste deutsche Jugendherberge mit digitalen Workshops, die Ihnen der folgende Beitrag vorstellt.

Action!: digitale Lernwerkstätten

Die Osnabrücker Jugendherberge (JHO) wurde von Oktober 2018 bis März 2019 umgebaut und digital ausgestattet.  Jetzt können die Räumlichkeiten und auch verschiedene Workshops auf der JHO-Website gebucht werden.

Die neuen offenen, digitalen Lernräume, „Makers Space“ oder auch „FutureLab“ genannt, bieten drei größere Arbeitsbereiche mit der entsprechenden digitalen Ausstattung:

  • einen Video- und Ton-Schnittplatz,
  • das Social Media Lab
  • und eine Games-Werkstatt.

Hier realisieren Lehrkräfte mit ihren Schülern eigene Projekte oder buchen ein Programm mit medienpädagogischen Dienstleistern.
Fünf verschiedene Programme stehen derzeit zur Auswahl:

  1. Digitale Selbstverteidigung — Wie schütze ich meine Daten? (5. bis 13. Klasse)
  2. Action Bound — Eine digitale Schnitzeljagd selbst erstellen (5. bis 13. Klasse)
  3. Keine Chance dem Cybermobbing — Gemeinsam sind wir stark! (7. bis 13. Klasse)
  4. Webvideo: YouTube & Co — Kritisch-kreative Auseinandersetzung mit Videos (5. bis 13. Klasse)
  5. Makers Workshop für Kinder — Brushbots bauen in unserem Makers Space (1. bis 4. Klasse)

Optional können derzeit zusätzlich 20 Bausteine aus den Bereichen „Umwelt & Natur“, „Kultur & Gesellschaft“ und „Gesundheit & Sport“ zusätzlich gebucht werden.

Wie ein Blick auf die „Kompetenzen in der digitalen Welt“ der Kultusministerkonferenz zeigt, entsprechen die Angebote für digitales Lernen auch den KMK-Lernzielen, die in allen Bundesländern umgesetzt werden. Auch hier spielen die Chancen und Risiken der Digitalisierung eine zentrale Rolle, besonders im übergeordneten Lernbereich „Schützen und sicher agieren“.

Auch für Bewegung ist gesorgt. Die Veranstalter koppeln die medienpädagogischen Angebote oft mit erlebnispädagogischen oder anderen praktischen Inhalten: Bei der digitalen Schnitzeljagd geht es zum Beispiel durchs Haus oder quer durch Osnabrück. Und beim Cybermobbing-Workshop sorgen ein praktisches Anti-Mobbing-Training und „actionreiche Teamaktionen“ für Ausgleich durch Bewegung. — Das schweißt die Klasse zusammen und es entsteht „ein richtig gutes ‚Wir-Gefühl‘“ — „die beste Mobbing-Prävention überhaupt!“, so heißt es auf der JHO-Website.

Fazit: starke Entlastung für Lehrer

Die fertigen pädagogischen Angebote entlasten Sie als Lehrkraft beträchtlich: Im Vorfeld brauchen Sie für die Kurstage kein Tagesprogramm zu planen bzw. zu organisieren. Auch während der Workshops können Sie sich immer wieder einmal eine kleine Auszeit gönnen — die Schüler sind ja in pädagogisch kompetenten Händen.

Last but not least auch noch ein Hinweis, wie Sie sich die stressige Vorbereitung und Organisation so einfach wie möglich machen: Auf der Website des deutschen Jugendherbergswerks finden Sie unter dem Menüpunkt „Klassenfahrten“ zahlreiche nützliche Tools und Tipps dafür. Besonders praktisch sind die Checklisten gestaffelt nach verbleibender Zeit bis zur Reise. Damit beginnen Sie rechtzeitig 12 Monate vor Reisebeginn und planen systematisch und exakt zum richtigen Zeitpunkt. Unter „Planungshilfen“ finden Sie zum Beispiel Vorlagen für Elternbriefe, Packlisten für die Schüler oder das erforderliche rechtliche Knowhow. Und dafür dass es bei Kindern aus weniger gut situierten Familien nicht am Geld scheitert, sorgen die „10 Tipps für die Finanzierung von Klassenfahrten“.

Martina Niekrawietz

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