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Medienkompetenz

Do it yourself: In vier Schritten zum eigenen Medienhandbuch

Wenn Schüler ihre eigenen Medienhandbücher über Facebook, Instagram, Snapchat und Co. schreiben, vertiefen sie ihr Wissen über Soziale Medien und lernen etwas über das „gute alte“ Medium Buch.

Medienkompetenz: Do it yourself: In vier Schritten zum eigenen Medienhandbuch Für Schüler durchaus eine Herausforderung: die sozialen Medien anderen zu erklären © tumsasedgars - stock.adobe.com

Neue Medien sind der Alltag der Schüler: Mit ihren Smartphones haben sie die Sozialen Medien laufend im Blick, aber auch PC und Tablets nehmen viel Raum in ihrem Leben ein. Für „alte“ Medien wie Bücher bleibt oftmals wenig Zeit und Lust übrig. Das kann sich jedoch auf die Aufmerksamkeit, Lese- und Schreibkompetenz der Schüler auswirken. Mit einem einfachen Trick verhelfen Lehrer dem Buch wieder zum Comeback und fördern dabei die Medienkompetenz der Schüler: „Wir schreiben Medienhandbücher“ lautet das Projekt.

Hierbei sind die Schüler gefordert: Sie müssen sich über beliebte Soziale Medien wie Facebook, Instagram, Snapchat und Co. schlau machen und zwar so, dass sie in der Lage sind, ein gut verständliches Medienhandbuch zu schreiben. In vier Schritten vertiefen die Schüler ihr Medienwissen und entdecken das „alte“ Medium Buch neu.  

1. Wissen über Soziale Medien zusammentragen

Zunächst geht es darum, ein soziales Netzwerk wie Facebook, Instagram, WhatsApp oder Snapchat auszuwählen und die wichtigsten Infos zu sammeln. Die Schüler überlegen in Teamarbeit, wie diese einfach und verständlich erklärt werden können. Dabei helfen zentrale Fragestellungen: Was muss der Neuling wissen? Warum muss er das wissen? Wie funktioniert das? Auf die allgemeinen Aspekte folgen einige wichtige Details, wie zum Beispiel: Wie schütze ich meine Privatsphäre?

Alle wichtigen Funktionsweisen zusammenzutragen ist jedoch gar nicht so einfach, denn es gibt mittlerweile unzählige Einstellungen, die bei Facebook, WhatsApp und Co. beachten werden müssen. Selbst für Digital Natives ist es nicht so leicht, den Überblick zu behalten. Die Schüler können die Einfach-Online-Leitfäden der Bundeszentrale für politische Bildung zu Hilfe nehmen, die alles Wichtige über Soziale Medien in einfacher Sprache erklären. Die Leitfäden dienen auch als gutes Beispiel dafür, wie richtige Handbücher ausgearbeitet sind.

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2. Schreiben, korrigieren und finalisieren

Ein Buch zu schreiben ist leichter gesagt als getan: Die Gliederung eines Handbuches muss so einfach und übersichtlich wie möglich sein, sodass der Leser alle Informationen schnell nachschlagen kann. Aber auch die Texte müssen ihren Lernzweck erfüllen: Die Kapitel müssen nicht nur korrekt, sondern auch so verständlich wie möglich formuliert sein, damit sie der Leser schnell versteht.

In jedem Fall hilft es, wenn Mitschüler das Geschriebene gegenlesen, korrigieren und Stellen markieren, die unverständlich oder zu kompliziert formuliert sind. Die Schüler schreiben, verbessern und überarbeiten die Texte so lange, bis die finale Fassung steht. — Übrigens auch ein wunderbares Training für Teamwork.

Bei dem Versuch, selbst ein Buch zu schreiben, wird den Schülern sehr schnell klar, wie viel Fleißarbeit in Büchern steckt und welchen Wert jedes Werk dadurch hat — sei es „Harry Potter“ oder ein Schulbuch.

3. Buch layouten und genau prüfen

Im nächsten Schritt gestalten die Schüler ihre Bücher und lernen dabei vieles über Typographie und Layout. Denn zu einem Buch gehört weitaus mehr als bedruckte Seiten: Der Text muss richtig formatiert werden und sollte eine gut leserliche Schriftart haben, die Seiten müssen mit Rändern versehen werden usw. Zu guter Letzt muss der Rahmen des Buches angefertigt werden, angefangen mit Schmutztitel und Impressum, einem Inhaltsverzeichnis und am Schluss Quellenverzeichnis und Glossar. Eine kompakte Anleitung für ein Buchlayout finden die Schüler im Netz auf der Self-Publishing-Plattform epubli.

Etwas Wichtiges, was Schüler, aber auch Lehrer sehr gern vergessen: die Rechte. Wenn die Schüler Bilder (Fotos, Logos, Zeichnungen, Grafiken) aus dem Netz für ihr Buch verwenden, müssen sie das Copyright beachten, dasselbe gilt natürlich für Textpassagen, die sie wortwörtlich oder paraphrasiert von einer Website oder aus anderen Büchern verwendet haben. Das ist allerdings z. T. ziemlich kompliziert. Solange die Schüler das nur für den eigenen Gebrauch machen, ist das relativ problemlos. Wenn das Handbuch — wie auch immer — veröffentlicht werden soll, müssen Veröffentlichungsrechte eingeholt werden! Das Thema Bild- und Textrechte sollte dann Gegenstand einer besonderen Arbeitsgruppe sein. Die kann dann auch überprüfen, ob der gewünschte Buchtitel bereits vergeben ist — „Facebook für Dummies“ gibt es zum Beispiel schon. Achtung: Nicht beachtete Rechte Dritter können sehr teuer werden!   

4. Buch fertigstellen — gedruckt oder als E-Book

Zum Schluss werden die Bücher produziert, indem sie entweder gedruckt und geleimt werden oder zu einem E-Book generiert werden.
Um ein gedrucktes Buch in der Hand zu halten, benötigen die Schüler nicht nur einen Drucker, sondern auch Materialien wie Pappe, Papier, Faden, Leinenstoff und Leim. Unter dem Suchbegriff „Buch binden DIY“ finden sich bei YouTube eine Menge Videos, die Schritt für Schritt erklären, wie man ein Buch selbst binden oder kreativ faltet kann.

Alternativ können die Schüler ihr Buch auch als E-Book produzieren. Mit der App „Book Creator“ können sie das Layout einfach per Tablet in Form bringen und darüber hinaus auch Skizzen, Bilder sowie Ton- und Videoaufnahmen zu einem Projekt zusammenfassen und als PDF speichern.    

Die vollendeten Bücher können in der Schulbibliothek ausgestellt und die E-Books auf der Schulwebsite veröffentlicht werden. Das macht die Schüler stolz und steigert ihre Wertschätzung für das Medium Buch, denn mit ihren Handbüchern haben sie ihren Social-Media-Wissensschatz dokumentiert und können diesen auch an andere weitergeben.

Ananda Bräunig

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