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Musik- und Technikunterricht

Geschichte der Hörmedien: vom Tonträger zum Streaming-Dienst

Spotify, Deezer und Co. zählen zu den beliebtesten Musik-Streaming-Diensten weltweit und kommen besonders bei Jugendlichen gut an. Um zu verstehen, was Streaming eigentlich bedeutet, lohnt sich eine Reise in die Geschichte der Hörmedien.

Musik- und Technikunterricht: Geschichte der Hörmedien: vom Tonträger zum Streaming-Dienst Für Ihre Schüler kann es überraschend sein, Musik über verschiedene Tonträger zu hören © favorita1987/shutterstock.com

Alle Lieblingslieder überall mit dem Handy anhören: Musik-Streaming-Dienste sind mittlerweile beliebter als Live Radiosender und stehen derzeit auf Platz eins der Musiknutzung bei Jugendlichen. Das belegt die aktuelle JIM-Studie 2018. Der erfolgreichste Dienst ist bislang Spotify, dessen Musik-Streams von rund 160 Millionen Nutzern weltweit angehört werden, über 70 Millionen davon sind zahlende Abonnenten. Sobald das Smartphone mit dem Internet verbunden ist, sind unzählige Songs darüber abrufbar. Das ist praktisch für die Nutzer, doch Streamingdienste ziehen auch Nachteile mit sich. Wenn die Schüler sich näher mit der Geschichte der Hörmedien befassen, wird ihnen am besten klar, inwiefern Streaming die Musikwelt verändert und sie können sich ihre eigene Meinung bilden. In wenigen Schritten lernen sie die Meilensteine der Hörmedien kennen.

Alte Tonträger neu entdecken

Zunächst begeben sich die Schüler zu Hause auf die Suche nach alten Tonträgern und Geräten, wie zum Beispiel Schallplatten, CDs, Kassetten, Walkman oder Kurbelradio und präsentieren ihre Fundstücke im Unterricht. In Teamarbeit erarbeiten die Schüler Infos zu den jeweiligen Hörmedien. Dafür eignet sich die Seite von Planet Wissen, wo die wichtigsten Meilensteine der Hörmedien erläutert werden. Die Gruppe erstellt Plakate mit den wichtigsten Merkmalen (Material, Funktionsweise, Abspielgerät) und tragen die Geschichte der Tonträger vor.

Es wird aber noch weiter zurückgeblickt: Bevor es Tonaufnahmen gab, vor der Erfindung des Phonographen Ende des 19. Jahrhunderts, konnten die Menschen nur Musik hören, wenn sie ein Konzert besuchten, Musikanten vor Ort waren oder sie selbst ein Instrument spielen konnten. Sämtliche Lieder stets „in der Hosentasche“ zu haben, war undenkbar. Die Schüler sollen gemeinsam überlegen, wie sie damals an Musik gekommen wären und wie man Musik ohne Tonträger hätte „aufbewahren“ können. Zu der Zeit, als noch keine Tonträger existierten, gab es tatsächlich ein paar Visionen, wie man Töne konservieren könnte. Im Text „Die Schallplatte“ von Planet Wissen werden zwei interessante Einfälle beschrieben.

Kreativ werden und selbst Mixtapes erstellen

Besonders gut verstehen die Schüler, wie sich die Zeiten geändert haben, wenn sie ein Mixtape erstellen. Zunächst denken sie sich ein Thema aus, wie zum Beispiel Liebeslieder oder Gute-Laune-Songs, und überlegen in Teamarbeit, wie sie die Lieder am besten mit der Kassette aufnehmen. Das geht entweder mit einem Rekorder mit Doppelkassettendeck, indem sie verschiedene Songs von anderen Kassetten auf das Mixtape spielen oder indem sie Radiosongs, die zum Thema passen, aufnehmen. Es gibt auch die Möglichkeit, einen CD-Player an den Kassettenrecorder anzuschließen und einzelne Lieder zu überspielen. Die Lieder müssen dabei stets bis zum Ende angehört werden, damit sie wirklich komplett überspielt sind.

Es ist also nicht nur ihr technisches Know-how gefragt, sondern auch Geduld und Durchhaltevermögen. Die Schüler erfahren dadurch, welchen Aufwand es früher kostete, eine Playlist mit einer Kassette zusammenzustellen und welchen (ideellen) Wert ein fertiges Mixtape hatte. Genau genommen, funktioniert ein Dienst wie Spotify nach einem ähnlichen Prinzip: Die Nutzer können ihre eigenen Playlists kreieren und mit Freunden teilen, jedoch digital und wesentlich schneller.

Musik als Datenstrom — Streaming verstehen lernen

Im nächsten Schritt vertiefen die Schüler ihr Wissen über Musik-Streaming und lesen zur Einführung den Erklärtext „Was ist Streaming?“ von Duda-News. Der Text beantwortet einfach und verständlich die wichtigsten Fragen, die der Lehrer anschließend mit den Schülern vertiefen kann. Eine wichtige Frage ist: „Was denken die Künstler?“. Um diesen Aspekt zu vertiefen, lesen die Schüler den Text „Der virtuelle Wandel — Wie die Musik ihren Körper verlor“ von Planet Wissen und erstellen eine Liste mit den verschiedenen Hörmedien, welchen Preis sie ungefähr haben und warum. Eine CD enthält beispielsweise neben dem Datenträger auch ein Booklet und eine Plastikhülle und hat daher einen bestimmten Preis. Eine MP3-Datei ist hingegen digital und das MP3-Album ist daher oft etwas günstiger. Vinyl-Schallplatten kosten in der Regel doppelt so viel wie eine CD. Im Netz recherchieren die Schüler die Preise der Musikalben ihrer Lieblingsbands und erstellen eine Übersicht, wie viel diese in Form einer CD, MP3 oder Platte kosten.

Abschließend bilden die Schüler drei Gruppen, die verschiedene Interessen der Musikwelt vertreten und diskutieren sollen. Eine Gruppe vertritt die Meinung der Hörer, eine andere die der Musiker und die dritte die der Plattenfirmen. Gemeinsam wird diskutiert, welches Hörmedium sich am besten für welche Musik eignet, welchen Preis das jeweilige Medium haben soll und warum.

Durch die Auseinandersetzung mit den verschiedenen Hörmedien entwickeln die Schüler ein stärkeres Bewusstsein dafür, was Musik-Streaming bedeutet und sind dazu in der Lage, die Machart von Musik-Streaming-Diensten besser zu verstehen und zu hinterfragen. Zusätzlich bereitet es den Schülern viel Freude, sich mit ihrer Lieblingsmusik auf so vielfältige Weise zu befassen.

Ananda Bräunig

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