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Digitales Klassenzimmer

„Kahoot!“: quizzen, lernen und Spaß dabei haben

Digitale Wissenswettbewerbe bringen im Unterricht sehr viel mehr Spaß als die übliche Abfragerei. Mit einem kostenlosen Tool im Netz lässt sich leicht ein Quiz-Spiel erstellen und per Laptop, Beamer und Smartphones direkt einsetzen.

Digitales Klassenzimmer: „Kahoot!“: quizzen, lernen und Spaß dabei haben Ein Quiz per Internet und Smartphone — damit macht das Lernen plötzlich Spaß © JackF - stock.adobe.com

„Allgemeinwissen zahlt sich aus“ — das war und ist die Botschaft der Quizshows, die schon in den 1960er und 70er-Jahren über die Bildschirme in deutschen Wohnzimmern flimmerten. Die Formate, Moderatoren und Wiedergabemedien haben sich seither geändert, doch die Zielgruppe ist und bleibt breit gestreut: Kinder und Jugendliche quizzen ebenso gern wie Erwachsene.

Die fortschreitende Digitalisierung eröffnet auch für die bis dato eher passiven Zuschauer zu Hause ganz neue Möglichkeiten: Nach anfänglichen technischen Problemen konnten die Zuschauer daheim beim „Quizduell“ mit Jörg Pilava per Smartphone gegen die Kandidaten antreten. Die Handy-App „Quizduell“ (hier die Links zu den Downloadseiten) ist auch außerhalb der Sendezeiten ein echter Renner: Millionen von deutschen Nutzern duellierten sich bereits mit Verwandten, Freunden und Bekannten.

Besonders unter Jugendlichen ist die App mit Chatfunktion beliebt, die derzeit 27.000 Fragen aus insgesamt 19 Kategorien wie Sport, Bücher & Wörter, TV-Serien, Comics, die 2000er, Tagesschau, Europa u. v. m. bietet. Aus welcher Kategorie die Frage kommt, entscheidet der jeweilige Gegenspieler. — Das verspricht auch dann ein spannendes Match, wenn Spieler verschiedener Generationen gegeneinander antreten. — Vielleicht haben Sie ja Lust, das bei der nächsten Vertretungsstunde im Quizduell mit den Schülern auszuprobieren.

Wenngleich die App „Quizduell“ in puncto Allgemeinwissen sicherlich lehrreich ist, haben die Fragen und Kategorien mit dem Unterrichtsstoff in Ihren Fächern natürlich nur wenig Überschneidungen. Dafür benötigen Sie ein Quiztool, das Sie selbst (oder Ihre Schüler) mit Unterrichtswissen „füttern“ können.

Spielerisch lernen mit „Kahoot!“

Weiterführende Hinweise

Den schnellen Überblick über die Funktionen von „Kahoot!“ gibt dieses Tutorial eines Lehrers der Passauer Karl-Peter-Obermaier-Schule.

Weitere kostenfreie Quiz-Tools für den Unterricht stellt Ihnen Tanja Waculik auf der Website des Wiener Bildungsservers vor.

Der Klettverlag bietet mittlerweile auch fertige „Kahoot!“-Quizfragen-Sets zu bestimmten Themen in DaF/DaZ und für verschiedene Fremdsprachen an.

„Kahoot!“ ist ein kostenfreies Tool, mit dem Sie schnell und mühelos ein Quiz mit Multiple-Choice-Fragen für Ihre Schüler erstellen. Sie brauchen dafür lediglich einen Internetzugang im Klassenraum, einen Lehrer-Laptop, Schüler-Smartphones bzw. -Tablets und einen Beamer oder ein interaktives Whiteboard. Die Software kann online genutzt werden, ein Download der vorhandenen App ist nicht erforderlich.

Nach der Registrierung auf der „Kahoot!“-Seite geben Sie nacheinander die Fragen mit Antworten für Ihr Quiz-Set ein und markieren die richtige Antwort. Auch Texte, Bilder, Videos und Audiodateien lassen sich einbauen. Auf Wunsch legen Sie bei jeder Frage die Spanne für die Antwortzeit (von 5 bis 120 Sekunden) fest. Dann speichern Sie alles ab. Ihre Schüler brauchen sich übrigens nicht extra zu registrieren, sie loggen sich mit einem PIN auf der Website kahoo.it ein, und schon können Sie mit dem Quiz loslegen.

Vielseitig einsetzbar im Unterricht

Wann und wie können Sie „Kahoot!“ im Unterricht nutzen? Im Grunde genommen in allen Unterrichtsphasen. Im Folgenden dazu ein paar Ideen:

Mit einem kleinen Quiz zum Einstieg der Stunde stimmen Sie die Schüler auf das Thema der Stunde ein oder fragen das Vorwissen dazu ab. In Deutsch könnten Sie zum Beispiel eine Unterrichtseinheit über Fremdwörter auf diese Weise einleiten.

Während der Erarbeitung des Stoffes halten Sie Ihre Schüler bei der Stange, indem Sie eine kurze Quizphase in den Unterricht einbauen. Damit können Sie beispielsweise in Mathematik verhindern, dass einzelne Schüler zeitweise aussteigen und hinterher nicht mehr folgen können, weil ihnen wesentliche Informationen fehlen.

Auch die Vertiefung des eben oder in der letzten Stunde Gelernten erfolgt via Quiz auf kurzweilige Art und Weise. Als Lehrkraft sehen Sie anhand der Ergebnisse mit einem Blick, wo die Klasse noch Lücken hat. Da können Sie dann gezielt noch einmal ansetzen.

Besonders beim Wiederholen, zum Beispiel für eine Klassenarbeit oder auch für die Abschlussprüfung, ist der Einsatz von Quizzen sinnvoll: Damit frischen die Schüler spielerisch ihr Vorwissen auf oder wiederholen die „Basics“, zum Beispiel vor einem Aufsatz die wichtigsten Rechtschreibregeln, in Mathematik die grundlegenden Formeln oder in Englisch die wichtigsten Vokabeln.

Falls Sie mit der Methode „Flipped Classroom“ arbeiten, stellen Sie mit einem Quiz sicher, dass Ihre Schüler sich wirklich auf die Stunde vorbereiten.

Quizfragen von Schülern für Schüler

Die Schüler werden sich besonders gründlich dann mit dem Stoff auseinandersetzen, wenn sie dazu eigene schlüssige Quizfragen entwickeln. — Eine sinnvolle Aufgabe, wenngleich es für Sie als Lehrkraft aufwendig ist, die Schüler-Quizfragen „vor Gebrauch“ zunächst auf Richtigkeit zu überprüfen. Doch auch das können Sie — zumindest zum Großteil — an die Schüler delegieren:

  1. Jeder Schüler überlegt sich in Stillarbeit zwei Fragen mit Antwortmöglichkeiten.
  2. In Partnerarbeit „testen“ die Kids ihre Fragen und überprüfen die Antwortmöglichkeiten hinterher mithilfe des Schulbuchs oder Hefteintrags.  
  3. Dann treffen sie sich in Vierergruppen und jedes Tandem stellt dem anderen seine Quizfragen.
  4. Die Fragen werden in einem einzigen Quiz gebündelt und einmal mit der ganzen Klasse durchgespielt und — wo erforderlich — von Mitschülern und Lehrkraft berichtigt.

Um zu verhindern, dass redundante Fragen formuliert werden, sollten Sie auf eine sinnvolle Verteilung der Teilaspekte eines Themas auf die Schüler achten.

Übrigens ist „Kahoot!“ nicht nur fürs Quizzen da, auch Umfragen oder Diskussionen sind möglich. Und last but not least noch ein Praxistipp von Lehrerin Sebastina Conrady, die bereits öfter mit „Kahoot!“ im Unterricht gearbeitet hat: Sie setzt das Tool ausschließlich zu Beginn oder am Ende einer Schulstunde ein, da es beim Quizzen recht lebhaft zugehen kann. — Und das ist ihrer Erfahrung nach „während konzentrierter Unterrichtsphasen eher störend“.

Martina Niekrawietz

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