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Länderübergreifende Projekte

Virtueller Schüleraustausch per eTwinning

Mit länder- und  fächerübergreifenden Projekten können sich Schüler per eTwinning europaweit vernetzen. Sie erwerben so im direkten Austausch spielend interkulturelle Kompetenzen. Ein Vorteil, der sonst nur Teilnehmern an Austauschprogrammen vorbehalten bleibt.

Länderübergreifende Projekte: Virtueller Schüleraustausch per eTwinning Es ist faszinierend für Kinder und Jugendliche, via Internet weltweit mit anderen jungen Menschen in Kontakt zu treten © Tyler Olson - Fotolia.com

Das eTwinning-Portal ist ein Projekt von Erasmus+, das von der Europäischen Kommission gefördert wird. Das Portal bietet Lehrkräften die Möglichkeit, sich europaweit zu vernetzen und länderübergreifende Projekte gemeinsam durchzuführen. Neben den Projekten, bei denen die Schüler im Mittelpunkt stehen, können sich auch Lehrer untereinander austauschen und an europaweiten Weiterbildungen teilnehmen. Spannend wird es für die Schüler: Durch den direkten Austausch mit Schülern aus anderen Ländern entstehen Kontakte, die ansonsten nur Teilnehmern an Austauschprogrammen vorbehalten bleiben. Über das Portal können Schüler verschiedener Länder miteinander kommunizieren und ganz neue Erfahrungen sammeln und das von der Grundschule an bis zur Berufsausbildung.

Hohe Motivation durch Beteiligung an Wissensproduktion

Die Erfahrungen zeigen, dass die Schüler sich sehr motiviert an den Projekten beteiligen. Sie werden innerhalb der Projekte zu Produzenten von Wissen, anstatt in der Rolle des Bildungskonsumenten zu verharren.

Schüler produzieren selbst Wissen in Form von Fotos, Videos, Präsentationen, Beiträgen in Blogs oder Wikis. Durch das Einbringen eigener Interessen in die Projekte wird die Motivation zusätzlich gesteigert. Bei einem Projekt, das sich mit dem Alltagsleben in verschiedenen Ländern beschäftigt, können sich Schüler über Fußball, die neueste Popband oder ihre Hobbys austauschen. Ganz nebenbei nutzen und verbessern sie ihre Fremdsprachenkenntnisse und lernen etwas über die fremde Kultur.

Meist finden die Projekte nicht nur länderübergreifend statt, sondern auch fächerübergreifend. Auch hier soll vernetztes Denken angebahnt werden. Es werden zum Beispiel chemische oder physikalische Experimente durchgeführt und per Video einer Klasse in einem anderen Land präsentiert. Der Austausch findet dann womöglich in einer Fremdsprache statt.

Eine sichere virtuelle Lernumgebung

Die Schüler und Lehrer bewegen sich auf der eTwinning-Plattform in einem sicheren Online-Raum. Zur Anmeldung ist ein Nachweis über eine Lehrtätigkeit notwendig. Die Nationalen Koordinierungsstellen, in Deutschland ist das der Pädagogische Austauschdienst der Kultusministerkonferenz (KMK),  müssen die Projektanmeldungen genehmigen, bevor man zu einem Projekt zugelassen wird.

In dem öffentlich zugänglichen Portal findet man umfassende Informationen zu eTwinning und kann sich für das Programm registrieren. Der Desktop innerhalb des eTwinning-Portals ist nur für registrierte Benutzer zugänglich. Dort findet man eine Verwaltung für das Profil und interne Nachrichten. Man kann Projekte und Projektpartner suchen und diese kontaktieren.

Das virtuelle Lehrerzimmer, dient den Lehrkräften als Forum. Daneben ist ein Austausch mit Lehrern aus allen europäischen Ländern in thematischen Gruppen möglich.

Der sogenannte TwinSpace ist der virtuelle Raum, in dem das Projekt durchgeführt wird. Dort erhält man Zugang zu den Werkzeugen der Projektplanung und der Mitgliederverwaltung. Im TwinSpace werden die Projektaktivitäten durchgeführt. Dafür gibt es verschiedene Werkzeuge, wie Blogs, Wikis oder Bildergalerien. Über ein internes Nachrichtensystem können die Schüler miteinander kommunizieren. Ebenfalls möglich ist der Austausch über ein Forum für Lehrer, ein Forum für Schüler sowie Chat.

eTwinning in der Sonderpädagogik

Die eTwinning-Projekte sind auch für Schüler mit speziellen Förderbedürfnissen sehr gut geeignet, um ihnen einen grenzüberschreitenden Austausch zu ermöglichen.  In einem gemeinsamen Projekt von Schulen aus sieben europäischen Ländern wurde beispielsweise Elektronikschrott kreativ verarbeitet.

Die Schüler präsentierten ihre Arbeiten auf einer eigens gestalteten Website und ließen sich von Schülern aus den Partnerschulen inspirieren. So konnte ein grenzüberschreitender kreativer Prozess in Gang gesetzt werden. Außerdem schickten die Klassen einander Pakete und trafen sich via Skype.

In dem Projekt „SMS — Share my shoes“ ging es darum die Kultur der Länder, in denen die Schüler wohnen,  kennenzulernen, dazu wurden Videos gedreht, in denen die Heimatstadt der Schüler vorgestellt wurde, Fotos und Präsentationen zu verschiedenen Themen wurden ausgetauscht. An dem Projekt beteiligten sich sieben Länder. Die Teilnehmer haben sich also nicht nur intensiver mit ihrer eigenen Lebenswelt beschäftigt, sondern konnten einen Einblick in sechs andere EU-Länder gewinnen. Gleichzeitig haben sie gelernt, etwas zu präsentieren und ihre eigenen Kompetenzen im Umgang mit digitalen Medien gestärkt.

Katrin Zinoun

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