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Drogenmissbrauch

Suchtprävention im Unterricht: Online-Material zum Thema

Suchtprävention sollte frühzeitig einsetzen und Thema im  Unterricht sein. Zahlreiche Materialien und Präventionsangebote rund ums Thema Drogenmissbrauch finden sich im Internet. Sie helfen, Schüler gegen Drogen aller Art widerstandsfähig zu machen.

Drogenmissbrauch: Suchtprävention im Unterricht: Online-Material zum Thema Nicht erst in der achten Klasse: Suchtprävention sollte heute bereits bei zwölfjährigen Schülern ansetzen © laurent hamels - Fotolia.com

Die Richtlinien und Lehrpläne der verschiedenen Bundesländer siedeln das Thema Suchtprävention erst in der 8. bis 10. Klasse an. Nach Auffassung der Experten des gemeinnützigen Vereins „Keine Macht den Drogen“ kommt eine schulische Intervention zu diesem Zeitpunkt jedoch oft schon zu spät:

„Nimmt man die Jugendlichen ernst, so müsste inzwischen mindestens ein bis zwei Jahre früher damit begonnen werden“, also möglicherweise bereits in der 6. Klasse. Auch die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) bezieht schon 12-jährige Jugendliche in ihre alljährliche Befragung zum Drogenkonsum ein.

Laut der aktuellen Studie zur Drogenaffinität 2011 sind Alkohol und Nikotin die Suchtmittel, die 12- bis 17-jährige Jugendliche am häufigsten konsumieren.

Alkohol und Nikotin: Unterrichtsbausteine für die Klassen 5 bis 10

Differenziert nach den Klassenstufen 5/6, 7/8 und 9/10 bietet deshalb die BZgA für die Sekundarstufe Unterrichtsbausteine zu den legalen Drogen Alkohol, Zigaretten und auch zu Arzneimitteln zum Download.
Die einzelnen Module sind unabhängig voneinander ebenso wie im Rahmen einer Unterrichtseinheit einsetzbar und lassen sich auch eigenständig in Schüler-Lerngruppen bearbeiten.
Im Mittelpunkt des Unterrichtskonzepts steht die Persönlichkeit des Schülers. Übergeordnetes Ziel ist es dabei, die drei wesentlichen Kompetenzen für ein suchtfreies Leben zu entwickeln:

1. Selbstkompetenz  durch die Stärkung identitätsstiftender Fähigkeiten,
2. Sozialkompetenz durch eine Förderung sozialintegrativer Fähigkeiten und
3. Sachkompetenz durch das Erleben und Erfahren sinnerfüllter und erlebnisreicher Aktivitäten.

Die altersgerechten Handlungsvorschläge und Arbeitsmaterialien enthalten auch Ideen zum Stundeneinstieg, eignen sich zur Differenzierung und bieten den Schülern Spielraum, um ihre eigenen Erfahrungen oder Erlebnisse mit Sucht und Drogen einzubringen. Für Abwechslung sorgen Cartoons, Rollen- und Planspielszenarios, Interviewleitfäden, Tipps für die Planung und Realisierung von Ausstellungen, Befragungen, Veranstaltungen oder Internet-Recherchen. Jedem Baustein sind in tabellarischer Form didaktische und methodische Überlegungen sowie planungsrelevante Informationen vorangestellt, wie z. B. Zielformulierungen, Möglichkeiten für einen fächerübergreifenden Einsatz oder Angaben zum zeitlichen Rahmen.

Links zum Thema:

Der Bildungsserver Brandenburg bietet eine gut strukturierte Seite mit umfangreichen Materialien zur Suchtprävention im Unterricht in Form von Spielen, Handreichungen, Arbeitsblättern etc.

Zahlreiche Anregungen und Unterrichtsentwürfe zur Suchtprävention finden sich auch auf der Website des Bildungsservers Hessen.

„Sucht und Drogen“: Interaktives Themenheft

Was ist Sucht? Wie und warum entsteht sie? Was kann man dagegen tun? Wie unterscheiden sich Drogen von Suchtmitteln? Was sind Verhaltenssüchte? Diese Fragen beantwortet das Themenheft „Sucht und Drogen“. Die einzelnen Kapitel der Version für Schüler und junge Erwachsene sind einheitlich aufgebaut: Auf illustrierte Einführungstexte mit Links zu vertiefenden Informationen und Erfahrungsberichten von Drogenkonsumenten folgt ein Aufgaben-Teil. Ein Multiple-Choice-Test sowie Verständnisfragen zum Text und Rätsel („Suchsel“, Schwedenrätsel, Wortschlangen) gewährleisten, dass die Informationen auch wirklich von allen Schülern verstanden werden. Die Lehrer-Version des Themenheftes stellt die wichtigsten Informationsportale zu Sucht und Drogen vor, informiert über Workshops und Multiplikatorenangebote und präsentiert Bücher und Broschüren zum Thema.

Ein wichtiger inhaltlicher Schwerpunkt widmet sich dem Thema „Drogenkonsum und Gruppenzwang“. Ziel ist dabei, den Schülern Argumentationsstrategien an die Hand zu geben, mit denen sie ihre Selbstbestimmung und ihre persönlichen Grenzen wahren können. Besonders interessant und deshalb auch als Einstieg in eine Stunde zur Suchtprävention geeignet ist das Kapitel „Stars und Sucht“, das einige – oft traurig endende – Lebensgeschichten von süchtigen Prominenten erzählt. Ein Quiz im Stil von „Wer wird Millionär?“ schließt die Unterrichtssequenz ab.

Mit einem internetfähigen PC und einem Beamer lässt sich das Themenheft an die Wand des Klassenzimmers projizieren und interaktiv nutzen. Zahlreiche Videos, Musikbeispiele und Links zu weiterführenden Webangeboten können dann direkt aufgerufen werden, schwierige Worte sind mit einem Glossar verlinkt und mit einem Mausklick erklärt.  

Faktenwissen macht stark gegen Drogen

Die Website sag-nein-zu-drogen.de bietet Informationshefte zu verschiedenen suchterzeugenden Substanzen von Alkohol und Crack über Ecstasy und Kokain bis zu Schmerzmitteln und Schnüffelstoffen. Zu jedem Suchtmittel gibt es online zudem einen kurzen Video-Trailer und eine etwa 10-minütige Dokumentation mit sachlichen aber abschreckenden Erfahrungsberichten ehemals abhängiger junger Erwachsener (in englischer Sprache mit deutschen Untertiteln). Die Themen-Broschüren „Fakten über ...“ klären über die Gefahren des Drogenkonsums auf und können hier heruntergeladen werden.

Sich selbst als aktiv und kreativ erleben und dafür Anerkennung erfahren – das stärkt das Selbstbewusstsein nachhaltig und ist eine echte Alternative zu Sucht und Drogenkonsum. Die Koordinierungsstellen für Suchtprävention der einzelnen Bundesländer veranstalten deshalb immer wieder Aktionstage, Kreativ-Workshops und vergleichbare Events. So bietet zum Beispiel in NRW die Stiftung für Prävention („Ginko“) viele Informationen und Aktionen rund um das Thema Sucht-Prävention an.

Martina Niekrawietz


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