Fach/Thema/Bereich wählen
Berufsorientierung

Per Speeddating zum Ausbildungsplatz

Berufsorientierung und einen passenden Ausbildungsplatz finden — das ist ein großes Thema für Schüler zum Ende der Schulzeit. Per Speeddating, das Schulen gemeinsam mit Ausbildungsbetrieben anbieten, lässt sich der passende Ausbildungsplatz finden.

Berufsorientierung: Per Speeddating zum Ausbildungsplatz Im Gespräch mit potenziellen Arbeitgebern können die Schüler herausfinden, ob der gewünschte Beruf wirklich etwas für sie ist © Photographee.eu - stock.adobe.com

Ein Mittwoch in der Adventszeit, 30 Zehntklässler versammeln sich in der Aula. Von „Jogginghosen, Kapuzenpullis, Cäppis [sic!] etc.“ ist an diesem Vormittag „weit und breit nichts zu sehen“, die Jugendlichen haben sich „in Schale geworfen“ für das erste Azubi-Speeddating in der Fritz-Schumacher-Schule in Hamburg.

Der Bericht auf der Schulwebsite zieht eine äußerst positive Bilanz: In sieben Runden führten die Schüler ca. 118 Gespräche mit den Vertretern der 20 Firmen, die sich in der Schule eingefunden hatten. Um 10:20 Uhr läutet ein Gong die erste „Dating“-Runde ein. „Schlagartig war es ruhig und nur noch ein konzentriertes Gemurmel an den Tischen zu vernehmen“, schreibt der Autor des Beitrags. Wenngleich die Schüler aufgeregt sind, ist doch „am Ende der Gespräche oftmals (...) ein Lächeln“ zu beobachten. Sätze wie „Cool, ich habe eine Zusage für ein Praktikum“, „Der war voll nett“ oder „Ich kriege vielleicht einen Ausbildungsplatz“ schwirren durch den Raum.

Speeddating — ein Gewinn für Unternehmen und Schüler

Azubi-Speeddating ist eine echte Win-win-Situation für Unternehmen und Schüler: Die Personalchefs bekommen mit wenig Zeitaufwand einen ersten Eindruck von gleich mehreren möglichen Kandidaten für offene Ausbildungsstellen und die Schüler lernen verschiedene Berufsfelder und potenzielle Arbeitgeber in ihrer Region kennen. Selbst, wenn es nicht gleich mit einer Einladung zum Bewerbungsgespräch im Wunsch-Unternehmen klappt, üben die Schüler doch beim Speeddating einige Male, sich in realen Bewerbungssituationen zu bewähren.

Die Veranstaltung in der Hamburger Fritz-Schumacher-Schule (FSS) war ein echter Erfolg: Viele der 30 jungen Teilnehmer konnten einen Praktikumsplatz ergattern. „13 von ihnen haben nach ihrem Schulabschluss sogar eine Ausbildung in den Betrieben begonnen, die sie wenige Monate zuvor in der Schule zum ersten Mal getroffen haben“, vermeldet das „Deutsche Schulportal“ auf seiner Website. Als eine von 450 Schulen wurde die FSS im Rahmen eines Wettbewerbs der Hertie-Stiftung für ihre „vorbildliche Arbeit im Bereich der Berufsorientierung“ (ebd.) als „Starke Schule“ ausgezeichnet.

Intensive Vorbereitungsphase

Die Schüler der Fritz-Schumacher-Schule (FSS) gingen bestens präpariert ins Speeddating: Bereits im März und Juli hatten zwei vorbereitende Workshops stattgefunden. Innerhalb von zwei Tagen erstellten die Jugendlichen dabei die Bewerbungsunterlagen für ihre Gespräche. „Intensiv“ feilten die Kids hier mit Unterstützung ihrer Lehrer an den Formulierungen in den Anschreiben, erstellten Lebensläufe und eine Fotografin sorgte für das perfekte Bewerbungsfoto.

Überhaupt legt die FSS „einen besonderen Schwerpunkt ihrer Arbeit auf die Berufsorientierung“ (vgl. dazu den oben verlinkten Beitrag auf dem „Deutschen Schulportal“): Schon die Fünftklässler arbeiten dort „in gut ausgestatteten“ Schulwerkstätten. Ab der siebten Klasse gibt es im Wahlpflichtbereich Praxisangebote wie „Mode und Design“, „Technik“, „Fit fürs Leben“, ein Catering-Projekt u.v.m. Und in den Klassen 9 und 10 stehen u. a. mehrwöchige Betriebspraktika, maßgeschneiderte Coachings und Workshops, eine schuleigene Messe „Betrieb und Schule“ und eine Berufsberatung auf dem Programm. Besser kann die vom Lehrplan geforderte Berufsorientierung nicht organisiert werden.

Azubi-Speeddatings in vielen Städten

Ein Azubi-Speeddating in der eigenen Schule — das ist ein Luxus, der ohne finanzielle Unterstützung schwer zu bewerkstelligen ist. Das macht aber nichts, denn Arbeitsagenturen und Handwerkskammern organisieren Speeddatings deutschlandweit in zahlreichen Städten. Ein lesenswerter Artikel auf der Website des BM für Bildung und Forschung liefert dazu interessante Informationen für Lehrer und Schüler. Hier kann man auch per Suchfunktion die Adresse der örtlichen Arbeitsagentur ermitteln, um Termine für Azubi-Speeddatings in der Nähe zu erfragen. Und falls das nächste Azubi-Speeddating schon sehr bald startet, bereiten Sie Ihre Schüler mit dem „Leitfaden für BewerberInnen“ auf der Website Azubi-Speed-Dating „turbomäßig“ darauf vor.

Martina Niekrawietz

Dazu passender Ratgeber
Dazu passende Arbeitshilfe

Mehr zu Ratgeber Schulorganisation
Cookies nicht aktiviert

Ihr Browser akzeptiert derzeit keine Cookies.

Wenn Sie das Lehrerbüro in vollem Umfang nutzen möchten, dann muss in Ihrem Browser die Nutzung von Cookies erlaubt sein.

Was Cookies genau sind und wie Sie die Browser-Einstellungen ändern können, erfahren Sie auf dieser Seite: Cookies nicht aktiviert

×