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Homeschooling

Was Ihre Schüler jetzt brauchen: Struktur und Motivation

Schule allein zu Haus kann Probleme machen. Hier sind Lehrer und Eltern gefragt, die Kinder und Jugendlichen immer wie aufs Neue zu motivieren und dem Lernen Struktur zu geben.

Homeschooling: Was Ihre Schüler jetzt brauchen: Struktur und Motivation Es hilft Schülern zu Hause sehr, wenn sie bei Lernproblemen den Lehrer per Videokonferenz persönlich sprechen können © Africa Studio - stock.adobe.com

Unterricht per Internet – das ist für die meisten Schüler in Deutschland mittlerweile alltäglich. Doch gerade für die jüngeren Schüler ist das Zu-Hause-Lernen nicht einfach. „Das mit dem (...) Früh-Aufstehen, das klappt noch nicht so, weil man denkt, man ist in den Ferien“, erzählt zum Beispiel Fünftklässlerin Sina Hochhaus aus Erfurt im MDR-Thüringen Journal.

Ihre Lehrerin Andrea John empfiehlt daher, dass Eltern und Lehrer den Schülern gemeinsam eine feste Grundstruktur des Schultages vermitteln. Um den Überblick zu behalten, sollten die Schüler sich für jede Schulwoche eine Tabelle anlegen und – mit verschiedenen Farben für die einzelnen Fächer – die Aufgaben für die Tage notieren. Wenn etwas fertig ist, wird es abgehakt, wenn nicht, auf einen der Folgetage übertragen. 

Ein solcher To-do-Plan kann die Schüler sicherlich auch motivieren, denn jede erledigte Aufgabe ist ein kleines Erfolgserlebnis. Doch das reicht natürlich nicht: Was können Sie und Ihre „Co-Lehrer“, die Eltern, sonst noch tun, um die Schüler „bei der Stange zu halten“ und ihre Lernfreude zu wecken? Im Folgenden dazu ein paar Ideen und Links.

Spaß am Lernen mit vielfältigen Lernangeboten

Für die meisten Schüler ist das Lernen mit digitalen Mitteln für sich genommen schon motivierend. Natürlich nur, wenn dabei auch tatsächlich möglichst vielfältige Lernangebote zum Einsatz kommen. Die folgenden Webseiten liefern Ihnen kommentierte Linklisten mit Lernprogrammen, -plattformen, -Apps, Videos und Unterrichtsfilmen, differenziert nach Schulart, Klassenstufen und Fächern.

„Digitale Lernangebote in Zeiten von Schulschließungen im Überblick“, differenziert nach Grund- und weiterführenden Schulen, bieten die Seiten homeschooling-corona und familienhandbuch.de. Und auf der Website des deutschen Bildungsservers widmet sich ein umfangreiches Dossier dem Thema „Schulfrei heißt nicht lernfrei! – Digitales Lernen in der Corona-Krise“. Unter anderem finden Sie hier eine ganze Reihe von kostenfreien Online-Angeboten für die Zeit der Schulschließungen. Wie wäre es zum Beispiel mit den spannenden Lernprogrammen, -Apps, Onlinespielen oder Materialsammlungen des WDR? Da lernen die Kinder mit der Maus (die von der WDR-Kindersendung) programmieren, erforschen einen virtuellen Bienenstock oder ein Bergwerk unter Tage per App, üben interaktiv Deutsch, lernen per Onlinespiel Fake News erkennen und bewerten oder unternehmen eine virtuelle Reise durch Großbritannien – für jedes Fach und jede Altersstufe ist etwas dabei. 

Auch mehrere interaktive Lernprogramme sind derzeit kostenfrei nutzbar, zum Beispiel im Grundschulbereich „Alfons“: Ein kleines Gespenst (mit einer für Erwachsenenohren etwas nervigen Stimme) regt die Kinder dazu an, Deutsch, Mathematik und Englisch zu lernen und zu üben. – Die Schüler lösen entweder lehrergesteuert zugeteilte Aufgaben oder sie arbeiten eigenständig, animiert von der kindgerechten interaktiven Benutzeroberfläche und einem „ausgeklügelten Motivationssystem“. 

Schüler der Klassen 5 bis 10 können momentan das Online-Nachhilfe-Portal kapiert.de kostenfrei nutzen. Ihre Lernerfolge behalten Sie mit einem „Lernmanager“ im Überblick – auch das motiviert, besonders auch, um Stoff zu rekapitulieren oder sich fachbezogen auf Abschlussprüfungen vorzubereiten.

Filme und Videos als Lernangebot

„Heute sehen wir einen Film.“ Dieser Satz lässt Schülerherzen höherschlagen. Doch wenn der Film dann anläuft, stellt sich manchmal auch Langeweile ein: Bartholomäus von Laffert testete für das Magazin fluter einen Vormittag lang mit seinem kleinen Bruder das Programm querbeet. Ergebnis: Lediglich Planet Schule bietet ein wirklich packendes Programm. – Vielleicht ein vorschnelles Urteil, denn es war ja nur ein stichprobenartiger Test, der dem breiten Angebot der verschiedenen Schulfernsehsender der ARD sicherlich nicht gerecht werden kann, wie diese Übersicht zeigt. 

Lehrer-Schüler-Kommunikation individualisieren

Im normalen Unterrichtsalltag ist es eine Binsenweisheit: Werden die Schüler gesehen und bekommen sie individuelles Feedback, klappt es mit der Motivation besonders gut. Im virtuellen Klassenzimmer ist das nicht anders, aber erheblich schwieriger. Denn meist sind die Gelegenheiten für ein persönliches Lehrer-Schüler-Gespräch hier rarer. Bei Webkonferenzen haben Sie zumindest gelegentlich die Möglichkeit zu direkten Interaktionen mit Ihren Schülern. Hier können Sie – genau wie in der Schule – direkt reagieren und öfter einmal loben.

Besonders wenn die Kids zu Hause allein arbeiten, brauchen sie ein kleinschrittiges Feedback, um sich nicht alleingelassen zu fühlen. Kritik behutsam formulieren, Anstrengungen und gute Leistungen honorieren – das ist gerade bei den eher punktuellen Kontakten im virtuellen Klassenzimmer wichtig. Schaffen Sie Gelegenheiten für Fragen, und stimmen Sie sich mit Ihren Schülern auch über die Größe des Pensums ab und achten Sie darauf, die Schüler nicht zu über- oder unterfordern. Diesbezüglich könnten Sie sich auch mit den Eltern ab und zu kurzschließen, um zu erfahren, wie (und ob) es läuft.

Natürlich ist es wichtig für Sie, mit Ihren Kapazitäten zu haushalten: Auf der einen Seite ersparen Ihnen das Lehrerbüro und die vielen Materialsammlungen, Lernprogramme, -Apps etc. Vorbereitungszeit. Auf der anderen Seite gewinnen Sie damit Ressourcen für häufigeres persönliches Feedback für die einzelnen Schüler. Das sollten Sie nutzen, wann immer möglich.

Motivation: Ihre wichtigsten Partner sind die Eltern

Motivation funktioniert grundsätzlich am besten face-to-face. Und weil Sie als Lehrkraft nicht physisch präsent sein können, sind es derzeit oft die Eltern, die ihre Kinder beim Lernen unterstützen und motivieren müssen. Doch wie geht das am besten?

In dieser Frage sind Sie als Pädagoge der kompetente Ansprechpartner: Aufrichtig loben auf Augenhöhe, ohne Einschränkung, möglichst konkret, sparsam und nicht übertrieben – das alles gehört zu einem wirklich motivierenden Lob. Besonders auch der Grundsatz „Anstrengung statt Eigenschaften loben“ sollte kommuniziert werden, also zum Beispiel: „Ich sehe, da hast du intensiv nachgedacht, um eine so gute Lösung zu finden.“ Anstatt: „Super, du bist einfach intelligent!“ – Im unten verlinkten Beitrag „Loben! Aber richtig!“ finden Sie viele weitere Tipps, die Sie auch zum Beispiel in einem Elternbrief weitergeben könnten.

Oder Sie nutzen die Schulwebsite für ein paar Merkpunkte in Sachen „So unterstützen Sie Ihr Kind beim Lernen zu Hause“. – Diesen Weg geht auch die Münchner Grundschule an der Josephsburgstraße, um die grundlegenden Voraussetzungen für die Eltern auf den Punkt zu bringen: Einen festen und ruhigen Arbeitsplatz einrichten, Rituale und einen strukturierten Tagesablauf implementieren, Bewegungspausen einplanen, mit den Kindern sprechen und offene Fragen klären – das alles ist für Schüler in der Primarstufe und in den ersten Klassen der Sekundarstufe gleichermaßen wichtig. Anregungen für Ihre Elternkommunikation bietet dieser Elternbrief des Grundschulverbandes, der auch in den Sprachen Englisch, Französisch, Türkisch und Arabisch zum Download steht.

Martina Niekrawietz

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