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Globales Lernen

Bildung für nachhaltige Entwicklung ist mehr als Umweltbildung

In einem globalisierten Zeitalter ist Schule kein isolierter Lernort. Bildung für nachhaltige Entwicklung ist immens wichtig, um die Schüler auf die komplexen Herausforderungen vorzubereiten.

Globales Lernen: Bildung für nachhaltige Entwicklung ist mehr als Umweltbildung BNE vermittelt Wissen über globale Zusammenhänge. Das beinhaltet wirtschaftliche, ökologische und soziale Fragestellungen © Romolo Tavani - Fotolia.com

Die UN-Dekade zur Bildung für nachhaltige Entwicklung wird in diesem Jahr beendet und mündet jetzt in ein Weltaktionsprogramm. Es wird also weiterhin daran gearbeitet das Thema „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ (BNE) an Bildungseinrichtungen zu etablieren.

Unter BNE wird oftmals Umweltbildung verstanden. Ausgehend von einer Nachhaltigkeitsdefinition, die eine Entwicklung fördert, die den Bedürfnissen der heutigen Generation entspricht. Ohne die Möglichkeiten künftiger Generationen zu gefährden, ihre eigenen Bedürfnisse zu befriedigen und ihren Lebensstil zu wählen, ist der Themenbereich aber weitaus umfangreicher.

BNE muss sich auch mit dem Gerechtigkeitsproblem beschäftigen, und zwar nicht nur innerhalb der Gesellschaft, sondern auch zwischen dem globalen Norden und dem globalen Süden. Heutige Probleme und Krisen haben weltweite Auswirkungen. Zum Beispiel der Klimawandel: die reichen Länder verursachen die Hälfte der CO2-Emmissionen, während dort nur 15 Prozent der Weltbevölkerung leben. Die Folgen des Klimawandels wirken sich allerdings stärker in den Ländern des globalen Südens aus.

Weitere Hinweise:

Ausführliche Informationen zum Thema BNE findet man auf dem BNE-Portal.

Literaturhinweis: Diana Grundmann:  „Nachhaltigkeit und Schulentwicklung“ . In: Gritschke, Hannah [Hrsg.]:  Erkennen, Bewerten, (Fair-)Handeln. Kompetenzerwerb im globalen Wandel. Kassel 2011.

BNE vermittelt also Wissen über globale Zusammenhänge und Herausforderungen sowie über komplexe wirtschaftliche, ökologische und soziale Ursachen dieser Probleme. Es ist als umfassendes Konzept zu verstehen, das in allen Bereichen der Institution Schule verankert werden muss.

Nachhaltigkeit im Schulalltag etablieren

Ansatzpunkte zur BNE finden sich in Lehrplänen für zahlreiche Fächer, zum Beispiel Erdkunde, sozial- und wirtschaftswissenschaftliche Fächer, Physik, Biologie oder auch Sachkundeunterricht in der Grundschule. Man kann mit BNE mit einzelnen Projekten, die in den Schullalltag integriert werden, beginnen, dazu werden zahlreiche Bildungsmaterialien angeboten und auch die Zusammenarbeit mit lokalen Akteuren bietet sich an.

Will man das Thema Nachhaltigkeit allerdings darüber hinaus im Schulalltag verankern, müssen Lernende jedes Alters Gestaltungskompetenz erlangen, die sie dazu befähigt eine gerechte Gesellschaft aktiv mitzugestalten. Die Gestaltungskompetenz umfasst folgende Fähigkeiten:

  • vorausschauendes Denken,
  • interdisziplinäres Wissen,
  • autonomes Handeln,
  • Partizipation an gesellschaftlichen Entscheidungsprozessen.

Wenn man eine an Nachhaltigkeit orientierte Schulentwicklung betreiben will, benötigt man mehr als nur vereinzelte Projekte oder Ganztagsaktivitäten. Eine Schule als Ganzes kann nachhaltig gestaltet werden, angefangen von Schulräumen und Lernumgebungen bis hin zur Festschreibung des Nachhaltigkeitsprinzips in Leitbildern der Schule, in Profilen, Konzepten und Qualitätsprogrammen.

Unterricht im Rahmen von Bildung für nachhaltige Entwicklung sollte in fächerübergreifenden und fächerverbindenden Organisationsformen stattfinden. Gegebenenfalls müssen hier neue Lehr- und Lernarrangements genutzt werden. Eine nachhaltige Schule öffnet sich dem regionalen Umfeld, wodurch Kooperationen mit außerschulischen Akteuren zustandekommen. Bei der Schulentwicklung spielen neben Unterrichtsentwicklung auch die geplante Personal- und Organisationsentwicklung eine Rolle.

Katrin Zinoun

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