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Filme im Unterricht

Lehrfilme erklären und visualisieren komplexes Wissen

Filme im Unterricht sind bei Schülern sehr beliebt. Bei Lehrern auch, denn Lehrfilme erklären komplizierte Zusammenhänge oft anschaulicher als Bücher oder Lehrervorträge. Sie motivieren Schüler, sich mit dem neu gewonnenen Wissen auseinanderzusetzen.

Filme im Unterricht: Lehrfilme erklären und visualisieren komplexes Wissen Ein kleiner Film zu einem chemischen Versuch dient als Anreiz zur Weiterarbeit © Viacheslav Iakobchuk - stock.adobe.com

Filme gehören zu den klassischen Medien und sind aus dem Unterricht nicht mehr wegzudenken. Mancher Lehrer hat schon in seiner Schulzeit Filme im Unterricht gesehen, teilweise noch von echten Filmspulen, die man am Ende der Stunde wieder auf die andere Filmrolle zurückspulen musste. Auch heute hat dieses Medium nichts von seinem Reiz oder seiner Legitimation verloren. Ganz im Gegenteil: Der Einsatz ist durch die neuen Geräte einfacher als jemals zuvor.

Filme sind Medien und somit Instrumente, um bestimmte Ziele des Unterrichts zu erreichen. Vor allem sind sie Anschauungsmittel, mit deren Hilfe der Lehrer Inhalte oder Vorgänge vermitteln kann, die ansonsten in diesem Moment so nicht sichtbar gemacht werden könnten.

Der Film als Anreiz zur eigenen Weiterarbeit

Filme bieten eine Vielzahl von Einsatzmöglichkeiten für den Unterricht. Das Zeigen von Kurzfilmen, von Spielfilmen als Ganzes, der Einsatz chronologischer Sequenzen oder Ausschnitte sind nur einige davon. Filme können als Einstieg in eine Unterrichtsstunde, innerhalb einer Einheit zur Verdeutlichung von Lerninhalten oder als Abschluss einer Einheit genutzt werden, z. B. eine Literaturverfilmung als Vergleich zum Buch. Die methodischen Möglichkeiten sind variabel, wie bei jedem Medium. Dennoch sollte man als Lehrender den Einsatz gut bedenken und nicht den Film allein deshalb nutzen, weil die Lernenden immer gute Laune haben und motiviert sind, sobald man einen Film ankündigt. Sie vermuten dann eine Stunde ohne Arbeit, doch diesen Zahn sollte man ihnen durch gute Planung ziehen.

Dazu bieten sich mehrere methodische Ansätze an. Der Lehrer kann durch den Abbruch des Films die Lernenden zu einer eigenen kreativen und konstruktiven Weiterarbeit bringen, z. B. in Form eines szenischen Spiels oder einer eigenen Filmszene. Weitere Ideen wären die Herstellung einer Wandzeitung, einer Livereportage zum Inhalt oder einer eigenen Synchronisation, um nur einige zu nennen. Selbstverständlich kommt es immer auf das Lernziel, das Fach und die Altersstufe der Lernenden an.

Filme erleichtern das Behalten

Neben  vorgefertigtem Filmmaterial  kann der Lehrer natürlich auch seine eigenen Lehrfilme erstellen und für unterrichtliche Zwecke nutzen. Dies wäre beispielsweise im Fach Chemie denkbar: Er demonstriert einen Versuch und lässt sich dabei filmen. Zur genaueren Analyse des Experiments wird der Film in Slow-Motion abgespielt. Hier bietet sich die Möglichkeit, den Vorgang so oft man möchte zu wiederholen und die chemische Reaktion verlangsamt anzuschauen, sodass man als Lehrender ggf. erklären und zeigen kann.

Zusammenfassend  kann man sagen: Filme sind motivierend, sie fördern die Aufmerksamkeit und das Interesse der Lernenden. Sie helfen beim Verdeutlichen und Begreifen von komplexen Sachverhalten. Durch die verschiedenen Lernkanäle erleichtern sie das Behalten von Informationen. Filme sind leicht verfügbar und mit den passenden technischen Geräten leicht einsetzbar.

Ein möglicher Kritikpunkt mag der hohe Medienkonsum der Jugendlichen in ihrer Freizeit sein, jedoch sollte der Lehrende, wie bereits erwähnt, das Medium Film nicht um des Mediums willen, sondern aus einem didaktischen Nutzen heraus einsetzen. Die Möglichkeiten heute sind vielfältiger als jemals zuvor. Dennoch hat so ein altes Medium wie der Film bei sinnvoller Nutzung immer noch dieselbe Legitimation wie zu unserer eigenen Schulzeit.

Neues Urheberrecht sichert Basiszugang

Wenn man jedoch auf fertiges Filmmaterial, egal in welcher Form, zurückgreift, ist es unbedingt notwendig, das Urheberrecht zu beachten. Hier hat es im vergangenen Jahr eine Novellierung gegeben, die den Lehrenden den Einsatz von Filmen im Unterricht erleichtert. In der Novellierung  hat die Bundesregierung die sogenannte „Wissenschafts- und Bildungsschranke“ eingebaut. Dieses geänderte Gesetz gilt seit dem 1. März 2018 und regelt einen unkomplizierten „Basiszugang“ für Lehrkräfte. Nach §60a UrhG gilt nun für den Filmeinsatz im Unterricht, dass 15 Prozent eines Films ohne Lizenz und ohne Genehmigung gezeigt werden dürfen, explizite Lehrfilme sind von dieser Regelung ausgenommen. Es sei denn, dass für die Nutzbarmachung des Films ein Kopierschutz umgangen werden muss. Filme, die unter 5 Minuten dauern, dürfen zu 100 Prozent gespeichert und gezeigt werden.

Eine weitere Möglichkeit, Filme zu schauen, ist die Nutzung des Schulfernsehens (§47 UrhG). Dieses ist gesondert gekennzeichnet und für Schulen frei zugänglich. Wichtig zu wissen ist, dass die meisten Filme mit Lehrplan-Bezug auf dem Markt mit Schullizenzen erworben und dann legal in voller Länge geschaut werden können.

Wenn man diese Vorgaben beachtet und den Einsatz sinnvoll plant, werden die Lernenden heute noch genauso viel Freude an einem Film im Unterricht haben wie wir sie als Schüler hatten.

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