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Lerntheke

Kompetenzerwerb am Gymnasium: Learning by Lerntheke

Die Lerntheke ergänzt im Englischunterricht am Gymnasium das Lehrwerk perfekt. Sie bietet differenzierte Aufgaben zum Üben, Vertiefen und Wiederholen, sie erlaubt individuelles Lernen mit Wahl- und Pflichtelementen und sie bringt Abwechslung in den Unterrichtsalltag.

Lerntheke: Kompetenzerwerb am Gymnasium: Learning by Lerntheke Je nach Bedarf und Lerngruppe können Lerntheken Aufgaben für die verschiedensten Bereiche in unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden anbieten © lamaip - stock.adobe.com

Lehrbucharbeit und der Einsatz von Lerntheken stellen nur auf den ersten Blick einen Widerspruch dar. Lerntheken können sowohl eine willkommene Abwechslung von der „normalen“ Lehrwerksarbeit als auch verschiedene Möglichkeiten zur Differenzierung bieten. Der Vielfalt der Einsatzmöglichkeiten sind fast keine Grenzen gesetzt. Wenn es die Möglichkeit von Hörstationen gibt, können im Rahmen einer Lerntheke alle „4 skills“ sowie Sprachvermittlung trainiert werden. Je nach Bedarf und Lerngruppe können Lerntheken Aufgaben in unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden anbieten, in unterschiedlichen Lern- und Arbeitsformen und auch zu unterschiedlichen Schwerpunkten. Sie eignen sich zum Wiederholen genauso wie zum Vertiefen und können Pflicht- und Wahlelemente enthalten. Dabei muss der Aufwand zur Erstellung einer Lerntheke gar nicht groß sein. Die Materialien rund um das Lehrwerk lassen sich problemlos in eine Lerntheke integrieren. 

Lerntheken mit Kompetenzrastern

Grundsätzlich können Lerntheken in allen Phasen einer Unterrichtssequenz und beim Training unterschiedlichster fachlicher Kompetenzen zum Einsatz kommen. Ganz besonders bewährt hat sich die Lerntheke allerdings zum Üben, Vertiefen und Wiederholen von Unterrichtsinhalten, beispielsweise am Ende einer Unit oder vor Klassenarbeiten. 

Die Kompetenzraster, die in vielen Lehrwerken für jede Unit enthalten sind, können problemlos als Ausgangspunkt genommen werden. Bei der Planung können anhand der ausgewiesenen Kompetenzen geeignete Materialien und Aufgaben ausgewählt werden — je nach Bedarf aus dem Pool der Materialien im oder rund um das Lehrwerk sowie aus anderen Quellen. Das um eine Spalte mit Lernangeboten ergänzte Kompetenzraster wird so zum Laufzettel. 

Beispiel für einen Kompetenzraster-Laufzettel:

Unit 1
  I can ... skill :-) :-| :-( material
1 ... listening       TB:
WB:
WS:
 
2 ... reading       TB:
WB:
WS:
 
3   speaking/writing       TB:
WB:
WS:
 
4   vocabulary       TB:
WB:
WS:
 
5   grammar       TB:
WB:
WS:
 

Für die Durchführung kann dieser Kompetenzraster-Laufzettel noch um eine Spalte ergänzt werden und so zum Selbsteinschätzungsbogen und/oder als Diagnoseinstrument umfunktioniert werden. Die Schüler können auf der Grundlage der transparenten Kompetenzanforderungen entscheiden, in welchen Bereichen sie noch Trainingsbedarf haben bzw. in welchen Bereichen sie ihre Kompetenzen noch vertiefen/erweitern möchten und entsprechend die angebotenen Stationen der Lerntheke nutzen.

Während die Lerngruppe mit der Lerntheke arbeitet, kann die Lehrkraft mithilfe dieses Bogens die Schüler individuell beraten und ggf. den Arbeitsprozess steuern. Wird die Lerntheke zur Vorbereitung einer Klassenarbeit eingesetzt, kann nach der Korrektur auf den Bogen verwiesen werden, um Angebote zum Training von Kompetenzbereichen zu machen, bei denen in der Klassenarbeit noch Unsicherheiten auftraten.

Klare Organisation sorgt für reibungslosen Ablauf

Wie bei allen offenen Unterrichtsformen ist entscheidend, dass die Schüler eine Orientierung für das Setting und die Rahmenbedingungen bekommen. Damit sie ihren Arbeitsprozess mit der Lerntheke planen können, muss für die Schüler transparent sein, wie viel Zeit ihnen zur Verfügung steht. 

Bei der Organisation empfiehlt es sich, unterschiedliche Schwierigkeitsgrade und Sozialformen auf dem Bogen durch Symbole zu kennzeichnen. Werden Lehrwerk und Workbook in die Lerntheke integriert, haben die Schüler sowohl Stationen an ihrem Platz als auch — wie bei einer klassischen Lerntheke — Aufgaben, die zentral für sie ausgelegt werden. Damit für die Schüler klar erkenntlich ist, welche Aufgaben sie wo finden, bieten sich die Abkürzungen TB (textbook) und WB (workbook) bzw. WS (work sheet) auf dem Bogen an. 

Bei Lerntheken kontrollieren die Schüler in aller Regel ihre Ergebnisse selbständig mithilfe von Lösungsblättern. Absprachen, wo diese Lösungsblätter zu finden sind, und wie die Schüler mit Fragen oder Problemen umgehen sollten (z. B. indem sie sich zuerst an Mitschüler wenden und erst in einem zweiten Schritt an die Lehrkraft), sorgen für einen reibungsloseren Ablauf. 

Lerntheken, die auf Basis der Unit-Kompetenzraster organisiert werden, können ein regelmäßiges Element der Arbeit mit dem Lehrwerk werden. Die entscheidenden Vorteile sind, dass ein hohes Maß an Differenzierung möglich ist, der Aufwand durch die Integration der Lehrwerksmaterialien überschaubar bleibt, die Schüler sich ihren Lernprozess bewusst machen können und der kontinuierliche Kompetenzerwerb so unterstützt werden kann.

Julia Bohlmann

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