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MindMatters

Fit für Ausbildung und Beruf

Was tun, wenn die Schule endet? Eine Ausbildung machen? Studieren? Viele Schüler sind ratlos, wenn es um ihre berufliche Zukunft geht. Mit 25 Unterrichtseinheiten hilft das MindMatters-Programm, eigene Stärken und Interessen zu reflektieren und eine qualifizierte Entscheidung zu treffen.

MindMatters: Fit für Ausbildung und Beruf Die Schüler bereiten sich gemeinsam auf ein Vorstellungsgespräch vor © pressmaster - stock.adobe.com

Welcher Beruf ist der richtige für mich? Die Frage klingt einfach, ist aber offenbar nicht leicht zu beantworten: „Hohe Abbrecherquoten unter Azubis und Studierenden sind ein klares Indiz dafür, dass viele Jugendliche nach Abschluss der Schule für sich die falsche Entscheidung treffen“, konstatiert eine aktuelle Studie des SINUS-Instituts, die das „Netzwerk Berufswahl-SIEGEL“ in Auftrag gegeben hat. Woran kann das liegen? Und was erwarten die Jugendlichen von der Schule? Dazu befragte SINUS Schülerinnen und Schüler (je 50 Prozent) der 8., 10. und 12. Klasse verschiedener Schularten aus drei Bundesländern.

Übereinstimmend gaben die Jugendlichen an, dass im Unterricht eher die beruflichen Möglichkeiten im Fokus stehen und zu wenig darüber gesprochen wird, „welche Berufe zu einem passen“ (ebd., S. 15). Die Schüler wünschen sich deshalb „mehr Zeit und verstärkt Übungen zur Reflexion und Bewusstmachung von eigenen Interessen, Stärken und Werthaltungen“ (ebd.). Genau darauf konzentrieren sich die Unterrichtsmaterialien im MindMatters-Modul „Fit für Ausbildung und Beruf!“ (FfAuB), die Ihnen der folgende Beitrag vorstellt.

Als registrierter Nutzer können Sie auf der MindMatters-Website dieses und alle anderen Unterrichts- und Schulentwicklungsmodule kostenfrei bestellen. Unter „Werkzeuge“ finden Sie zudem viele Materialien aus dem Unterrichtsheft, die Sie direkt downloaden und sofort im Unterricht nutzen können.

Ein Programm, das die Selbstkompetenz fördert

Das Modul „Fit für Ausbildung und Beruf!“ enthält 25 detailliert geplante Unterrichtseinheiten für Schüler der 7. bis 10. Klassen. Handlungsorientierte, methodisch vielfältige Übungen sorgen für einen abwechslungsreichen Unterricht. Die Schüler arbeiten in Einzel-, Partner- oder Gruppenarbeit, sie diskutieren, interviewen Mitschüler, Verwandte und Bekannte, quizzen, dokumentieren in einem Videotagebuch ihre Bewegungsbilanz, probieren Muntermacher und Entspannungsübungen aus, arbeiten mit Rollenspielen und Elementen aus dem Improvisationstheater u. v. m.

Eigene Interessen, Stärken und Werte reflektieren — das ist gar nicht so einfach und will geübt sein. Im Unterricht mit dem MindMatters-Modul nutzen die Jugendlichen dazu verschiedene Möglichkeiten, z. B. Methoden biografischen Lernens, die „die Selbstkompetenz der Lernenden fördern, indem sie helfen, sich die eigene Lebensgeschichte, Einflussfaktoren auf das eigene Leben, kritische Lebensereignisse und ihre Bewältigung bewusst zu machen und daraus Kraft für die zukünftige Gestaltung des eigenen Lebens zu schöpfen.“ (vgl. dazu: FfAuB, Arbeitshilfe „Biografisches Lernen im Unterricht“, S.75 f.). Auch Achtsamkeit spielt im MindMatters-Programm eine wichtige Rolle. Dabei lernen die Schüler, „eigene Gedanken und Gefühle wahrzunehmen, ihren inneren Regungen Aufmerksamkeit zu schenken und eigene Bewertungen“ abzuwägen (ebd.).

Differenzierende Übungen für inklusive Lerngruppen

Alle Unterrichtseinheiten der verschiedenen MindMatters-Module sind gleich aufgebaut, was Ihnen als Lehrkraft die Vorbereitung erleichtert: Ein methodisch-didaktischer Kommentar mit Hinweisen zu Materialien, Besonderheiten und Lernzielen, eine kurze Beschreibung, wie die Unterrichtseinheit umgesetzt werden soll („So geht’s“) und „Reflexionsimpulse“ zur Vertiefung der Unterrichtsinhalte im Gespräch mit den Schülern — alles fix und fertig ausgearbeitet. Das reduziert Ihren Aufwand auf ein Minimum.

Bei vielen Übungen finden Sie zusätzlich „Variationen“ für Schüler mit unterschiedlichen Lernvoraussetzungen, die Sie in heterogenen Lerngruppen oder im gemeinsamen Unterricht einsetzen können. Zusätzlich unterstützen Sie noch Icons zur Differenzierung beim individualisierenden Unterricht. Damit erkennen Sie z. B. sofort, welche Übung sich für Schüler mit geringen oder nicht vorhandenen Lese- und Schreibfähigkeiten oder mit Sehbeeinträchtigung eignet. Apropos: Auf der oben verlinkten MindMatters-Website gibt es auch Audiodateien für diese Schülergruppe.

Eigene Schätze und Werte identifizieren

Die insgesamt 25 Unterrichtseinheiten des über 230 Seiten starken Moduls „Fit für Ausbildung und Beruf!“ verteilen sich auf folgende fünf Teilmodule:

  1. Meine Schätze finden: Mit einer wertschätzenden Grundhaltung suchen und finden die Schüler ihre „Schätze“ „in Form von Erfahrungen, Träumen, Vorlieben und Fähigkeiten“ und werden so „positiv auf den beginnenden Übergang von der Schule in die Ausbildung oder den Beruf eingestimmt.“ (FfAuB, S. 39)
  2. Mich wohlfühlen: Der Unterricht in diesem Teilmodul stellt die Förderung des Gesundheitsbewusstseins in den Mittelpunkt. Ein gesundheitsbewusstes Leben befähigt die Schüler dazu, „im Alltag zu bestehen, an gesellschaftlichen Aufgaben zu wachsen und (...) teilzuhaben“. Die einzelnen Unterrichtseinheiten thematisieren etwa gesunde Ernährung und Bewegung oder „Energizer“ und Entspannungsübungen, und die Schüler setzen sich anhand von Fallgeschichten mit den Anforderungen der Arbeitswelt und mit möglichen Auswirkungen auf die Gesundheit auseinander.
  3. Ich und die anderen: Der inhaltliche Schwerpunkt liegt hier auf einer wertschätzenden Grundhaltung anderen Menschen gegenüber und auf der „Akzeptanz von Verschiedenheit“. Bei Rollenspielen und improvisiertem Theater erproben die Schüler angemessene Verhaltensweisen in verschiedenen sozialen Situationen im Arbeitskontext oder im Privatbereich.
  4. Mir was zutrauen: Die Schüler suchen in ihrer Biografie nach ermutigenden Schlüsselereignissen, setzen sich mit Vorbildern auseinander, die ihnen Orientierung bieten, oder setzen sich „mithilfe der Methode des kreativen Schreibens mit persönlichen Zielen und Wünschen für die eigene Zukunft“ auseinander. (FfAuB, S. 190) Auf diese Weise gewinnen sie Selbstvertrauen und Mut, um sich auf neue Aufgaben und ungewohnte Situationen einzulassen.
  5. Mir die Welt erschließen: Hier geht es darum, „sich konkret auf den Übergang vorzubereiten“. Das heißt Abschied zu nehmen vom vertrauten Umfeld der Schule, um dann im beruflichen Umfeld oder im berufsbildenden System etwas Neues zu beginnen. Im Unterricht dokumentieren die Schüler die damit verbundenen Gefühle in einem „Reisetagebuch“. Und mit dem Brettspiel „MoneyMatters“ simulieren sie den Start ins Berufsleben und in ein selbstverantwortliches Leben. Die Unterrichtseinheit „Wenn es mal nicht so läuft“ stärkt das Selbstvertrauen der Jugendlichen und motiviert sie dazu, auch nach Misserfolgen „dranzubleiben“.

Eltern als Partner gewinnen

Eltern spielen bei der Berufswahl von Jugendlichen die wichtigste Rolle, wie eine „ganze Reihe von Untersuchungen zeigte“, schreibt Werner Sacher in der Broschüre „Eltern, Schule und Berufsorientierung“ (S. 10). Deshalb ist es für einen gelingenden Übergang von Schule zu Beruf wichtig, sie als Partner zu gewinnen. Das klappt natürlich dann am besten, wenn Schule und Elternhaus wertschätzend miteinander umgehen. Wie können Sie eine respektvolle Kommunikation fördern? — Das FfAuB-Modul bietet dazu einen Fragenkatalog mit Denkanstößen (FfAuB, S. 50): „Wie kann ein regelmäßiger Austausch über die Entwicklung der Schülerinnen und Schüler (...) stattfinden?“ Oder: „Was ist nötig, um den Eltern ein niedrigschwelliges Kontaktangebot zu machen?“ Hierzu zwei gute Praxistipps aus dem FfAuB-Modul: Bei der Zusammenarbeit zwischen Elternhaus und Schule sind diejenigen Konzepte am erfolgreichsten, „die sich auf die direkte elterliche Unterstützung der häuslichen Lernprozesse der Kinder konzentrieren“. Besonders effektiv ist das, wenn Sie dabei die Eltern „mit konkreten handlungsanleitenden Informationen versorgen“ (FfAuB, S. 51), also etwa beim Elternabend ein Handout zu einem bestimmten Thema herausgeben. Und eine zweite gute Idee, um die Eltern „zu kriegen“: Verknüpfen Sie Ihren Elternabend mit einer Gelegenheit für Mütter und Väter, stolz auf ihre Kinder zu sein, z. B. mit einer kleinen Präsentation der Klasse über die Arbeit mit dem MindMatters-Modul „Fit für Ausbildung und Beruf!“

Martina Niekrawietz

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