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Schulentwicklung fördern: mit Praxis-Tools für eine gute Schule

„Gute Schule“ ist kein Selbstgänger, sie muss entwickelt werden. Mit dem Schulentwicklungsmodul SchoolMatters erhält die Schulgemeinschaft ein Praxis-Tool, das Entwicklungs- und Lösungswege aufzeigt.

MindMatters: Schulentwicklung fördern: mit Praxis-Tools für eine gute Schule Ein Entwicklungsteam arbeitet an einem neuen Schulkonzept © baranq - stock.adobe.com

„Nachwuchsfußballer wissen, wo Ronaldo oder Messi die Messlatte anlegen“, schreibt Kolumnist Jannis Andresen auf der Website „Das Deutsche Schulportal“. Nachwuchslehrkräften dagegen fehle „oft die Vorstellungskraft dafür, was an ‚guten Schulen‘ für pädagogische Höchstleistungen möglich sind.“ Deshalb engagierte Jannis Andresen sich im Lernreise-Projekt und unterstützte deutschlandweit Lehramtsstudierende, die selbst Reisen organisierten, um von außergewöhnlichen Schulen zu lernen. Bei seinen Schulhospitationen entdeckte Jannis Andresen, was die Qualität einer Schule ausmacht: „Es geht um die gelebte Kultur einer Schule, um Formen des Zusammenlebens und des Zusammenarbeitens, um Organisationsmuster und Kooperationsstrukturen. Es geht darum, welche Entwicklungsspielräume eine Schule sieht und wie sie diese nutzt.“ (ebd.)

SchoolMatters: alle Beteiligten gehören zum (Entwicklungs-)Team

Auch das MindMatters-Programm zielt auf die Entwicklung der Qualität von Schule und Unterricht. Im Fokus steht dabei der Leitsatz: „Mit psychischer Gesundheit gute Schule entwickeln.“ Den Rahmen für die Schulentwicklung unter diesem Aspekt bietet das Basismodul SchoolMatters: Es unterstützt Sie mit zahlreichen Praxis-Tools und dient Ihnen als Kompass beim Aufbau neuer Strukturen, Strategien und Partnerschaften auf dem Weg zur guten gesunden Schule. Wofür Sie diese Tools nutzen können und wie einfach die Arbeit damit ist, zeigt der folgende Beitrag.

Ein kleiner Tipp vorab: Nach erfolgter Registrierung können Sie die genannten Tools aus SchoolMatters direkt unter dem Button „Werkzeugkasten“ (→ „SchoolMatters“) einsehen und downloaden.

Wenn Sie als erstes ein Schulentwicklungsteam bilden, verteilt sich die Arbeit von Anfang an auf mehrere Schultern. Alle Beteiligten sind bei Entscheidungen eingebunden und tragen sie mit. Im MindMatters-Team sind das neben Schulleitung und Lehrkräften auch Eltern und Schüler. Tool 1 (SchoolMatters, S. 55) gibt Ihnen den schnellen Überblick über Rollen und Verantwortlichkeiten der Teammitglieder in ihrer jeweiligen Funktion. Diese Übersicht dient in der ersten Sitzung als roter Faden. Kleiner Tipp: Das Sitzungsprotokoll sollte direkt nach Beginn einem der Teammitglieder übertragen werden.

Handlungsbedarf erkennen und Prioritäten setzen

Mind-Matters-Website:

Wenn Sie sich auf der MindMatters-Website registrieren, können Sie gleich die kostenfreien Unterrichtshefte und Schulentwicklungsmodule bestellen.

Um herauszufinden, in welchen Bereichen Ihre Schule Entwicklungsbedarf hat, nimmt das Team in der ersten Arbeitssitzung eine Situationsanalyse mit Tool 2 (SchoolMatters, S. 56) vor. Der neunseitige Fragenkatalog vermittelt den Teammitgliedern auch gleich einen Eindruck von dem enormen Veränderungspotenzial, das eine konsequente Förderung psychischer Gesundheit in allen schulischen Bereichen birgt: Mobbing, Gewalt, Unterstützung sozial benachteiligter Schüler, Gleichberechtigung, Unterstützungssysteme, Rassismus und kulturelle Unterschiede, Umgang mit Krisensituationen (Tod, Feuer, Unfälle etc.), Kindesmissbrauch, Lehrergesundheit, Überweisung bei vermuteten Gesundheitsproblemen, Partizipation von Schülern und Eltern, physikalische Umwelt (Schulgebäude), Umgang von Lehrkräften mit Schülern und umgekehrt, Inklusion und Förderung, Kooperationen der Schule, Früherkennung von Drogenproblemen, Suizidgefährdung u. v. m. Aus der Fülle möglicher Projekte wählt jedes Teammitglied für sich fünf „maßgebliche Handlungsprioritäten“ der Schule aus.

Auch Lehrkräfte, Schüler und Eltern, die nicht im Projektteam sind, werden einbezogen: Sie bekommen eigene Fragebögen (Tools 3a und 3b, S. 68 und S. 72) und damit die Gelegenheit, eigene Prioritäten einzubringen und am Veränderungsprozess zu partizipieren.

Eine „aktive Mitarbeit mindestens eines Mitglieds der Schulleitung“ ist ebenfalls erforderlich. Zu seinen Aufgaben zählen „regelmäßige konstruktiv-kritische Reflexionen zum Stand des Projektes“, die Bereitstellung von Ressourcen und die „personelle und ideelle Unterstützung der Projektarbeit“, wobei eine „Checkliste für die Schulleitung“ (Tool 4) hilft. (SchoolMatters, S. 77)

Von der Analyse zum Schulprogramm

Die Ergebnisse der Situationsanalyse erörtert das MindMatters-Team anschließend in einer weiteren Arbeitssitzung und arbeitet auf der Grundlage der Prioritäten die vordringlichen Projekte heraus.

Bei der Projektplanung hilft Tool 5 (SchoolMatters, S. 79), eine einfache 5-spaltige Tabelle. Sie enthält:

  1. Ziele (Was soll erreicht werden?),
  2. momentane Situation (Was passiert im Moment?),
  3. Strategien (Was muss zum Erreichen der Ziele getan werden?),
  4. Unterstützung (Welche Ressourcen, z. B. Zeit, Material, Personen sind nötig?),
  5. Überprüfung (Welche Indikatoren sollen den Erfolg des Projekts anzeigen?).

Zwei Beispiele im Modul SchoolMatters (S. 79 und 81) zeigen, wie der fertige Projektplan aussieht. Es ist wirklich denkbar einfach, genau wie die Arbeit mit dem Leitfaden „Entwicklung des Schulprogramms“ (Tool 6): Hier sehen Sie zunächst im Überblick, was organisatorisch zu beachten ist, um ein „kurzes und verständliches Schulprogramm zu schreiben“ (SchoolMatters, S. 84). Dann folgt eine Schritt-für-Schritt-Anleitung mit den erforderlichen „Bestandteilen“, die dann bei der gemeinsamen Arbeit im MindMatters-Team einfach abgearbeitet wird. Komplexere und zeitaufwendige Aufgaben können auch an die Teammitglieder verteilt werden, um die Ergebnisse dann im Plenum „abzusegnen“.

Handlungsplan für Krisen und Notfälle  

Auch hierfür gibt es eine gut strukturierte Arbeitshilfe, die Krisenteam(s) bei systematischem Vorgehen unterstützt (Tool 7): Mit einem Blick sehen Sie hier,

  • welche „Hauptbestandteile ein solcher Plan enthält,
  • wie Sie ihn schrittweise entwickeln,
  • wie Sie dabei nach Sofortmaßnahmen und mittelfristigen Maßnahmen differenzieren,
  • wann Nachsorgemaßnahmen erforderlich sind
  • und worauf Sie achten sollten, wenn Sie das jeweilige Thema im Unterricht aufgreifen.

Damit handeln alle Beteiligten auch bei unvermuteten Notfällen schnell und sicher.

Martina Niekrawietz

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