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LRS-Schüler fördern und fordern durch Differenzierung

LRS-Schüler müssen im Unterricht nicht abseitsstehen, wenn es ums Lesen und Aufschreiben von Unterrichtsinhalten geht. Eine gezielte Differenzierung ermöglicht, dass sich LRS-Schüler auf die Lerninhalte konzentrieren und hier ihre Fähigkeiten einbringen können.

LRS: LRS-Schüler fördern und fordern durch Differenzierung Hier können Schüler ihr Wissen zeigen. Der Lernpartner übernimmt es, die Ergebnisse zu notieren © Syda Productions - Fotolia.com

LRS-Schüler können vieles, was im Unterricht verlangt wird, gut. Sie können es leider oft nicht zeigen, weil sinnerfassendes Lesen und fehlerfreies Schreiben ihnen Mühe machen beziehungsweise nicht oder nicht gut gelingen. Mit Nachteilsausgleich können Lehrkräfte diesen Schülern die Chance geben, ihre Schwächen auszugleichen, um ihre ganze Aufmerksamkeit den Inhalten und nicht den Techniken (lesen und schreiben) zu widmen. 

Eine Differenzierung kann nicht nur an vielen Stellen den Nachteilsausgleich ergänzen, wenn nicht sogar ersetzen, sondern zusätzlich das Selbstbewusstsein dieser Schüler durch gute Leistungen und wertvolle Beiträge zur Teamarbeit enorm stärken. In Lerntandems oder Kleingruppen ist es unproblematisch, die ungeliebten Aufgaben des Lesens oder Schreibens an jemanden zu vergeben, der es gern und besser macht. 

Von der Schrift befreien und stattdessen andere Fähigkeiten nutzen

Qualitäten wie Allgemeinwissen, Organisationstalent, Fantasie, Kreativität oder praktische Begabungen kommen zur Geltung, wenn LRS-Schüler „befreit von der Schrift“ ihr Wissen und Können nutzen dürfen. Der Vorteil der Differenzierung besteht dabei für diese Schüler darin, dass sie ganz normal im Klassenverband mitlaufen. Sie benötigen keine Extraaufgaben, Kopien, Sonderregelungen, weil alles, was Lehrkräfte damit „ausgleichen“ wollen/sollen, im Team automatisch ausgeglichen wird. Sollen Aufgaben in Einzelarbeit erledigt werden, ergibt sich durch diese Art der Differenzierung ohnehin die Möglichkeit, LRS-Schülern angepasste Anweisungen zu geben, sodass sie auch hier nicht anders als ihre Mitschüler behandelt werden müssen.

Arbeiten im Tandem oder Team

Gerade in Sachfächern, zu denen LRS-Schüler gern viel beitragen würden, sind sie manchmal fast ausschließlich mit dem Abschreiben des Tafelbildes beschäftigt. Sie merken sich nicht ganze Sätze, sondern schauen für jedes Wort oder zumindest wenige Wörter an die Tafel. Das Finden der richtigen Textstelle ist anstrengend, ebenso wie das Merken der Wörter, die geschrieben werden sollen, womöglich mit schwieriger Rechtschreibung. Dabei gelingt es kaum, aufmerksam zuzuhören. Auch das Erlesen von Texten oder Anweisungen (z. B. Versuchsaufbau in den Naturwissenschaften) hindert daran, nachzudenken oder sich am Unterrichtsgespräch zu beteiligen.  

Für diese Schüler, die beim Unterricht im Gleichschritt immer wieder an ihre Grenzen stoßen, gerade weil Anstrengung und Zeitbedarf für das Lesen und Schreiben meist erheblich höher sind als bei den Mitschülern, bedeutet eine Differenzierung, besonders wenn zumindest zu zweit gearbeitet werden darf, eine enorme Erleichterung. Das betrifft alle Fächer. So kann ein Mitschüler vorlesen, die Inhalte werden daraufhin gemeinsam besprochen oder Fragen beantwortet. Bei Einzelarbeit kann ein Text größer kopiert, verkürzt oder als Hörversion zur Verfügung gestellt werden.

Schreiben am Computer ermöglichen

Geht es ums Schreiben, wird das in einer Gruppe normalerweise einer übernehmen, während die übrigen Schüler andere Aufgaben erledigen. Wenn nicht ohnehin am Computer geschrieben wurde, bietet es sich an, dass anschließend jeder im Team eine Kopie des Textes bekommt. Bei Einzelarbeiten schafft das Schreiben am Computer ebenfalls Entlastung, besonders wenn es (zumindest in den unteren Klassen) erlaubt ist, dass andere die diktierten Informationen tippen oder sogar Diktierprogramme verwendet werden dürfen. Schließlich sind die Inhalte entscheidend.

Der große Vorteil der Differenzierung, die ja für alle Schüler gilt, liegt somit darin, dass LRS-Schüler sich nie als Außenseiter fühlen müssen. Sie können so unterstützt, gefördert, aber vor allem auch gefordert werden. Wenn Rechtschreibthemen behandelt werden, gelingt es beim Arbeiten im eigenen Tempo, Sicherheit zu erlangen. Der Druck durch schnelles Vorgehen im Klassenverband führt dagegen bei rechtschreibschwachen Schülern leicht dazu, dass sie komplett abschalten, weil sie nicht mehr folgen können.

Uta Livonius

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