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Hilfsangebot Elternabend

Wenn Eltern in die Pubertät kommen

Kinder in der Pubertät stellen alles infrage: die Schule ebenso wie die Eltern. Das bietet Konfliktpotenzial, weshalb Lehrer mit dem Thema Pubertät beim Elternabend punkten können. Denn die Sorgeberechtigten haben an der oft abrupten Veränderung ihrer Sprösslinge zu kauen und sind für pädagogisch versierten Input dankbar.

Hilfsangebot Elternabend: Wenn Eltern in die Pubertät kommen Die Eltern sind ratlos: Plötzlich schlagen die lieben Kleinen über die Stränge © patrickjohn71 - Fotolia.com

Im nächsten Schuljahr werde er Klassenlehrer in Jahrgangsstufe 8, berichtet ein Berufseinsteiger in einem bekannten Lehrerforum. Ihm ist „ein bisschen schwummrig“ und er fragt, ob er „sofort den ersten Elternbrief schreiben / Elternabend anleiern“ soll. — Eine Lehrerin macht ihm wenig Mut: In ihrer Schule gelte die 8. Klasse „generell als terroristische Vereinigung“ und in der 9. würden sich die Schüler dann „noch heftiger“ gebärden. Ein anderer Lehrer räumt immerhin ein, dass es auch Schulen gebe, „an denen man auch 8er und 9er ertragen kann (mit allem was eben in der Pubertät dazu gehört.)“ Auf den Elternabend geht niemand ein. Dabei würde der neue Klassenleiter vermutlich auf große Resonanz bei den Erziehungsberechtigten seiner Achten stoßen, wenn er nicht nur oganisatorische Aspekte, sondern auch das Thema Pubertät aufgriffe. Denn nicht nur in der Schule, sondern auch zu Hause sind bei vielen Achtklässlern Dauerkonflikte vorprogrammiert. Eltern sind deshalb besonders aufgeschlossen für kompetente Antworten, was warum in ihren Sprösslingen vorgeht, wann man wie Grenzen setzen sollte und was Pädagogen im Umgang mit den oft schwierigen Jugendlichen raten.

Grobkonzept, Einladungsschreiben und Einstiege

Eine informative Veranstaltung zum Thema Pubertät könnte zum Beispiel als offener Gesprächsabend gestaltet werden. Damit sich die Klasseneltern vorab schon selbst Gedanken machen können, sollten Sie in Ihrer Einladung (hier ein Beispiel) mögliche Themenbereiche des Abends nennen.

Möglich ist natürlich auch ein zweigeteilter Abend mit Thementeil und organisatorisch relevantem Input (hier ein Beispiel für einen entsprechenden Elternbrief, der sich auch auf andere Schulformen übertragen lässt) oder ein kompletter Abend, dessen Motto auch schon eine Grobgliederung vorgeben könnte, etwa: „Pubertät: Veränderungen (TOP 1), Probleme und Konflikte (TOP 2).“

Nicht nur jugendliche, auch erwachsene Zuhörer freuen sich über einen humorigen Einstieg, zum Beispiel mit einer Episode des kleinen Erziehungsratgebers. Oder Sie sprechen mit Ihren Zuhörern einfach über die Frage: „Wie fühlen sich unsere Kinder in der Pubertät?“ Denn: Obwohl wir als Erwachsene selbst die Pubertät durchlebt haben, haben wir — mit einigen Jahren Abstand — meist schon vergessen, wie es sich anfühlt.

Der Göttinger Hirnforscher Gerald Hüther beantwortet die Frage in der ZEIT so: „Das ist wie ein Rauschen“, das eigene Verhalten lasse sich „nicht mehr so gut kontrollieren“, und man benehme sich kopflos. — Gelegentlich erleben wir Ähnliches unter enormem Stress, dass „überschäumende Erregungen alles durcheinanderschütteln“. Doch bei Jugendlichen sei das in der Pubertät fast ein Dauerzustand, so Hüther.

TOP 1: „Großbaustelle im Gehirn“ und veränderte Beziehungen

Ein Dossier der Süddeutschen Zeitung liefert Anregungen nebst informativen Beiträgen zu den unterschiedlichen Aspekten: über die „Großbaustelle Hirn“ zum Beispiel, über die Veränderungen in der Beziehung zwischen Müttern und Kindern oder über die neue Rolle der Väter Pubertierender.

TOP 2: Probleme und Konflikte

Das nötige Hintergrundwissen für einen Elternabend zu diversen Themen mit Konflikt-Potenzial findet sich ebenfalls im Internet: Über Sinn und Unsinn eines Pornoverbots berichtet etwa ein ausführlicher Artikel im eben genannten SZ-Dossier. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) liefert informative Broschüren, u. a. zu Essstörungen oder zur Suchtprävention. Und bei elterlichen Aufklärungsgesprächen über Verhütung und Jungen- oder Mädchenfragen zu Körperentwicklung und Sexualität unterstützt die Reihe „sex ‘n tipps“ der BZgA.

PC- oder Handy-Verbote greifen bei Heranwachsenden immer weniger. Trotzdem bergen besonders soziale Netzwerke und das Internet enorme Gefahren. Doch wer weiß schon genau, wie man sich im Chat schützt oder was man sich besser nicht downloaden sollte? Stets aktuelle Broschüren und Ratgeber von „Abzocke im Netz“ bis „Urheberrecht im Alltag“ liefert die Website klicksafe.de.

Fazit

Die Themen sind zahlreich und meistens reicht die Zeit an einem einzelnen Abend nicht annähernd, um alles anzusprechen. Schon gar nicht, wenn auch ein gegenseitiger Erfahrungsaustausch oder ein Fragenteil vorgesehen sind. Möglicherweise wären einige Eltern auch daran interessiert, sich regelmäßig zu einem Gesprächskreis mit wechselnden Diskussionsinhalten zu treffen. In jedem Fall würden sich viele Eltern sicherlich über eine kommentierte Linkliste mit den hier genannten Informationsmaterialien auf der Schul-Homepage freuen.

Martina Niekrawietz

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