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Klassenfahrt

Wie Sie Eltern in die Organisation der Klassenfahrt mit einbinden

Lehrkräfte organisieren Klassenfahrten. Eltern finanzieren sie. Heranwachsende haben Wünsche an Klassenfahrten. Dabei sollten Sie das Bedürfnis der Eltern und Schüler nach Austausch, Information und Abstimmung bei der Planung ernst nehmen. Mit diesen Strategien erleichtern Sie sich Ihre Arbeit und beziehen Eltern und Schüler erfolgreich mit ein.

Klassenfahrt: Wie Sie Eltern in die Organisation der Klassenfahrt mit einbinden Im Austausch mit den Schülern deren Erwartungen klären © Blend Images – Fotolia.com

Der Lehrer: „Ist ja wirklich schön, die Schüler einmal außerhalb des Unterrichts zu erleben – da gewinne ich einen ganz anderen Blick auf Manche.“ und: „Ist ja alles schön und gut, wenn es nur die Woche selbst wäre. Aber das ganze Drum und Dran: Eine Unterkunft finden, Geld eintreiben… Was ist preiswerter: Einen Bus buchen oder mit der Bahn fahren? – und keine Entlastung für das alles!“

Die Eltern: „Ob da auch alles mit richtigen Dingen zugeht?“ oder „ Kann die Lehrerin die Rasselbande im Zaum halten und dafür sorgen, dass kein Alkohol in`s Spiel kommt?“ oder „Was ist mit den Jungen, wenn meine Tochter mit schwimmen geht?“ oder „Ob die Jugendherberge auch  lactosefreies Essen anbietet?“ oder Oh je, vier Kinder durchbringen,   und dann noch zwei Klassenfahrten in einem Schuljahr finanzieren – wie soll das gehen?“

Die Jugendlichen: „Ja prima, dann können wir  endlich mal „einen draufmachen“. „Da ist doch alles lockerer, da gibt es bestimmt nicht so strenge Regeln in der Jugendherberge!“
Die Kinder: „Schön, eine Woche weg von Zuhause - das wird aufregend!“ oder „Ob meine Mama dann auch mal anruft? Ich habe Angst, dass ich Heimweh kriege und die anderen das nicht verstehen werden…“

Dieser Ausschnitt aus einer großen  Palette von Fragen, Gedanken und Befürchtungen verdeutlicht,  welches „Minenfeld“ betreten wird, sobald  eine Klassenfahrt geplant wird. Viele Lehrer haben das Gefühl, bei der Organisation einer Klassenfahrt allein auf weiter Flur zu stehen. Forderungen von Eltern und Kindern, Bedenken zur Sicherheit, Finanzen… vieles liegt auf Ihren Schultern. Dabei lässt sich doch so einiges an Aufgaben gut verteilen. Doch was ist hier möglich, welche Anforderungen stellt der Gesetzgeber?

Die Gesetzeslage

Nicht zuletzt gibt es Aufträge durch das jeweilige Ministerium: „Mehrtägige Wanderfahrten erweitern die pädagogischen Möglichkeiten der Schulwanderungen. So können die Bildungsmöglichkeiten einer anderen als der heimatlichen Region genutzt werden (z.B. Natur, Kultur, Wirtschaft, Politik, Sprachen), das Lernen und Zusammenleben in einer Gruppe geübt und der Kontakt zwischen Schülerinnen und Schülern sowie den Lehrkräften verstärkt werden.“ (aus dem Erlass des Hessischen Kultusministeriums vom 7. Dezember 2009 – I.2 – 170.000.107 – 69 -)

Und weiter: „Schulfahrten sind deshalb so vorzubereiten, durchzuführen und nachzubereiten, dass sie der Erfüllung des Erziehungs- und Bildungsauftrages der Schule dienen und in einem Zusammenhang mit relevanten Lern- und Erziehungszielen der betreffenden Jahrgangsstufe stehen.“ (aus den „ Richtlinien für Schulwanderungen und Schulfahrten*  Ministerium für Kultus, Sachsen-Anhalt vom 13.09.2002 – 24-82021)

Bereiten Sie die Klassenfahrt auf lange Sicht vor

Da die Organisation von Klassenfahrten ein komplexes und vielschichtiges Thema ist, sollten Sie das Thema frühzeitig, am besten ein Jahr im Voraus, auf die Agenda setzen und auf Elternabenden vorbereiten. Hier können Sie dann auch nach Festlegung des Bildungszieles der Klassenfahrt schon im Unterricht auf diesen Schwerpunkt hinarbeiten. Manche Schulen erleichtern die Vorbereitung allein dadurch, dass sie feste Zeiträume im Ablauf des Schuljahres vorsehen, in denen die Klassen(stufen) unterwegs sind: Dann können sich Lehrkräfte und Familien langfristig vorbereiten.

Weitere nützliche Hinweise

Überwachungslisten Girokonten Hessisches Kultusministerium

In dieser Überwachungsliste sind alle Kontobewegungen des Schulgirokontos zu führen und die Verwendung nachzuweisen bzw. zu erläutern. Diese ÜL enthält die Mindestanforderungen und kann ggf. ergänzt werden. In dieser Überwachungsliste sind beispielhaft Geschäftsvorfälle dargestellt, wie diese nach der Richtlinie zur Führung von Schulkonten aufgezeichnet werden sollen.

Checkliste „Nachhaltige Klassenfahrt“

Die Checkliste „Nachhaltige Klassenfahrt“ bietet Ihnen anhand Kriterien und Leitfragen einen Orientierungsrahmen bei der Planung bzw. Bewertung von Klassenfahrten. Je mehr Kriterien erfüllt sind, desto höher ist die „nachhaltige Substanz“ der Klassenfahrt. Aber Sie können auch entsprechend ihres eigenen Anspruches gewichten — z. B. ob Sie mehr Wert auf die Vermittlung von ökologischen oder sozialen Schlüsselqualifikationen legen, ob Sie mehr Wert auf ein nachhaltiges Lernumfeld oder auf das Programmkonzept legen.

Bei Fragen ausländische Familien betreffend können Sie sich an die Geschäftsstelle der Regionalen Arbeitsstellen wenden.

Stecken Sie in Gesprächen die Ziele und den Rahmen deutlich ab

Einige Fragen helfen, sich mit Eltern, Kindern und Jugendlichen über ihre Erwartungen zu verständigen:

  • Was sagt das Ministerium?
  • Welche Vorstellung(en) und Ziel(e) haben wir?
  • Welcher zeitliche und räumliche Rahmen ergibt sich daraus?

Sie regen Diskussion und Verständigung an und machen gleichzeitig klar, in welchem pädagogischen, zeitlichen und finanziellen Rahmen eine Klassenfahrt stattfinden soll.

Erarbeiten Sie einen Kriterienkatalog und verteilen Sie die Aufgaben

Mit den Eltern können Kriterienkatalog und Aufgabenlisten erarbeitet werden, aus denen ersichtlich wird, bei welchen Punkten der Lehrer Unterstützung benötigt:

  • Welche finanziellen, zeitlichen, sozialen, kulturellen Gesichtspunkte sind zu berücksichtigen?
  • Welche Aufgaben sind bis wann zu erledigen?
  • Wer übernimmt welche Aufgabe?

Je mehr Personen Verantwortung bei der Vorbereitung übernehmen, desto mehr entlastet es die Lehrkraft: Warum nicht einen Vorbereitungs-Ausschuss aus Klassenelternsprecher, Klassensprecherin  und Klassen- Lehrerin bilden – ergänzt durch weitere Personen, die aktiv werden wollen?!

Es sollte ein kleiner Kreis sein, denn zum Einen werden Sie bei einem großen Ausschuss häufiger vor dem Problem stehen, alle Meinungen unter einen Hut zu bekommen. Zum Anderen werden Sie auch kritische und „intime“ Themen besprechen, die nicht ans Licht der Klassen- oder Schulöffentlichkeit gezerrt werden dürfen. Dazu sollten alle Ausschuss Mitglieder eine kurze Vereinbarung unterschreiben, dass keine Information nach Außen dringt, die jemand als beschämend oder verletzend empfinden könnte.

Klären Sie mögliche Stolpersteine frühzeitig

Ein frühzeitiger Blick auf mögliche Stolpersteine ermöglicht es Erwachsenen und Heranwachsenden, im Vorfeld einer Klassenfahrt soviel wie möglich zu klären. Denn der eigentliche Zweck einer Klassenfahrt ist Freude am gemeinsamen Erleben und Beisammensein! Bereits ein erster Austausch sollte mögliche Stolpersteine zutage fördern und Lösungsmöglichkeiten thematisieren.  Dabei gilt auch: Je mehr Erfahrungen von Seiten der Schule in allgemein verbindliche Regelungen einfließen, desto einfacher wird die Vorbereitung.

Sie vermeiden so, von  „bösen“ Überraschungen überrumpelt zu werden oder sich langen Aushandlungsprozessen auszusetzen. Das trübt den Genuss und die Atmosphäre! Denn Klassenfahrten „dürfen“ Freude bereiten und den eigenen Horizont auf entspannte Weise erweitern!

Dorothea Kröll


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