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Ukraine-Krieg – Unterrichtsideen

9 Link-Tipps - Ukraine-Krieg im Unterricht ansprechen

Mit Ihren Schützlingen über den Ukraine-Krieg sprechen, ist sicher nicht immer einfach. Wir haben ein paar besonders interessante Ideen von verschiedenen Internetseiten zusammengestellt.

Ukraine-Krieg – Unterrichtsideen: 9 Link-Tipps - Ukraine-Krieg im Unterricht ansprechen Es gibt viele Ideen im Netz den Ukraine-Krieg zu thematisieren © leestat - stock.adobe.com

Nur wenige Tage nach Putins Invasion in die Ukraine ist es wirklich beeindruckend, wieviel Materialien, Ideen und Praxistipps dazu bereits im Netz verfügbar sind. Gesprächs-Leitfäden von psycholgisch versierten Expertinnen und Experten ebenso wie Materialien für den Unterricht in verschiedenen Fächern. Nicht nur die Medien machen einen guten Job, sondern auch die vielen Pädagoginnen und Pädagogen, die sich gegenseitig unterstützen und bereitwillig Ihre Ideen, Konzepte und Hinweise auf nützliche Tools teilen. Fast scheint es so, als ob es sich mit der kollegialen Zusammenarbeit ein bisschen wie mit dem Miteinander der europäischen Länder verhält: In der Krise heißt es zusammenrücken – das hilft.

Apropos: Vorneweg gleich eine wirklich gute Adresse für Lehrkräfte, die Sie vermutlich aber ohnehin schon kennen: Ein Besuch im Twitterlehrerzimmer lohnt sich besonders auch dann, wenn Sie topaktuellen Input zum Thema „Ukraine-Krieg in der Schule“ suchen. Und der Seele tut es in diesen schwierigen Zeiten auch gut, wenn man sich mit ein paar netten und hilfsbereiten Kollegen und Kolleginnen austauschen kann.

Medienpädagogik: Seriöse Quellen finden

„Ich habe Angst, ich will nicht sterben, wenn jetzt ein Krieg kommt“, sagt eine Siebtklässlerin zu Ulrike Ammermann, die an einer Hamburger Stadtteilschule unterrichtet. Vielen Schülern und Schülerinnen ging das so, und sie baten ihre Lehrerin schon einen Tag vor der russischen Invasion in der Ukraine, das Thema im Unterricht aufzugreifen

Als sie dann zwei Tage später wieder in die Klasse kam, war der Krieg bereits ausgebrochen. Auf der Website des Deutschen Schulportals erzählt sie von dieser besonderen Schulstunde zum Thema „Das erste Opfer des Krieges ist die Wahrheit“. Mit diesem Satz, einem Zitat von Hiram Johnson, steigt sie auch ein und bespricht mit den Schülern und Schülerinnen, „warum Menschen in Krisensituationen lügen“. Dann wiederholt sie noch einmal die drei Prüfkriterien des Faktenchecks, den die Klasse „zu Beginn der Corona-Pandemie schon mal erarbeitet“ hatte:

  1. Jemand bürgt „mit seinem echten Namen“ für die Informationen.
  2. Mindestens zwei Quellen „müssen das Gesagte bestätigen“.  
  3. Medien von Redaktionen, „die journalistische Standards einhalten“, sind besser als Aussagen von Privatpersonen.

Eine gute Anregung: Sie hat für ihre Siebtklässler „eine Padlet-Seite mit gesicherten Fakten zur Kriegslage“ vorbereitet. Diese Mühe erspart Ihnen das Pädagogische Landesinstitut Rheinland-Pfalz, das auf seiner Website eine umfängliche Linksammlung mit seriösen und altersgerechten Nachrichtenangeboten und Unterrichtsmaterialien anbietet. Und eine umfangreiche medienpädagogische Materialsammlung fokussiert auf Faktenfinder und den Umgang mit Quellen. 

Viel mehr als Stoff für interessante Schulstunden 

Padlets oder auch TaskCards sind digitale Pinnwände, die kollaborativ von der Community bestückt/editiert werden können. Sie sind das ideale Medium, um quasi schnell strukturierte Linksammlungen mit Materialien, Informationen etc. zu erstellen.

Da ist zum Beispiel der reichhaltige Link-Pool in Padlet-Form, zusammengetragen von den „Pädagog*innen mit Migrationsbiografie“. Anders als es die Überschrift suggeriert, werden hier nicht nur Lehrkräfte von geflüchteten jungen Menschen fündig. Strukturiert sind die verlinkten Materialien oder „Orientierungs-Hilfen“ (= Praxistipps) überwiegend nach den jeweiligen Urhebern bzw. Fundstellen, also z. B. Lehrer/-innen, Kultusministerien/Landesinstitute, Bereich Schule, Presse/Medien/Fachverbände. 

Oder auch das Padlet des Landesinstituts Hamburg, das u. a. Unterrichtsmaterialien und -ideen nach Alter und Fächern differenziert, nach Ideen für praktisches Engagement und Praxistipps für den Umgang mit dem schwierigen (Gesprächs-)Thema. 

Wer sich ein facettenreiches Bild über den Ukraine-Konflikt machen möchte, nutzt die Tools und Contents auf der TaskCard „Konfliktanalyse des Ukraine-Konflikts 2022“. Auch bestens als Medien- und Informations-Pool für einen abwechslungsreichen Politikunterricht geeignet.

Q & A: „Über Krieg reden“

Es ist gar nicht so einfach, mit Schülerinnen und Schülern über ihre Ängste zu reden. Deshalb hat die Robert Bosch Stiftung zu dem diffizilen Thema ein Live-Panel veranstaltet. Ein Mitschnitt kann hier online angesehen werden. Die Expertinnen und Experten der Gesprächsrunde haben auch Q & As für schnelle Leser und Leserinnen auf den Punkt gebracht (ebd.) Hier ein paar der wichtigsten Tipps:

  1. Gefühle wie Ängste, Unruhe, Traurigkeit, Hilflosigkeit etc. sind in der derzeitigen Lage ganz normal. Für Lehrkräfte ist besonders der kollegiale Austausch wichtig. Im Kolleg/-innen-Kreis „können sie zulassen, dass auch sie besorgt sind und auf manche Fragen keine Antworten haben“. 
  2. Den Schülern und Schülerinnen sollte man signalisieren, dass man ihnen helfen will, „gemeinsam die Situation besser zu verstehen und gut durch diese Zeit zu kommen“, sagt Julian Schmitz, Professor für Klinische Kinder- und Jugendpsychologie der Universität Leipzig. Die Lehrkraft kann das Thema aktiv ansprechen, am besten mit klaren Informationen und Gesprächsangeboten. Aktiv werden und gemeinsam mit den Kids nach Antworten suchen, wirkt ebenfalls entlastend. 
  3. Im Fachunterricht wechseln die Lehrkräfte häufig, und es besteht die Gefahr, dass sich „Schüler:innen (...) den ganzen Tag mit dem Ukraine-Krieg auseinandersetzen“. Hier sollten sich die Kolleginnen und Kollegen absprechen und Gesprächsangebote und Projekte richtig dosieren.

Aktiv werden hilft

Zwei Schülerinnen von der BBS Osterholz-Scharmbeck erzählen im oben verlinkten Live-Panel, wie sie als Schülervertretung selbst aktiv wurden. Sie haben

  • zu einer Schweigeminute aufgerufen
  • Plakate gebastelt („Bettlaken angemalt“), „richtig viele Leute versammelt“, 
  • organisieren eine „kleine Spendenaktion“ mit Sachspenden für die Ukraine
  • als Schülervertretung angeboten, bei Fragen immer für die Schülerinnen und Schüler da zu sein

Viele weitere gute Ideen für Friedens-Projekte lassen sich auf der Website des Jugend-Portals „FRIEDEN FRAGEN“ entdecken. Lehrkräfte finden hier eine ganze Menge von Kinder- und Jugend-Fragen zum Thema Krieg und Frieden, die dann von professionellen Friedenspädagoginnen und -pädagogen beantwortet werden. Das ist wirklich spannend – und auch beruhigend, wenn z. B. der Friedensforscher Hajo Gießmann die Frage von Lina beantwortet: „Wird es wirklich einen dritten Weltkrieg geben?“

Martina Niekrawietz

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