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Spielen im Unterricht

Breakouts: Tipps und Hintergrundwissen

Hier erfahren Sie, warum sich ein Escape Room oder Breakout im Unterricht besonders eignet. Dazu erhalten Sie Tipps, wie Sie das Szenario aufbauen und worauf Sie achten müssen. 

Spielen im Unterricht: Breakouts: Tipps und Hintergrundwissen Spannende Rätsel lösen, gehört zum Breakout © olgaosa - stock.adobe.com

Viele kennen Escape-Rooms als Life-Spiele. Man wird in einer Gruppe in einen Raum eingeschlossen. Danach hat man eine Stunde Zeit herauszukommen. Dafür müssen Rätsel gelöst, Sachen gefunden und andere Dinge erledigt werden. Ob die Gruppe den Ausgang öffnet, bleibt ungewiss. Diese Spielform wurde für den Unterricht adaptiert. Escape Rooms heißen im schulischen Kontext meist Breakouts oder Edu-Breakouts und natürlich wird niemand wirklich in einen Raum eingesperrt. Nur die Elemente von einem Escape Room wurden übernommen. So sorgen Breakouts im Unterricht für eine Menge Spaß, Spannung und Teamarbeit. Ganz nebenbei vermitteln sie auch noch Fachwissen.

Was steckt hinter den Escape Rooms

Die Spielidee ist wohl um die Jahrtausendwende entstanden und kommt aus Japan. Ursprünglich waren es einfache kleine Computerspiele. Mittlerweile gibt es diese als Brettspiel mit dem Namen „Exit“ oder eben den eingangs erwähnten realen Raum. Die Szenarien sind vielfältig und das eint alle Excite Games. Es gibt ein Szenario, also eine Rahmenhandlung, aus der sich die Spieler quasi befreien müssen. Die Kernelemente von Escape Rooms sind:

1. Geschichte

Die Spieler befinden sich mitten in einer spannenden Szene. Das kann die Befreiung aus einem Schulgebäude sein oder eine Kiste, die geöffnet werden muss. Verena Knoblauch, Grundschullehrerin, hat z. B. mal den Reservierungscode für die Klassenfahrt in eine Kiste geschlossen. Die Schüler/-innen mussten innerhalb von 30 Minuten die Kiste öffnen, damit sie diesen für die Buchung durchgeben konnte. Da ist der Anreiz schon groß, die Kiste schnell zu öffnen. 

2. Rätsel

Alle Breakouts haben gemeinsam, dass die Klasse Rätsel lösen muss. Sei es, um Schlösser zu öffnen oder einen Schlüssel zu finden. Bei den Rätseln kann es sich um Logicals handeln, aber auch kniffligere Schrift- und Rechenspiele sind möglich. Die Varianten sind vielfältig, sollten aber immer dem Alter angemessen sein. 

Zeitbeschränkung

Der Faktor Zeit steht bei Escape Rooms immer im Mittelpunkt. Ob nun 30 Minuten oder eine Stunde – die Zeit ist begrenzt. So entsteht eine Spannung. Denn es kann passieren, dass die Schüler/-innen es nicht in der vorgegebenen Zeit schaffen. 

Nur einmal spielbar 

Wenn das Breakout gelöst wurde, ist es in der Regel nicht mehr spielbar. Die Geschichte und die zugehörigen Lösungen sind dann ja bekannt. 

Formate von Breakouts

Es gibt zum einen den linearen Verlauf und den Nicht-Linearen Verlauf. Das sind zwei verschiedene Ansätze von Escape Games. 

Linearer Verlauf:
Auf jede Frage folgt eine Antwort. Erst danach kommt die nächste Frage. Also erst kommt die Frage 1, woraufhin sich das Schloss öffnet. Danach kommt die Frage 2. Wenn dieses Rätsel gelöst ist, erscheint die Frage 3 und so weiter… .

Nicht Linearer Verlauf:
Hier sind gegebenenfalls mehrere Rätsel nötig, um ein Zahlenschloss zu öffnen. Beispielsweise besteht das Zahlenschloss aus vier Ziffern. Die vier Ziffern können sich die Schüler/-innen nur durch vier verschiedene Rätsel zusammensuchen. Diese werden in einzelnen Gruppen gelöst. So sind mehr Schüler und Schülerinnen gleichzeitig beschäftigt. 

Buchtipp

Dieses Buch zeigt nochmal, wie Sie selbst ein Breakout erstellen können und worauf Sie dabei achten sollten: 

Anne Scheller: Escape-Rooms und Breakouts in der Schule einsetzen.

Pädagogischer Hintergrund

Diese Spielform eignet sich vor allem als Einstieg oder Abschluss einer Einheit, vor oder nach den Ferien, an Projekttagen oder zum Kennenlernen. 

Escape Rooms haben viele positive Effekte, sodass der Einsatz im Unterricht kein reines Spielen ist, sondern damit auch Inhalte vermittelt werden und auch andere positive Effekte entstehen. Hier nur mal ein paar Punkte, warum sich Breakouts für den Unterricht eignen:

Fächerübergreifende Kompetenzen. Zum Beispiel:

  • Mathematik: Logisches Denken
  • Mathematik: Rechnen zum Knacken der Rätsel
  • Deutsch: Förderung der Lesekompetenz
  • Deutsch: Wortarten finden oder Rechtschreibfehler
  • Englisch: Grammatik / Wortwissen

Persönlichkeitsentwicklung. Zum Beispiel:

  • Stärkung der Ausdauer
  • Steigerung der Motivation am Unterricht
  • Steigerung der Frustrationsgrenze
  • Förderung Zielstrebigkeit
  • Kreativität
  • Lösungsorientiertes Denken
  • Bessere Teamfähigkeit

Die Phasen eines Breakouts

  1. Design: Hier geht es darum eine Geschichte / ein Szenario zu entwickeln. Das kann auch eine Gruppe von Schüler/-innen für die anderen übernehmen. Auch die Spiele und Rätsel müssen intensiv vorbereitet und getestet werden.
  2. Vorbereitung: Es wird natürlich keiner eingeschlossen. Aber die Materialien müssen im Raum bereitliegen und die Hinweise verteilt werden.
  3. Briefing: Die Schüler/-innen müssen eine genaue Anleitung erhalten, was sie zu tun haben und worauf sie achten sollen und wann sie sich Hilfe holen können. Der zeitliche Rahmen muss klar sein und welche Aufgabe Sie als Lehrkraft haben. Halten Sie das so kurz wie möglich.
  4. Spielen: Stellen Sie die Geschichte vor und dann geht es ans Spielen und ans Lösen der Aufgaben. Planen Sie pro Rätsel genügend Zeit ein.
  5. Spielende: Wenn das Spiel gelöst wurde, sollte es eine Belohnung geben.
  6. Reflektion: Sprechen Sie mit den Schülern & Schülerinnen über das Erlebte.

Aufgabe als Lehrkraft

Sie sollten als Lehrkraft im Raum bleiben und die Gruppe beobachten. Bieten Sie Motivation oder Entspannung, wenn es nötig ist. Nur, wenn es nicht anders geht, ist es möglich, dass Sie nicht im Raum sind. Dann sollten Sie aber per Telefon oder Chat erreichbar sein. Im realen Escape Room können die Spieler/-innen auch per Telefon Tipps erhalten. Sie sollten vorher vereinbaren, wann Sie Tipps geben. Das sollte nicht zu schnell erfolgen, denn die Schüler/-innen sollen ja auch Durchhaltevermögen üben. 

Fünf Tipps für Breakouts

  1. Achten Sie auf den Schwierigkeitsgrad. Ist dieser zu hoch, dann sind die Schüler/-innen schnell frustriert. Ist er zu niedrig, dann ist die Klasse schnell gelangweilt. Im Lehrerbüro können Sie nach Klassenstufe filtern, aber prüfen Sie alle Spiele auf den Einsatz in Ihrer Klasse. Das Niveau variiert je nach Klasse.
  2. Sorgen Sie dafür, dass alle beschäftigt sind. Sonst fangen sicher einige an, Quatsch zu machen oder sich nicht an die Regeln zu halten. Das geht, indem es eine Vielzahl von verschiedenen Rätseln und Levels gibt - so wie beim Nicht-Linearen System. So kann jeder mit einer passenden Aufgabe beschäftigt werden.
  3. Halten Sie Tipps bereit für den Notfall. Überlegen Sie sich im Vorfeld, welche Schwierigkeiten es geben könnte und welche Tipps Sie geben möchten. Nennen Sie diese nicht zu früh, sondern die Klasse soll versuchen, die Herausforderung selbst zu lösen.
  4. Planen Sie ausreichend Zeit ein, sodass es auch schaffbar ist. Klar, gehört es zum Spiel, das Zeitnot besteht. Doch grundsätzlich soll es in der vorgegebenen Zeit auch durchführbar sein.
  5. Wo wollen Sie den Breakout durchführen? Im eigenen Klassenraum? Überlegen Sie das im Vorfeld ganz genau. Vielleicht gibt es einen thematisch passenderen Raum? Die Hinweise sollten im Raum klar erkennbar sein. Klären Sie im Vorfeld, was bei Unterbrechungen passiert, wenn z. B. jemand zu spät zum Unterricht kommt und das Spiel eigentlich schon im Gange ist.

Nutzen Sie die Gelegenheit und haben Sie Spaß. Es ist ja doch eine Möglichkeit Ihre Schüler/-innen von einer neuen und anderen Seite kennenzulernen. Sie finden jedenfalls im Lehrerbüro eine Menge Escape Rooms, um gleich loszulegen. Wir wünschen Ihnen dabei viel Erfolg.

Insa Peters


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