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Politische Bildung

Bundestagswahl: Politik macht Spaß!

Bundestagswahl — glasklar aufbereitet für Schüler der Sekundarstufe. Mit viel Fantasie und ungewöhnlichen Ansätzen wird Politik den Jugendlichen nahegebracht, sodass das Thema Wahlen plötzlich hoch spannend wird. Angebote im Netz machen es möglich und motivieren, sich eine eigene Meinung zu bilden.

Politische Bildung: Bundestagswahl: Politik macht Spaß! Der Stimmzettel mit Erst- und Zweitstimme sollte im Unterricht genau besprochen werden © Stockfotos-MG - Fotolia.com

Felix ist zwölf Jahre alt, und während seine Lehrerin der Klasse den Begriff „Demokratie“ erklärt, driftet er in einen Tagtraum ab und betritt als Abgeordneter Dr. Felix Brömme den deutschen Bundestag. Dort geht es gleich zur Sache: Seine Büroleiterin legt ihm das Programm für den Tag vor, Felix erschrickt: „Eine Rede im Bundestag — das geht nicht! Ich habe bisher in der Schule nur Referate gehalten“, sagt der Junge und flieht unter einem Vorwand aus dem Büro. Zum Glück begegnet er dabei Uwe Ochsenknecht alias „Herr Renger vom Plenarassistenzdienst“, der ihm alles zeigt und erklärt. — Kurze Animationsfilme und Dokumentationen in einfacher Sprache erzählen, „was so ein Abgeordneter eigentlich macht“ und wie er gewählt wird. Immer verfolgt von seiner Büroleiterin versucht Felix, der drohenden Rede im Plenarsaal zu entkommen, vergeblich ...

Eine halbe Stunde dauert der Film, der sich sehr gut als Einstieg in das Thema Bundestagswahl eignet. Zu sehen ist er auf der Website mitmischen.de, dem Kinder- und Jugendportal des Deutschen Bundestags, das wie viele andere Webangebote direkt übernehmbare Materialien und Ideen für einen spannenden Politikunterricht bietet.

Erklär-Videos von simpel bis hochkomplex

Der YouTuber „Manniac“ erklärt das Thema „Bundestagswahl“ in einem fast zehnminütigen Erklärvideo umfassend und „in einem Affenzahn“. Die große Informationsmenge, gedrängt auf fast 10 Minuten, erfordert eine hohe Konzentrationsleistung und einiges Vorwissen. Daher eignet sich das Video am besten für die Ergebnissicherung am Ende einer mehrstündigen Unterrichtseinheit in höheren Jahrgangsstufen. — In jedem Fall werden die Schüler gern und motiviert zuhören, denn Manniac ist einer der bekanntesten YouTube-Stars, der auch schwierige politische Sachverhalte auf unterhaltsame Weise präsentieren kann.

Ähnlich wie die Abseitsregelung im Fußball ist die Bedeutung von Erst- und Zweitstimmen und die sich daraus ergebenden Überhang- und Ausgleichsmandate gar nicht so leicht zu verstehen. Die Kreativen der Agentur explainity® erklären den komplexen Sachverhalt anschaulich und nachvollziehbar in einem Video, das sich mit gerade einmal 4:35 Minuten sehr gut für den Unterricht eignet.

„Bundestagswahlen — jetzt versteh ich das!“

Die modularen Unterrichtsbausteine in den Broschüren „Bundestagswahlen — jetzt versteh ich das!“ aktivieren die Schüler auf verschiedenen Wegen, wie ein Blick in das Begleitheft für Lehrerinnen und Lehrer beweist: Die Schüler befragen ihre Eltern („Warum wird in einer Demokratie überhaupt gewählt?“), gründen im Verlauf eines mehrstündigen „Rollenspiels“ ihre eigene Partei, machen dafür Wahlkampf mit selbstgemachten Parteiplakaten und Wahlkampfreden und schreiten schließlich zur selbst gebastelten Wahlurne.

Weiterführende Hinweise:

In dem umfangreichen Informations-Portal zur Bundestagswahl 2017 der Landeszentralen für politische Bildung finden Lehrer kommentierte Links zu Unterrichtsmaterialien, Filmen (auch in leichter Sprache), Wahlprogrammen der Parteien, Informationen zu den Kanzlerkandidaten u. v. m.

Auch die Bundeszentrale für politische Bildung ermöglicht auf ihrer Website den schnellen Zugang zu sämtlichen Materialien zum Unterrichtsthema Wahlen. — Für Lehrer eine ergiebige Quelle mit Arbeitsblättern, Unterrichtsprojekten, Filmen, Infografiken und Quellentexten.

Die Landeszentrale für politische Bildung Baden Württemberg präsentiert im Netz ebenfalls eine Informationsseite zur Bundestagswahl. Hier finden sich u. a. FAQs zur Wahl, Informationen zum Wahlsystem, zu den Aufgaben des Bundestages und aktuelle Prognosen.

Die Übersichtsmaterial „Bundestagswahl 2017 — Mach’s klar! Politik einfach erklärt“ fasst alle wichtigen Infos zur Wahl auf vier Seiten zusammen. In einfacher Sprache und mit interessanten Aufgaben.

Das Arbeitsheft für Schülerinnen und Schüler mit Informationstexten, Illustrationen und Übungen kann im Politikunterricht, in Sozialkunde oder auch fächerübergreifend in Deutsch oder Gemeinschaftskunde eingesetzt werden. Die Informationen und Aufgaben in unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden eignen sich auch sehr gut für den zieldifferenten Unterricht.

Wählen wie die Großen: Juniorwahl und U18-Wahl

Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren dürfen nicht wählen. Bei der Juniorwahl dürfen sie, vorausgesetzt, sie besuchen mindestens die 7. Jahrgangsstufe einer Schule, die sich an dem Projekt beteiligt. Dann steht zunächst das Thema „Demokratie und Wahlen“ auf dem Stundenplan, und etwa eine Woche vor der tatsächlichen Wahl geben die Schüler ihre Stimme ab. Spannend: Das Ergebnis wird am offiziellen Wahltag verkündet.

Es gibt sogar eine Möglichkeit, ohne Altersbegrenzung nach unten zu wählen: Die U18-Wahl. Sie findet 9 Tage vor der echten Bundestagswahl statt, in einem von derzeit mehr als 1000 Wahllokalen deutschlandweit. Eine Anmeldung zur Teilnahme an der Wahl selbst ist nicht erforderlich, die Schüler können einfach hingehen und mitmachen.

Parteien und ihre Wahlprogramme

Beteiligen sich die Kids an einer der genannten Jugendwahlen, steigt auch das Interesse für die politischen Themen, die die Parteien vertreten. Auf der Website der U18-Wahl gibt es dazu Parteiinhalte und Wahlprogramme, zum Beispiel die herausragende Broschüre „U18 Ansichten“: Darin positionieren sich die Parteien in 18 verschiedenen Themenblöcken zu Fragestellungen wie „Welche Themen liegen Euch am meisten am Herzen?“ oder „Wie sieht gute Bildung aus und wie wollt Ihr sie erreichen?“ Alle Texte sind kurz und knapp gehalten und auch für Schüler der unteren Jahrgangsstufen der Sekundarstufe leicht verständlich.

Wahl-O-Mat: das interaktive Wahltool

Mit dem Wahl-O-Mat können Wähler herausfinden, welche Partei ihrer politischen Position am nächsten kommt. Das interaktive Tool fragt dazu 38 Thesen ab. Die User antworten mit "stimme zu", "stimme nicht zu", "neutral" oder "These überspringen". Der Wahl-O-Mat errechnet dann den Grad der Übereinstimmung mit verschiedenen Parteien.

Die Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) bietet dazu auf ihrer Website einen „pädagogischen Werkzeugkasten“ mit Unterrichtsbausteinen, Arbeitsblättern, Unterrichtsentwürfen und einer Offline-Version des Wahl-O-Mat. Konzipiert sind diese Materialien laut bpb zwar „für weitgehend selbständig [sic!] arbeitende Lerngruppen im Unterricht ab Klasse 10“, können jedoch auch zur Vorbereitung auf Junior- oder U18-Wahl (s. o.) eingesetzt werden, vorausgesetzt, die Schüler wissen bereits, wofür die Parteien stehen.

Test: Hast du das Zeug zum Spitzenpolitiker?

Ob sie das Zeug zum Spitzenpolitiker haben, das testen die Schüler am Ende der Unterrichtseinheit „Bundestagswahlen“ mit den Spielen auf der Website parlamentsprofi.de. Dabei beweisen sie, dass sie sich mit der Sitzordnung im Plenarsaal auskennen oder punkten mit ihrem Wissen über Parlament und Gesetzgebung. In dem Spiel „Wie überzeugend bist du?“ haben sie Gelegenheit, sich in der „Königsdisziplin“ zu beweisen: „Starte Debatten und Initiativen oder beteilige dich an Einträgen anderer Spieler. Argumentiere geschickt und überzeuge deine Mitspieler von deinen politischen Ideen.“

Martina Niekrawietz

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